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Bilanz 2008: Ein kriegerisches Jahr neigt sich dem Ende zu

Meldung vom 16.12.2008

Im Jahr 2008 gab es mit neun Krisenherden weltweit mehr Kriege und gewaltsame Auseinandersetzungen als 2007. Auch in Europa hielt der Krieg wieder Einzug – mit den Kämpfen zwischen Russland und Georgien.

Die Bilanz über die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Welt zog das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK) am Montag. In seinem „Conflict Barometer 2008“ dokumentiert das Institut neun Kriege in diesem Jahr, nach sechs im Vorjahr. Auch nach Europa kam der Krieg zurück: mit dem Konflikt zwischen Russland und Georgien. „Die Welt ist unfriedlicher geworden. Wir sind wieder auf dem Stand, den wir vor vier, fünf Jahren hatten, nachdem es im vergangenen Jahr fast sensationell friedlich war“, erklärte die Herausgeberin des Konfliktbarometers, Lotta Mayer.

Die Wahl von Barack Obama zum Präsidenten der USA erhöhe nach Mayers Prognose jedoch die Aussichten auf eine friedlichere Welt. „Er wird wohl insgesamt einen diplomatischeren Weg gehen als sein Vorgänger.“ Dennoch würden die Konflikte in der Welt noch lange Zeit von der Politik der USA unter George W. Bush geprägt sein, der nach Meinung des Instituts im Kampf gegen den Terrorismus zu häufig auf Gewalt gesetzt habe. „Das kann man nicht einfach aus der Welt schaffen“, meint Mayer.

Zu den Kriegen wird auch die Militäraktion der türkischen Armee gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK gezählt. Bei dem einwöchigen Kampf im Februar im Nordirak kamen 240 PKK-Anhänger ums Leben. Kriege sehen die Wissenschaftler außerdem in Somalia, in der afrikanischen Krisenregion Darfur (Sudan), im Tschad, in Pakistan, Sri Lanka, Afghanistan und im Irak.

Die Zahl der „begrenzten Kriege“ erhöhte sich von 26 auf 30. Konflikte dieser Kategorie zeichnen sich durch organisierte und wiederholte Gewalt über eine längere Dauer aus – was den Laien die Unterscheidung zum Krieg erschwert. Neben dem Fünf-Tage-Krieg zwischen Russland und Georgien Anfang August im Südkaukasus fanden noch zwei „begrenzte Kriege“ um die abtrünnigen Gebiete Abchasien und Südossetien statt. Ein weiterer „begrenzter Krieg“ wird in Europa nach Einschätzung der Forscher in Inguschetien ausgefochten. In der Nachbarrepublik Tschetscheniens setzen Islamisten Gewalt ein, um einen Gottesstaat durchzusetzen.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Der Tagesspiegel“, tagesspiegel.de