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Somalia: Al-Schabaab bringt fast landesweit das Internet zum Erliegen

Meldung vom 27.02.2014

Osman Ali unterhält einen Elektronikladen in der somalischen Hauptstadt Mogadischu. Doch die Geschäfte sind stark eingebrochen, seitdem die Al-Schabaab das größte Telekommunikationsunternehmen im Lande genötigt haben, das mobile Internet zu sperren. „Ich verstehe nicht, warum die Regierung nichts in dieser Sache unternimmt“, klagt er.

Bereits im Januar 2014 hatte die islamistische Al-Schabaab-Miliz den lokalen Konzern Hormuud Telecom unter Druck gesetzt, den Zugang zum mobilen Internet zu blockieren. Zur Begründung wurde angeführt, die Technologie werde vom Westen genutzt, um Muslime auszuspionieren. Nach Erkenntnissen des Dateninformationsportals Internet World Stats sind mehr als 125.000 der zehn Millionen Somalier online. Zehntausende verwenden den Mobiltelefonservice von Hormuud. Sie alle verfügen seit dem 6. Februar über kein Netz mehr. Nur die Festanschlüsse sind noch aktiv.

Wie der Bürgermeister von Mogadischu, Mohamed Nur Tarzan, gegenüber Journalisten mitteilte, wurden die Hormuud-Mitarbeiter mit vorgehaltener Waffe genötigt, ihren Service einzustellen. Der Internetanbieter, der nach eigenen Angaben in Süd- und Zentralsomalia den Markt dominiert, hat nicht offiziell zu dem Verbot Stellung bezogen. Ein Firmenvertreter sagte unter Wahrung seiner Anonymität, dass das Unternehmen keinen anderen Ausweg wusste, als dem Befehl Folge zu leisten. „Ich glaube nicht, dass wir eine andere Wahl hatten, können wir uns als Unternehmen wohl kaum der bewaffneten Gruppe widersetzen. Wir haben versucht, die Al-Schabaab davon zu überzeugen, dass wir mit unserem Angebot keinen Schaden anrichten. Doch die Bemühungen waren vergeblich.“

Hormuud musste seinen Service nicht nur in den von der Al-Schabaab kontrollierten Gebieten auf Eis legen. Auch in der Mitte des Landes und in Mogadischu sind Mobiltelefonkunden vom Internet abgeschnitten. Lediglich die nordöstlichen Regionen von Puntland und die nordwestliche Provinz Somaliland blieben verschont, weil dort andere Mobiltelefonbetreiber arbeiten.

Nach Bekanntwerden des Al-Schabaab-Ultimatums hatte der Sicherheitsminister Abdikarim Hussein Guled die Firma Hormuud gebeten, sich dem Verbot zu widersetzen. Doch wurde die Regierung daraufhin kritisiert, die lokalen Unternehmen nicht zu schützen. Sie benötigten nun militärischen Schutz, um ihre Dienstleistungen weiterhin anbieten zu können.

In einer Al-Schabaab-Mitteilung wurde das Verbot damit rechtfertigt, dass das mobile Internet „dem Feind“ ermöglicht, Dschihadisten zu lokalisieren und umzubringen. Experten wie Mohamed Yusuf führen die neue Strategie der Al-Schabaab auf die Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden zurück, der als Mitarbeiter einer NSA-Beratungsfirma die Machenschaften des US-Geheimdienstes entblößt hatte.

Doch der Student Mustaf Jama ist auf das mobile Internet angewiesen, um regelmäßig die Informationen abzurufen, die er für sein Studium braucht. Nun bleibt ihm nicht anderes übrig, als ein öffentliches Internet-Cafe aufzusuchen. „Es war schon recht bequem, über das mobile Internet Fakten zu checken und Informationen herunterzuladen. Nun werden wir um 25 Jahre zurückgeworfen.“




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: afrika.info

Schlagwörter: Somalia, Internet, Al-Schabaab, Al-Shabab, Islamisten, Telekommunikation, mobil, online, Handys, Festnetz, Netz, Hormuud, Mogadischu, Mobiltelefon, Edward Snowden, Dschihadisten, Ausspähung, Blockade, gesperrt, gekappt, Schutz, Whistleblower, Geheimdienst, Presse, Pressefreiheit, Abdikarim Hussein Guled, Informationen