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Indien: Taumelnder Hoffnungsträger – Wirtschaft stürzt ab

 
Meldung vom 23.08.2013

Für Indien wurde die letzte Woche zum wirtschaftlichen Spießrutenlauf. Der einstige Hoffnungsträger befindet sich im freien Fall. Wenn der Staat nicht bedachte Gegenmaßnahmen ergreift, sterben Menschen. Möglicherweise zu Tausenden.

Die drittgrößte Volkswirtschaft Asiens ist in einen gefährlichen Strudel abgedriftet. Gerade noch galt Indien als der nächste Hoffnungsträger, als Wahrzeichen für Asiens wirtschaftlichen Aufschwung, als „zweites China“. Nun löst eine schlechte Meldung die nächste ab. Das Wachstum ist so gering wie seit zehn Jahren nicht mehr, die Rupie befand sich noch nie so rasant auf Talfahrt wie diese Woche, das Defizit der Leistungsbilanz klafft weit auf. Zugleich geht es mit großen Schritten auf eine Richtungswahl zu, die Indien politisch lahmlegen könnte.

Damit gerät das Land unter Druck, das aufgrund seiner selbst gewählten Abschottung von der Weltfinanzkrise nach 2008 allenfalls gestreift wurde. Jetzt aber kämpft Indien von außen und von innen mit Schwierigkeiten. Aus dieser Lage führt kein einfacher Weg heraus. Die Ratingagentur Fitch kündigte am Donnerstag einen weiteren und lange währenden Vertrauensverlust unter Investoren an, der die wirtschaftliche und finanzielle Stabilität aushöhlen könnte.

Wie auch die anderen Schwellenländer leiden die Inder unter dem nahenden Kurswechsel der amerikanischen Geldpolitik. Während die Konjunktur im Westen nach 2008 stagnierte, ging das billige Geld der Investoren und Spekulanten an die aufstrebenden Länder, die mit höheren Renditen lockten. Schon länger prognostizieren die großen Banken eine Kehrtwende des Geldstroms. Nun ist der Zeitpunkt gekommen. Anleger holen Milliardenbeträge zurück.

Außer Indien und Indonesien bekommen auch die Märkte in Malaysia, Thailand und den Philippinen den Kurswechsel zu spüren. Gestern sank der Index in Manila um 6 Prozent, als der Handel nach drei Tagen Unterbrechung wieder begann.

Die Inflation greift mehr und mehr um sich. Das greift besonders die Armen an, die die Preise für Lebensmittel nicht mehr bezahlen können. Das Ende des billigen Geldes im Westen war vorhersehbar. Eine vernünftige Politik in Neu Delhi hätte das bekannte Risiko abmildern können.

Doch stattdessen versandeten Reformen, riesige Korruptions- und Betrugsfälle brachen das Vertrauen des Volkes in die Elite, der Staat baute seinen Bürgern keine Plattform, von dem aus sie ihre Chancen nutzen konnten. Investoren kehrten dem Land den Rücken. Der Durchschnittsinder kann aber nicht abwandern.

Was also müsste eine verantwortungsvolle Regierung in Angriff nehmen, um die Krise abzuwenden? Sie müsste Willen zu Reformen unter Beweis stellen und die Kraft, sie auch umzusetzen. Sie müssten ein Öffnung ihrer Volkswirtschaft vorantreiben, Investoren mit besseren Bedingungen anziehen, Rechtssicherheit aufbauen, Korruption eindämmen und Entscheidungsprozesse mit deutlich mehr Tempo angehen. Sie würde in Straßen und Häfen investieren, um Wachstum zu generieren. Sie würde die Landwirtschaft unterstützen, statt sie nur zu subventionieren. Sie würde die Industrie fördern, denn noch keinem Land gelang der direkte Übergang von einer Agrargesellschaft in eine Dienstleistungsgesellschaft. Nichts von alledem wird unternommen. In den vergangenen Jahren hat sich die Lage stattdessen spürbar verschärft.

Wenn der Staat versagt, kommen Menschen ums Leben. Es wird Tausende Hungeropfer geben.


Video-Beiträge zu diesem Thema

 Indische Rupie auf Talfahrt




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, faz.net

Schlagwörter: Indien, Wirtschaft, Rupie, Talfahrt, Asien, Investoren, Wirtschaftswachstum, Aufschwung, Krise, Finanzkrise, Korruption, Reformen, Wahl, Neu Delhi, Inflation, Hunger, Kurswechsel