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Afghanistan: Open-Air-Konzert vermittelt Hoffnung

Meldung vom 19.08.2013

Einen Tag lang erfüllten hoffnungsvolle Klänge statt Kriegsgetöse das Tal in der zentralen afghanischen Provinz Bamian: Wo vor 12 Jahren die radikal-islamischen Taliban zwei bedeutende Buddha-Statuen gesprengt hatten, besuchten nun rund 10.000 Frauen und Männer ein Open-Air-Konzert.

Damals war Musik in Afghanistan noch verboten und Frauen durften nicht am öffentlichen Leben teilnehmen. Am vergangenen Donnerstag hingegen ertönten bei dem für die Region einmaligen Ereignis die Gesänge und Rhythmen einheimischer Künstler.

Das war vielen Geistlichen allerdings ein Dorn im Auge. „Die Mullahs haben versucht, die Veranstaltung zu stoppen“, erklärte Mitveranstalter Rauil Singh. Nach ihrer Argumentation sei diese Art von Konzert im Islam nicht erlaubt. „Wir haben ihnen gesagt, dass sie zwar ihre Meinung sagen dürfen, uns aber nicht stoppen können, das Event zu organisieren. Die Menschen würden entscheiden, ob sie kommen wollten oder nicht.“

Und sie kamen in Scharen. Nach der Show äußerten sich die Besucher durchweg überschwänglich. So auch Dschamil Dschala: „Das war das größte Konzert, das ich jemals gesehen habe“. Aus Angst vor Gewalt würden in der Hauptstadt Kabul solche Events nur exklusiv in kleinen Locations für ausgewähltes Publikum organisiert. Er hoffe, dass es bald noch mehr solcher Konzerte geben werde.

Für die Künstler war der Auftritt in Bamian ebenfalls etwas Besonderes. So sagte die junge afghanische Sängerin Ariana Sajeed: „Ich bin sehr glücklich und dankbar, wie das Konzert heute lief.“ Sajeed erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei den jungen Leuten in ihrem Land. Schon vor ihrem Auftritt riefen die Menschen im Publikum in Sprechchören ihren Namen.

Der Eintritt war für die Besucher frei. Das Konzert ist Teil des von den Vereinten Nationen gegründeten Internationalen Tags der Jugend und sollte vor allem junge Leute ansprechen. Nach Angaben von Ari Gaitanis von der Vertretung der Vereinten Nationen in Afghanistan (UNAMA) habe man aufzeigen wollen, wie wichtig die Jugend für die Entwicklung Afghanistans zu einem stabilen und friedlichen Land sei.

Bamian ist zwar eine verhältnismäßig sichere Region, aber selbst hier herrscht Angst vor Anschlägen. Ariana Sajeed, die in ihren Liedern unter anderem das Leid der afghanischen Frauen thematisiert und bei einer TV-Castingshow ohne Kopftuch als Jurorin erschien, steht bei konservativen und religiösen Gruppierungen stark in der Kritik. So herrscht bei ihren Auftritten stets Anspannung unter den Sicherheitskräften.

Während Sajeed singt, gelingt es einem Mann, die Sicherheitsabsperrungen zu überwinden. Erst kurz vor der Bühne kann ihn ein Mitarbeiter aufhalten und von der Polizei abführen lassen. Er hält einen Strauß Rosen in den Händen und ist – nur ein Verehrer.




Quelle: „nachrichten.at“

Schlagwörter: Afghanistan, Open-Air-Konzert, Krieg, Bamian, radikal-islamisch, Taliban, Buddha-Statuen, Mullah, Islam, Ariana Sajeed, Vereinte Nationen, Internationaler Tag der Jugend, Ari Gaitanis, UNAMA, Stabilität, Frieden, Attentat, Gender, Castingshow, Kopftuch, Jurorin, Sicherheitskräfte, Polizei