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Afghanistan: Sprengstoffanschlag vor der deutschen Botschaft

 
Meldung vom 19.01.2009

Bei einem Selbstmordattentat vor der deutschen Botschaft in Kabul sind mindestens fünf Menschen getötet worden. Die deutsche Botschaft hat ihren Standort in dem Stadtteil Wasir Akbar Chan, der durchlässiger ist als die „Grüne Zone“ in Bagdad. Der Selbstmordattentäter sprengte sich auf der belebten Straße vor der deutschen Botschaft in Kabul in einem Kleinlaster in die Luft. Bei der gewaltigen Detonation kamen mindestens vier Afghanen sowie ein US-Soldat ums Leben.

Mehr als 20 Menschen wurden verwundet, darunter drei Botschaftsmitarbeiter. Es war der erste Selbstmordanschlag der Taliban in Kabul in diesem Jahr und es war auch der erste Anschlag in diesem Ausmaß, der sich augenscheinlich gegen Deutsche in Afghanistan richtete.

Die deutsche Botschaft liegt wie viele andere diplomatische Vertretungen im Viertel Wasir Akbar Chan. Der vornehme Stadtteil der afghanischen Hauptstadt ist nicht vollständig abgeriegelt. Doch mit zahlreichen Straßensperren und Checkpoints versuchen die afghanischen Sicherheitskräfte, den Passanten- und Autofluss zu kontrollieren.

Nach der Explosion zeigte sich vor dem Haupttor der deutschen Vertretung ein Bild der Zerstörung. Ein Müllwagen und zwei weitere Fahrzeuge gingen in Flammen auf, das Auto des Attentäters war ganz ausgebrannt. Mit Gewehren bewaffnete afghanische Sicherheitskräfte bemühten sich, Schaulustige zu vertreiben und den Einsatz der herbeirasenden Krankenwagen zu steuern.

Unter den Toten befand sich ein Kind. Sie wurden sofort abtransportiert. Die Verletzten brachte man teilweise auf offenen Kleinlastern zum nächsten Hospital. Drei Botschaftsmitarbeiter hatten ebenfalls Verletzungen erlitten, unter ihnen ein Deutscher. Durch die Explosion gingen zahlreiche Panzer-Fensterscheiben der Botschaft und der umliegenden Gebäude zu Bruch. Auf der Straßenseite gegenüber der Botschaft hat sich das UN-Büro hinter Sandsäcken und Stacheldraht verschanzt. Auch das Camp Eggers, der größte US-Militärstützpunkt in Kabul, befindet sich gegenüber der deutschen Botschaft.

Die Frage, wen der Attentäter treffen wollte, blieb offen: die Botschaft oder das Camp. Den Äußerungen des Taliban-Sprechers Sabihullah Mudschahed war zu entnehmen, dass Deutschland Ziel des Anschlags war. Der Selbstmordattentäter habe zwei Fahrzeuge der deutschen Botschaft im Visier gehabt, sagte Mudschahed.

Dass Deutschland derzeit verstärkt Angriffsziel des islamistischen Terrorismus werden könnte, wurde auch durch ein neues Drohvideo deutlich. In dem 30-minütigen Video des Terrornetzwerkes El Kaida wird ein deutsch sprechender Mann gezeigt, der sagt, die Deutschen wären „leichtgläubig und naiv“, wenn sie davon ausgingen, in Afghanistan als drittgrößter Truppensteller „ungeschoren“ davon zu kommen.

Das deutsche Botschaftsgelände wurde bisher verschont. Auf dem weitläufigen Gelände selbst arbeiten in einem schmucklosen Bürogebäude tagtäglich rund 60 Mitarbeiter unter Botschafter Werner Hans Lauk. Ein sorgsam gepflegter Rasen, viele Blumenkästen im Sommer und eine überdachte Veranda sollen für ein bisschen deutsche Atmosphäre in dem staubüberzogenen Kabul sorgen. Doch an die Gefahren wird tagtäglich erinnert: Eine Gedenktafel für die drei im Sommer 2007 bei einem Anschlag getöteten BKA-Beamten hängt an der Eingangstür des Bürokomplexes.

Lauk, der seit Mitte 2008 das Amt des Botschafters in Kabul innehat, lebt in seiner Residenz direkt neben den Büros. Seit einigen Monaten sind auch alle Mitarbeiter in einen eigens erbauten Apartementkomplex auf dem Botschaftsgelände umgezogen. Sie mussten ihre Häuser in der Stadt verlassen – das Sicherheitsrisiko galt als zu hoch.






Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Focus Online“, focus.de