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Nicaragua/Venezuela: Chávez verteilt Gelder trotz Finanzkrise

Meldung vom 13.01.2009

Schenkt man den Worten von Hugo Chávez Glauben, so hat die Wirtschaftskrise einen großen Bogen um Venezuela geschlagen. „Auch wenn die Ölpreise auf null sinken, wird die Revolution überleben. Venezuela hat genügend Ressourcen, um der Krise zu trotzen, die im Übrigen eine Krise des Kapitalismus ist, und nicht des Sozialismus“, behauptete der Staatschef noch vor wenigen Wochen siegesgewiss. Doch die Realität stellt sich anders dar und betrifft auch Venezuelas Nachbarländer wie Nicaragua, die Chávez großzügig unterstützt und damit auch dem Sozialismus verpflichtet.

Der Verfall des Ölpreises macht dem Karibikstaat zu schaffen, der 90 Prozent seiner Devisen und die Hälfte seines Haushalts aus dem Ölexport erwirtschaftet. Im Haushalt 2009 wurde mit einem Erdölpreis von 60 Dollar gerechnet – derzeit liegt er auf dem Weltmarkt bei der Hälfte.

Mehr als 35 Milliarden Dollar aus den Erträgen des Erdöls konnte Chávez in den vergangenen Jahren in seine revolutionären Fonds stecken. Entsprechend großzügig gab der venezolanische Präsident die Gelder aus: Straßen- und U-Bahnen wurden gebaut, Bildungsprogramme für die arme Bevölkerung durchgeführt, und Milliarden von Dollar in Form von subventioniertem Erdöl oder „Entwicklungshilfe“ gingen an die Bruderstaaten wie Kuba, Nicaragua und Bolivien.

So schnell, wie das Geld in die Kassen strömte, so schnell verteilte es Chávez wieder: für vier Milliarden Dollar erstand er Waffen aus Russland, 400 Millionen gab er für Entwicklungshilfe in Nicaragua aus, zwei Milliarden kosteten Verträge mit Kuba. Unsummen wurden zudem von schwarzen Löchern der Korruption verschluckt. Eine unabhängige Buchprüfung existiert in Venezuela nicht. Im letzten Jahr ist die Inflation auf über 30 Prozent gestiegen, weil unverhältnismäßig viel Geld im Umlauf war.

Doch der Rausch dürfte auf ein Ende zugehen. Fünf Milliarden Dollar sind nach offiziellen Angaben derzeit noch in Fonds angelegt, 42 Milliarden befinden sich auf der Zentralbank. Ein Teil der Rücklagen dürfte für den kommenden Wahlkampf bestimmt sein. Denn die große Schlacht steht Chávez im Februar bevor: Dann will er die Bevölkerung erneut darüber abstimmen lassen, ob er zur Wiederwahl antreten kann. Trotzdem sich bei den vergangenen Wahlen schon Gegenstimmen in der Bevölkerung erhoben haben, ist Chávez völlig überzeugt, „für zehn weitere Jahre unentbehrlich“ zu sein.

Noch bevor die Finanzkrise spürbar wird, wolle Chávez den Volksentscheid in die Wege leiten,
so erklärt die Opposition die Eile, mit der der Staatschef die Sache antreibt. Sein Wirtschaftsteam bastelt derweil im Stillen an Sparmaßnahmen. Das bekamen direkt die Ministerien zu spüren, die zu Einsparungen gezwungen wurden.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Der Standard“, derStandard.at