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Uganda: Weltmalariatag – Der Seuche den Kampf ansagen

Meldung vom 25.04.2014

„Maria“ sollte der Name des kleinen Mädchens lauten. Vincent Matabaaro (34) war voll beschäftigt mit den Vorbereitungen für die Taufe seiner Tochter, als sein Glück jäh unterbrochen wurde: Die Malaria schlug zu. Das erst drei Monate alte Baby aus Uganda erlag wenige Tage vor der Taufe den Symptomen der Krankheit. „Ich werde diesen Tag nie vergessen“, betont der Vater traurig. „Sie hatte schreckliche Fieberkrämpfe, und wir sind mit ihr zum Krankenhaus geeilt. Aber es war schon zu spät.“

An dem von der Anopheles-Mücke übertragenen Parasiten sterben in dem ostafrikanischen Land jedes Jahr zwischen 70.000 und 100.000 Menschen. Die meisten unter den Opfern sind Kinder unter fünf Jahren. Das Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Kampala gibt an, dass 98 Prozent aller Patienten an der äußerst gefährlichen Form Malaria tropica erkrankt sind, die durch den Erreger Plasmodium falciparum ausgelöst wird.

Am 25. April ist jährlich der Weltmalariatag. Die internatiole Gemeinschaft macht an diesem Tag auf das Malariaproblem aufmerksam. Grund zum Feiern gibt es bisher nicht: Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge kommen auch heute noch alljährlich 200 Millionen Fälle von Malaria vor – 80 Prozent davon tauchen in Afrika südlich der Sahara auf. Uganda hat am meisten unter der Krankheit zu leiden, aber in den vergangenen Jahren wurden dank massiver Investitionen in die Malaria-Prophylaxe auch Fortschritte erzielt.

Die Gelder hat unter anderem auch der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria bereit gestellt. Aber auch die WHO und die amerikanische Malariainitiative des Präsidenten haben Gelder fließen lassen. Mithilfe des Nationalen Programms für Malaria-Kontrolle (NMCP) wurden in Uganda in den vergangenen neun Jahren Millionen von mit Insektizid behandelten Moskito-Netzen ausgegeben. Zudem wurden vor allem in stark betroffenen Regionen im Norden und im Süden Häuser und Hütten mit Insektiziden behandelt und Medikamente ausgehändigt.

„Malaria kommt in Uganda immer noch sehr häufig vor – allein im vergangenen Jahr mussten wir 16 Millionen Fälle behandeln“, bezeugt NMCP-Mitarbeiter Myers Lugemwa. „Aber die Situation ist lange nicht mehr so dramatisch wie früher.“ Mittlerweile verfügt 71 Prozent der Bevölkerung über ein Moskitonetz. Bis 2016 soll sich das nach den Plänen der Regierung auf 85 Prozent steigern. Zudem ließen die Behörden umsonst ein von der WHO empfohlenes Medikament zur Behandlung ausgeben.

„Aber die verbesserte Situation ist nicht nur mit dem Zugang zu Medikamenten zu erklären“, erklärt der Arzt Francis Mayanja von der Green Cottage Clinic, die 20 Kilometer von Kampala entfernt an einer Schnellstraße steht. „Die Lebensumstände der Bevölkerung haben sich stark verbessert, nicht nur was die allgemeine Wirtschaftslage betrifft, sondern auch bezüglich des Transportwesens.“ Bis vor wenigen Jahren hätten Kranke es nicht geschafft, noch rechtzeitig eine Klinik zu erreichen. Es mangelte an Geld und Infrastruktur. Das habe sich stark verbessert.

Täglich kommen 30 Patienten in Mayanjas Klinik, die Malaria-ähnliche Symptome vorweisen. „Aber nur noch 20 Prozent der untersuchten Blutproben zeigen tatsächlich Malaria-Parasiten – vor einigen Jahren waren es noch 40 Prozent“, stellt der Experte fest. Unterdessen unternimmt die Regierung viele Anstrengungen, die Seuche zu bekämpfen. Das nationale Programme NMCP umfasst die Maßnahme, dass schon bald 80 Prozent aller Ugander „regelmäßig mindestens eine Art der Malaria-Prophylaxe verwenden sollen“. Damit soll dem diesjährigen Motto des Weltmalariatages entsprochen werden: „In die Zukunft investieren – Malaria besiegen“.

Auch Gebende Hände beteiligt sich an dem Kampf gegen Malaria. Unsere Organisation verteilt kostenlos Moskito-Netze in betroffenen Ländern.



Weiterführende Informationen

 09.10.2013: Situationsbericht




Quelle: „Tiroler Tageszeitung“, www.tt.com

Schlagwörter: Uganda, Malaria, Weltmalariatag, Tod, Krankheit, Fieber, Fieberkrämpfe, Kinder, Kamapala, Gesundheit, Klinik, Malaria-Prophylaxe, Moskito-Netze, Insektizid, Nationales Programm für Malaria-Kontrolle, Anopheles-Mücke