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Äthiopien: Israel nimmt letzte „Falaschas“ auf

Meldung vom 24.08.2013

Das seit mehreren Jahrzehnten betriebene Programm zur Übersiedlung jüdischer Falaschas aus Äthiopien nach Israel ist zu Ende gekommen. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat anlässlich dieses Abschlusses eine kritische Bilanz gezogen. Sie ermahnt zu einer besseren Integration der Neubürger in Israel, die oft schlecht behandelt würden.

„Für viele äthiopische Juden ist Israel heute nicht mehr das gelobte Land, da sie unter Rassismus, Verarmung und Diskriminierung leiden“, bemängelte GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius in Göttingen. „Die Umsiedlung von rund 120.000 Falaschas war kein Erfolgsprogramm, weil Vorurteile und mangelnde Ausbildung die Integration der Einwanderer behinderten.“

Am 28. August sollen noch einmal ein Schub von 400 jüdischen Migranten im Auftrag der offiziellen israelischen Einwanderungsorganisation Jewish Agency nach Israel übersiedelt werden. Es ist laut GfbV bis auf weiteres das letzte Kontingent äthiopischer Juden, das nach Israel eingelassen wird. Sie gehören einer Gruppe von 7.846 Falasch Muras an, deren Einbürgerung die israelische Regierung im November 2010 gestattet hatte.

Als Falasch Muras werden äthiopische Juden eingestuft, die im 18. und 19. Jahrhundert zwangsweise zum Christentum konvertierten. Trotz ihrer Konvertierung haben sie ihre jüdischen Riten beibehalten. Doch einige Rabbiner erkennen sie nicht als Juden an.

Zehntausende Falaschas sind in den spektakulären Operationen Moses (1984), Joshua (1985) und Salomon (1991) nach Israel geflogen worden. Zuletzt kamen monatlich rund 200 äthiopische Juden in ihre neue Heimat. Die Falaschas (übersetzt: Migranten) definieren sich selbst als dem Bet Israel (Haus Israels) zugehörig. Lebten 1977 erst rund 100 äthiopische Juden in Israel, schnellte ihre Zahl aufgrund der offiziell geförderten Einwanderung in den 80er- und 90er-Jahren sprunghaft in die Höhe.

Viele Juden aus Äthiopien fristen nach Angaben der GfbV heute in Israel ein Leben in Ghettos oder illegalen Siedlungen. Statistisch gesehen ist bei ihnen die Armutsrate dreimal höher und die Arbeitslosigkeit doppelt so hoch wie unter der Mehrheitsbevölkerung. Diejenigen, die einen Job haben, seien zu 90 Prozent in schlecht zahlenden Jeans-Fabriken angestellt. Ihre katastrophale soziale Lage führe auch oft zu Selbstmorden sowie häuslicher Gewalt.

Als 2012 mehr und mehr soziale Proteste in Israel ausbrachen, demonstrierten auch tausende äthiopische Juden. Sie verlangten mehr Chancengleichheit und ein Ende des Rassismus. Auch der Staat wird der GfbV zufolge der Diskriminierung der Minderheit angeklagt. Das Gesundheitsministerium habe im Januar 2013 zugeben müssen, dass sich Einwanderinnen ohne ihr Wissen empfängnisverhütenden Injektionen unterziehen mussten. Ultra-orthodoxe jüdische Politiker hätten sogar geraten, den Neubürgern Geld zu bieten, damit sie wieder das Land verlassen.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Entwicklungspolitik Online“, epo.de

Schlagwörter: Äthiopien, Falaschas, Übersiedlung, Israel, Juden, Integration, Abwanderung, Migranten, Einbürgerung, Rassismus, Armut, Diskriminierung, Ghettos, Einwanderung, Operation Moses, Operation Joshua, Operation Salomon, Flugzeug, soziale Proteste, Falasch Muras, äthiopische Juden