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Mexiko: Getötet, verstümmelt, weggeworfen – Gewalt gegen Frauen

Meldung vom 10.03.2014

Frauen in Mexiko sind vielfacher Gewalt ausgesetzt. Zehntausende Morde werden verzeichnet. Vergewaltigungen und tägliche Brutalität prägen den Alltag der Frauen in Mexiko. Die Täter kommen fast nie vor Gericht. Die Juristin Imelda Marrufo fügt hinzu: Der Menschenhandel der Mafia-Kartelle verschlechtert die Lage der Frauen um ein Weiteres.

Esperanza Chaparro Sáenz kam nie zu Hause an, sie wurde auf dem Heimweg wohl verschleppt. Wie jeden Sonntag arbeitete die 19-jährige auch am 26. Januar als Aushilfe in einem Kurzwarengeschäft, damit sie studieren kann. Am Busbahnhof der nordmexikanischen Stadt Chihuahua wurde sie kurz nach Einbruch der Dunkelheit das letzte Mal gesehen, danach galt sie als vermisst.

Genau fünf Wochen später entdeckt ein Passant Chaparros Leiche auf einem Feld, verdeckt von Gestrüpp. Die junge Frau hat immer noch die gleiche Kleidung an wie am Tag ihres Verschwindens. Ihre Hände sind in Fesseln. Der Leichnam ist schon stark verwest, weshalb die Todesursache nur schwer zu bestimmen ist. Die Sonderstaatsanwaltschaft für geschlechtsspezifische Verbrechen kümmert sich um den Fall.

Ungefähr zu der Zeit, in der Esperanzas Leiche geborgen wird, sitzt Imelda Marrufo 1.500 Kilometer südlich von Chihuahua in einem Café in Mexiko-Stadt und vergisst den Milchkaffee, der vor ihr steht. Fälle wie dieser empört sie, weil sie immer wieder in Mexiko vorkommen, besonders in Chihuahua, diesem riesigen Bundesstaat im Norden des Landes.

In der Millionenstadt Ciudad Juárez wurden seit Mitte der neunziger Jahre Hunderte junge Mädchen und Frauen umgebracht. Oft hinterließen die Mörder nur ihre verstümmelten Leichen, weggeworfen wie Abfall. In Mexiko hat sich für diese Art der Frauenmorde schon vor vielen Jahren ein eigener Begriff etabliert: „Feminicidios“. Dieses Verbrechen ist in 16 der 32 Bundesstaaten als Straftatbestand aufgenommen. Imelda Marrufo, die gelernte Rechtsanwältin, verbucht das als Erfolg.

Wenn man mit ihr über Frauenmorde spricht, ist Marrufo nicht mehr zu bremsen. „Mehr als zwanzig Jahre schon leiden wir unter Gewalt gegen Frauen wie kein anderes Land in der Welt“, kritisiert sie. Einige Fortschritte wurden erzielt. Aber vieles hat sich auch zum Schlechteren entwickelt. „Es verschwinden mehr Frauen als früher, es werden mehr ermordet, und dabei nimmt der Grad der Gewalt deutlich zu“, meint Marrufo.

Frauen erleiden oft Gewalt im eigenen Heim: misshandelt, vergewaltigt und verstoßen von Ehemännern oder Vätern. Der deutlichste Zuwachs wird bei der Verschleppung und dem Verkauf von Frauen verzeichnet. Das Problem wächst, seitdem die organisierte Kriminalität den Menschenhandel in großem Stil betreibt. Junge Frauen werden verschleppt, um sie an Bordelle und Nachtclubs zu veräußern. Manchmal schaffen es die Opfer, physisch und psychisch verletzt, wieder zurückzukehren. Oft verschwinden diese Frauen für immer.

Jede dritte Frau in Mexiko wird Opfer von Gewalt. In einer Erhebung haben die Vereinten Nationen vor zwei Jahren das Thema Feminizide geprüft. So werden Fälle aufgelistet, in denen Frauen wegen ihres Geschlechtes ermordet werden. Demnach wurden zwischen 1985 und 2010 in Mexiko 36.606 Morde an Frauen gemeldet. 2010 musste man sechs Fälle pro Tag beklagen.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Spiegel Online“, spiegel.de

Schlagwörter: Mexiko, Frauen, Frauenrechte, Internationaler Frauentag, Morde, Verschleppung, Menschenhandel, Feminizide, Chihuahua, Gewalt, Leichen, Mafia, Kartelle, Frauenmorde