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Südsudan: Das Grauen vor der nahenden Regenzeit

Meldung vom 27.02.2014

Der junge Staat Südsudan steckt mitten in einem zähen Bürgerkrieg zwischen Regierung und Rebellen, der noch lange dauern kann. Trotzdem versuchen die Bewohner der Hauptstadt, nicht völlig zu verzagen. Die nahende Regenzeit könnte das Grauen verschlimmern.

Vor dem Hauptquartier der südsudanesischen Regierungsarmee SPLA in Juba hat sich ein Panzer positioniert. Demonstrativ. Er verbreitet den Eindruck von Macht und Schlagkraft. Doch dieser Eindruck von Disziplin hält nur wenige Meter vor. Denn direkt nebenan lümmeln sich die Soldaten in der Mittagssonne in ihren Stühlen. Sie befinden sich im Halbschlaf.

Dennoch sollte der Anblick nicht täuschen. Diese Soldaten flößen trotz mangelnder Disziplin und Haltung Respekt ein – und zwar durch ihre Unberechenbarkeit. Die militärischen Drohungen sind ununterbrochen präsent in diesen Tagen. Armeesprecher Philip Agwer brüstet sich mit der ungebrochenen Kampfbereitschaft der Truppe: „Wir werden niemandem erlauben, uns anzugreifen und wir falten die Hände. Die Armee wird sich weiterhin selber verteidigen. Und zwar solange, bis entweder der Waffenstillstand für beendet erklärt wird oder es eine politische Lösung gibt.“

Niemand ist sich darüber im Klaren, ob die SPLA sich tatsächlich nur verteidigt oder auch selber Rebellen attackiert. Seit Ende Januar 2014 gilt ein Waffenstillstand. Es wird aber weiter Gewalt ausgeübt und beide Konfliktseiten machen sich gegenseitig dafür verantwortlich, immer wieder neu anzugreifen. Die Regierung nennt das Ganze weiter einen Putschversuch, die Oppositionellen befinden sich hinter Gittern oder im Ausland. Die Positionen der Konfliktparteien sind weit entfernt voneinander – eine politische Lösung ist nicht in Sicht.

Inmitten der Gewalt, der Massaker und des Elends droht nun die Regenzeit hereinzubrechen. Sie wird die Kämpfe und das Flüchtlingselend noch verschlimmern. „Es hängt davon ab, wann uns die Regenzeit trifft. Wenn sie uns mitten im Konflikt trifft, bedeutet das, dass der Konflikt bis ins nächste Jahr geht“, sagt der Armeesprecher. Die Regenzeit im Südsudan startet im April und währt ein halbes Jahr. Beide Seiten könnten sie gebrauchen, um gegen Ende der Periode verstärkt in die Offensive zu gehen.

Die Regenzeit zieht aber nicht nur eine Verlängerung des Krieges nach sich. Wenn bis zu ihrem Beginn keine politische Lösung getroffen wird, wird sich das Leid der Menschen extrem verschlimmern. Noch herrscht Trockenzeit im Südsudan. Die Temperaturen klettern bis auf 40 Grad Celsius und mehr. Mona zählt zu den rund 700.000 Binnenflüchtlingen in Südsudan. Sie wartet in einem Flüchtlingslager in Juba in der Sonne und hofft auf ein Lebensmittelpaket westlicher Hilfsorganisationen. Mona gehört zu den Glücklicheren in diesem Krieg. Sie hat in einem Lager in der Hauptstadt Juba Unterschlupf gefunden. Wenn sie heute kein Paket zugeteilt bekommt, dann wahrscheinlich morgen.

Im Rest des Landes verrinnt den Hilfsorganisationen die Zeit. In der Regenzeit sind 60 Prozent der Wege Südsudans unpassierbar. Die Flüchtlinge sind dann abgeschnitten von Hilfsgüterlieferungen. Bis dahin müssen Hilfsgüter im ganzen Land in die Lager geschafft worden sein. Das sei fast nicht zu bewältigen, meint Challiss McDonough vom Welternährungsprogramm: „Wir gehen davon aus, dass es Gebiete geben wird, in denen wir nicht genügend Essen vor der Regenzeit einlagern können. Deswegen benutzen wir schon jetzt auch den Luftweg, um Nahrungsmittel zu transportieren. Das ist eigentlich unsere absolute Notlösung, weil es sehr teuer ist. Frieden – oder zumindest Kampfpausen – wären wichtig, damit wir uns um die Menschen kümmern können.“

Außerdem müssen die Helfer geplünderte Lagerbestände erst einmal wieder auffüllen. 3.700 Tonnen Lebensmittel wurden im ganzen Land dem Welternährungsprogramm entwendet. Genug, um 220.000 Menschen einen Monat lang zu versorgen. Mehr als drei Millionen Menschen sind in Südsudan auf Lebensmittelhilfen angewiesen. Und viele davon sind auf der Flucht im Land völlig auf sich gestellt.

Die Zustände, in denen die Flüchtlinge leben, sind alarmierend: „Wir konnten für die Menschen in den UN-Lagern Hilfsmaßnahmen einrichten. Deshalb geht es jetzt vor allem darum, vom Konflikt Betroffene in den Gebieten zu erreichen, in die wir bislang noch nicht gekommen sind. In Lake State und Awerial gibt es rund 85.000 Menschen, die schlicht unter Bäumen schlafen“, berichtet McDonough.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Deutschlandradio“, dradio.de

Schlagwörter: Südsudan, Regenzeit, Krieg, Regierung, Rebellen, Opposition, Oppositionelle, Flüchtlinge, Flüchtlingslager, Ernährung, Nahrungsmittel, Hilfsgüter, Hilfsgüterlieferung, Juba, Lager, Lagerbestände, UN, Waffenstillstand, Waffenruhe, Salva Kiir, Riek Machar