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Afghanistan: Wahlleiter von Kunduz erschossen

Meldung vom 19.09.2013

Die Taliban haben den Wahlleiter der Provinz Kunduz bei einem Attentat umgebracht. Der Anschlag wurde einige Wochen vor dem Auszug der Bundeswehr aus dem Feldlager im Kunduz verübt. Drei Tage vor seiner Ermordung hatte Amanullah Aman im Gespräch mit der F.A.Z. seine Besorgnis über die angespannte Sicherheitslage durchblicken lassen.

Wie die örtliche Polizei angab, überraschten zwei Männer auf einem Mottorad Amanullah Aman auf dem Weg zur Arbeit im Zentrum der Provinzhauptstadt. Sie schossen auf den Wahlleiter. Er erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Für eine zwischenzeitlich erwogene Verlegung ins Sanitätszentrum im Feldlager der Bundeswehr war es dann zu spät. Die Taliban zeigten sich für den Angriff verantwortlich.

Drei Tage vor seiner Ermordung hatte Aman die schlechte Sicherheitslage in Kunduz angesprochen. „Wenn die Situation so bleibt, haben wir große Befürchtungen hinsichtlich der Wahlen“, meinte der Leiter der örtlichen Wahlbehörde. Dabei hatte er vor allem seine Sorge über den Einfluss von Milizen ausgedrückt, die den Wahlprozess behindern könnten. Von ihnen drohe derzeit eine größere Gefahr als von den Taliban, meinte Aman. Allein im Distrikt Khanabad halten sich 6.000 bewaffnete Milizionäre verborgen, die von ehemaligen Mudschahedin-Kommandeuren geleitet werden.

Sie hätten in den vergangenen Wochen Wähler schikaniert, um die nötige Zahl an Unterschriften für ihnen nahestehende Kandidaten der Präsidenten- und Provinzratswahlen im April 2014 zusammenzubringen. Auch am Wahltag könnten sie mit Gewalt Druck ausüben, um diesen Kandidaten Stimmen zu sichern, hatte Aman erklärt. Die Milizen in Khanabad waren 2009 von amerikanischen Spezialkräften und der afghanischen Regierung für den Kampf gegen die Taliban mit Waffen ausgestattet worden. Inzwischen haben sie sich zu Verbrecherbanden entwickelt, die in Drogen- und Waffenschmuggel verwickelt sind.

Zugleich hatte Aman die Unterstützung der Bevölkerung für den Wahlprozess gewürdigt. So seien etwa 20 Stammesälteste auserkoren worden, die nach Pakistan fahren sollten, um mit den Taliban zu reden. Sie sollten den Taliban raten, den Wahlprozess nicht mit Gewalt zu boykottieren. Seit Ende Mai haben sich laut Aman in Kunduz knapp 60.000 Neuwähler, unter ihnen 15.000 Frauen, zur Wahl registrieren lassen. Das sind mehr Entschlossene als in den meisten anderen Provinzen.

Der bevorstehende Abzug der Bundeswehr aus Kunduz fällt Aman zufolge zu früh aus. „Die ISAF hätte die Wahlen abwarten und der neu gewählten Regierung sechs Monate Zeit geben sollen.“

Der Kommandeur des Regionalkommandos Nord, Generalmajor Jörg Vollmer, stufte Amans Ermordung als „Einzelfallereignis“ ein. „Ich glaube nicht, dass die Menschen sich davon abhalten lassen, wählen zu gehen.“ Die Wahl im April, bei der Präsident Hamid Karzai laut Verfassung nicht mehr antreten darf, gilt als entscheidende Weichenstellung für die weitere Entwicklung des Landes. Aman war der erste ranghohe Mitarbeiter der Wahlkommission, der seit Beginn der Wahlvorbereitungen im Mai umgebracht wurde.

Seine Ermordung gibt Anlass zu Befürchtungen, dass die Taliban die Wahlen erheblich behindern könnten. Zu den besonderen Gefahrenzonen gehören der Süden und Osten des Landes, wo die Aufständischen noch besonders viel Einfluss haben. Sollte die Wahlbeteiligung in diesen mehrheitlich von Paschtunen bewohnten Landesteilen weitaus verhaltener sein, als im von Minderheiten dominierten Norden, besteht das Risiko einer Spaltung.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, faz.net

Schlagwörter: Afghanistan, Wahlleiter, Attentat, Kunduz, Amanullah Aman, ISAF, Bundeswehr, Feldlager, Sicherheitslage, Wahl, Registrierung, Milizen, Khanabad, Wähler, Paschtunen, Wahlbeteiligung, Taliban, Hamid Karzai