Unser Service für Sie


 [ » Newsletter ]

[ » zum Kontakt-Formular ]

[ » Material bestellen ]

[ » Geschenke bestellen ]



Videos aus unseren Projekten finden Sie auf unserem Youtube-Kanal.
[ » Gebende Hände – Youtube-Kanal ]


Wenn Sie Kunde von Amazon sind, können Sie Gebende Hände bei jedem Einkauf unterstützen – jedes Mal mit 0,5% des Kaufpreises. [ » Ja, das will ich.]


Afghanistan: 150.000 Polizisten seit zwei Monaten ohne Lohn

Meldung vom 14.01.2014

Sie sind täglich im Visier der Taliban: Jede Woche werden in Afghanistan rund 80 Polizisten ermordet. Auf ihre Gehälter müssen die Sicherheitskräfte aber derzeit lange warten.

Mehr als 150.000 Polizisten haben im Dezember 2013 keine Gehälter ausgezahlt bekommen. In sechs der 34 Provinzen wurden auch die Novembergehälter vorenthalten. Das gab nun auch Innenminister Umar Daudzai zu. Nach Angaben des Finanzministers wurden die Gelder zurückgehalten, weil das Innenministerium nicht in der Lage war, fristgerecht die notwendigen Dokumente für die Überweisungen fertig zu stellen. Diese würden in den kommenden Tagen nachgeholt.

Der Fall deutet darauf hin, wie leicht die noch immer leistungsschwache Verwaltung des Landes den Sicherheitsapparat gefährden kann. Pünktliche und höhere Bezahlung ist eines der wichtigsten Fundamente für den Aufbau der Sicherheitskräfte. Kann man sich auf sie nicht verlassen, besteht das Risiko, dass die Polizisten noch eher als sonst zu Korruption und Plünderungen verführt werden. Dies betrifft insbesondere die sogenannte Lokalpolizei, die sich zum Teil aus ehemaligen Milizen zusammensetzt.

Die verspäteten Zahlungen dürften zudem die Moral der Polizeikräfte weiter unterhöhlen. Afghanische Polizisten beschweren sich regelmäßig über die mangelnde Fürsorge ihres Dienstherren. Viele Polizisten verweigern ihren Dienst, wenn sie in gefährliche Teile des Landes eingesetzt werden; sie sind regelmäßig Ziel von Talibanangriffen – während der vergangenen Kampfsaison wurden wöchentlich im Durchschnitt 80 Polizisten ermordet.

Die Mittel für die Gehälter der Polizisten werden nach wie vor von den Vereinigten Staaten und anderen Geberländern wie Deutschland finanziert. Sie werden von den Vereinten Nationen koordiniert und fließen von dort aus in den afghanischen Haushalt. Deshalb gehen nach Angaben der New York Times unter den Polizisten Gerüchte um, Amerika habe die Gelder auf Eis gelegt, um Präsident Hamid Karzai dazu zu zwingen, ein Sicherheitsabkommen mit Washington zu unterschreiben. Die Regierung hatte solche Gerüchte zuletzt verbreitet, als sie offenbarte, die Streitkräfte könnten nicht mehr mit genügend Treibstoff versorgt werden, weil Washington Lieferungen gestoppt habe, um Druck auszuüben.

Das Innenministerium begründete die verspätete Einreichung der nötigen Dokumente mit einer Veränderung der Fristenregelung, die allerdings bereits ein Jahr zurückliegt. Innenminister Daudzai gab an, die verantwortlichen Beamten seien gefeuert worden. „Das wird nicht mehr vorkommen“, versicherte er.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, faz.net

Schlagwörter: Afghanistan, Polizisten, Lohn, Gehalt, Sicherheit, Verwaltung, Bürokratie, Sicherheitsapparat, Bezahlung, Arbeit, Taliban, Opfer, Geberländer, USA, Deutschland, Haushalt, Budget, Innenministerium, Innenminister, Sicherheitsabkommen, Streitkräfte, Umar Daudzai