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Südsudan: UN machtlos – Endstation Flüchtlingslager

Meldung vom 28.02.2014

Tausende Menschen im Südsudan haben vor der Gewalt des Bürgerkriegs in Flüchtlingslagern Schutz gesucht. Die Menschen bemühen sich, dort zu überleben und in irgendeiner Form einen Alltag zu schaffen. Manche üben ihren Beruf im Flüchtlingslager weiter aus, wie die Schneiderin Stella Bodus.

Ein Kunde bringt seine zu weiten Hosen. Das ist kein Problem für Stella Bodus, in ihrer Schneiderei werden sie enger genäht. „Wenn die Kunden ihre Kleider zu mir bringen, sind sie mal zu groß und mal zu klein. Vielleicht bekommen sie sie vom Markt, wenn ihre Frauen dahin gehen. Denn nur die können hier raus. Und dann kann es sein, dass sie zu große oder zu kleine Kleider kaufen und ich passe sie dann an“, erklärt Stella.

Die Schneiderei befindet sich nicht in den Geschäftsvierteln von Juba, sondern in einem Lager für Binnenflüchtlinge in Südsudans Hauptstadt. Stella Bodus ist mit ihrem Mann Stephen Boang vor den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen hierher entkommen. Jetzt wohnen sie in einem selbstgebauten Zelt, auf engstem Raum, so wie 15.000 andere Menschen. Die Männer wagen sich nicht mehr aus dem Camp. Doch auch für die Frauen ist das ein großes Risiko, erzählt Stephen Boang:

Wenn sie mit den Kleinbussen fahren, kommt es vor, dass die Passagiere einfach zu den Kasernen transportiert werden. Dort werden die Frauen vergewaltigt und den ganzen Tag festgehalten. Wenn sie wieder freigelassen werden, nimmt man ihnen vorher das Geld ab, das wir ihnen gegeben haben oder die Lebensmittel, die sie gekauft haben weg. Männer werden getötet, Frauen vergewaltigt. Darum haben wir Angst rauszugehen.“

Stella Bodus ist deshalb erleichtert, dass es ihr gelungen ist, ihre Nähmaschine mit ins Lager zu bringen und dass sie so ihren Lebensunterhalt in dessen Schutz verdienen kann. „Wie sollen wir denn hier überleben? Wir haben keine Unterstützung. Darum haben wir nach Mitteln und Wegen gesucht, die Nähmaschine hierher zu bringen. Damit wir hier drinnen überleben können. Es bringen tatsächlich sehr viele ihre Kleider zu uns“, meint sie.

Die Vereinten Nationen bieten nur bedingt Schutz in dieser Situation. Sie sind humanitär, politisch und militärisch nur eingeschränkt schlagkräftig: Die UNMISS genannte Blauhelmmission im Land hat kein Mandat, gegen Rebellen oder Regierungssoldaten zu kämpfen. Sie soll die Sicherheitsorgane stärken, Menschenrechte überwachen und Flüchtlingen Obhut gewähren.

Über mögliche Kampfhandlungen von UN-Soldaten möchte UNMISS-Sprecherin Ariane Quentier aber nicht reden: „UNMISS ist unparteiisch. Unparteiisch, in dem Sinn, dass wir keine Seite in dem Konflikt unterstützen. Unparteiisch in der Unterstützung aller Flüchtlingen, egal wo sie herkommen, wer sie sind oder welchen politischen oder religiösen Hintergrund sie haben.“

Während die Vereinten Nationen mit sich selber und dem verzweifelten Versuch beschäftigt sind, der Zivilbevölkerung zu helfen, eskalieren politische und ethnische Kämpfe der südsudanesischen Konfliktparteien. Die Verhandlungen führen zu keiner Lösung.

In Juba haben die Flüchtlingslager längst das Ausmaß von Städten in der Stadt. Entlang der Fußwege durch die Lager haben sich viele Geschäfte niedergelassen. Außerdem findet man dort Krankenhäuser, Wasserstellen und hunderte Sanitäranlagen. Täglich wandeln sich diese Einrichtungen. Sie werden ausgebaut, erneuert und befestigt. Ein Signal, dass sich UN und Flüchtlinge darauf einstellen, die Lager längere Zeit aufrecht zu erhalten. Auch Kong Tjol unterhält einen Laden. Bei ihm kann man Mehl und Nudeln besorgen: „Es ist nicht Zeit, zurückzugehen. Selbst jetzt mit dem Waffenstillstand. Es gibt zu viele Menschen da draußen, die sich weigern den Waffenstillstand einzuhalten“, sagt er.

An einer anderen Stelle bieten zwei Jugendliche Kaugummis und Getränke zum Verkauf an. Sie haben ihren Stand am Rand des Weges auf Pappkartons errichtet. Ein roter Regenschirm spendet Schatten. Darauf ist zu lesen „Wählt Salva Kiir“. Dabei hat der Machtkampf zwischen Südsudans Präsident Kiir und seinem politischen Gegner Riek Machar sie gerade erst in dieses Lager gezwungen.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Deutschlandradio“, dradio.de

Schlagwörter: Südsudan, UN, Flüchtlingslager, Gewalt, Mandat, Rebellen, Regierung, Regierungssoldaten, ethnische Unruhen, Camp, UNMISS, unparteiisch, Krankenhäuser, Waffenstillstand, Waffenruhe, Zivilbevölkerung, Schutz, Juba, Salva Kiir, Riek Machar