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Somalia: AMISOM holt zum letzten Schlag gegen die al-Schabaab-Miliz aus

Meldung vom 11.03.2014

In Somalia plant die Regierung einen neuen Militärschlag gegen die islamistische Rebellenorganisation al-Schabaab. Die Aussichten für einen militärischen Erfolg sind gut. Doch Experten zufolge wird die Zivilbevölkerung in den Gebieten, die von den Extremisten beherrscht werden, schwer unter den Kämpfen zu leiden haben.

Am 21. Februar hatte die al-Schabaab einen skandalösen Anschlag auf den Präsidentenpalast in der somalischen Hauptstadt Mogadischu durchgeführt. Dabei wurden zwölf Menschen getötet, darunter neun Mitglieder der al-Shabaab. Kurz danach teilten die Regierung und die Somalia-Mission der Afrikanischen Union (AMISOM) mit, dass man alle Kräfte formiere, um einen neuen militärischen Schlag gegen die Kämpfer durchzuführen.

Wie der somalische Militärkommandant Ise Guled am 24. Februar 2014 mitteilte, sind die Vorbereitungen für den „finalen Schlag“ gegen die radikalen Kämpfer in Kürze beendet. „Wir werden gemeinsam mit unseren Verbündeten gegen diese Plage vorgehen, um sie ein für alle Mal loszuwerden“, versprach er, ohne einen konkreten Termin für den Start der Attacke festzulegen.

Yusuf Alay, ein Politikexperte aus Mogadischu, ist in Sorge, dass die Gewalt gegen Menschen, die in dem Einzugsgebiet der al-Schabaab leben, in dem Ausmaß steigen wird, wie der militärische Druck auf die Islamisten wächst. Die al-Schabaab konnte zwar aus einem Großteil des Südens und Zentrums Somalias verdrängt werden. Doch noch immer besetzt sie einige Gebiete, in denen auch die islamische Rechtsprechung Scharia angewandt wird. Hier rekrutiert die Miliz auch ihre Kämpfer.

Alay rechnet damit, dass die Gruppe das Ausgangsverbot in ihren Gebieten ausweiten und die Benutzung von Smartphones untersagen wird. Sie hat bereits das größte Telekom-Unternehmen des Landes dazu genötigt, seinen mobilen Internet-Service zu sperren.

„Dort, wo sich die radikale Gruppe aufhält, verfährt sie nach besonders strikten Regeln der Scharia, was für die von ihr beherrschten Menschen bedeutet, dass sie die schlimmsten Strafen erleiden müssen. Darüber hinaus presst sie der ohnehin armen Landbevölkerung hohe Steuern ab, um sich zu finanzieren, nachdem sie wichtige Häfen im Süden hatte aufgeben müssen“, bezeugt Alay.

Nicht nur, dass die Menschen unter Druck gesetzt werden, wenn sich die al-Schabaab den anrückenden Truppen entgegenstellt. Langfristig sei es für die Einwohner von Schabaabistan (von der al-Schabaab beherrschtes Gebiet) von Vorteil, aus dem Griff der Extremisten befreit zu werden.

„Wir wissen, dass die somalische Regierung und die AMISOM darin übereinstimmen, dass die al-Schabaab im Interesse des Wiederaufbaus zerschlagen werden muss“, sagt Mohamed Muse, ein Militäranalyst in Mogadischu. „Es ist also nur eine Frage der Zeit, wann sich der Schritt vollziehen wird.“

Im Januar hatte der UN-Sicherheitsrat die Vergrößerung der 17.500 Soldaten zählenden AMISOM um 4.300 äthiopische Soldaten beschlossen. Während äthiopische Truppen ins Zentrum und in den Süden Somalias vorrücken, mussten al-Schabaab-Kämpfer ihre Hochburgen in El Bur, Hudur and Barawe verlassen. Die beiden Städte Hagar im Südsudan und Gandershe südlich von Mogadischu konnten kürzlich durch einen Überraschungsangriff somalischer Regierungssoldaten und AMISOM-Truppen in Besitz genommen werden.

Experten zufolge verlagern die Islamisten angesichts der Gefahr, militärisch geschlagen zu werden, ihre Strategie auf einen „asymmetrischen Kampf“. Das bedeute, dass sie sich auf eine Überlebens-, Unterwanderungs- und Überraschungsstrategie einstellen.

Auch Muse ist dieser Ansicht: „Wir erwarten kurzfristig subversive Aktivitäten, auch für den realistischen Fall eines militärischen Sieges über die Gruppe. Meiner Meinung nach stehen die Chancen gut, die al-Schabaab aus der Region zu entfernen.“




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: afrika.info

Schlagwörter: Somalia, al-Schabaab, al-Schabaab-Miliz, al-Shabab, AMISOM, Truppen, Schlag, Militär, Militäroperation, Zivilisten, El Bur, Hudur, Barawe, Terror, Scharia, Kämpfer, Steuern, Anschlag, Mogadischu, Afrikanische Union