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Uganda: Krokodile versetzen Fischer in Schrecken

Meldung vom 09.05.2014

Fischer in Uganda sind zunehmend mit einer neuen Gefahr konfrontiert: aggressive Krokodile. Sie sind klug, bewegen sich blitzschnell und sind auch für Menschen ungemein gefährlich. In Uganda sind die Gewässer voller riesiger Krokodile. Da die Gewässer überfischt sind, und die Krokodile so kaum mehr Nahrung bekommen, greifen sie seit Neuestem auch Menschen an. Die Behörden tun nichts dagegen.

Mit düsterem Blick schaut Karim Oneyi auf seine verstümmelte linke Hand. Er war mit seinem Fischerboot auf den Victoriasee in Uganda herausgefahren, als das Unheil sich ereignete: „Es geschah am 26. Januar 2006 kurz vor Sonnenuntergang, als ich gerade in der Nähe des Strandes angelte“, berichtet der heute 40-Jährige aus dem Ort Wairaka, 95 Kilometer östlich der Hauptstadt Kampala. „Plötzlich entdeckte ich ein seltsames Gebilde im Wasser, das wie Seegras aussah. Aber dann schnappte es sich meine Hand und zog mich in die Tiefe.“

Oneyi wurde von einem hungrigen Krokodil ins Wasser gezogen. „Ich konnte mich nicht aus seinem Maul befreien und kämpfte mit ihm“, berichtet der dünne Mann mit hartem Tonfall. Dann seien Helfer hinzugekommen, die das riesige Tier mit Stockhieben traktiert und schließlich vertrieben hätten. „Schließlich ließ es von mir ab, aber es ist schlimm, sich im Erwachsenenalter auf diese Weise eine Behinderung zuzuziehen.“ Wenige Jahre später wurde auch Oneyis Bruder von einem Krokodil attackiert.

Immer wieder berichten die Medien Horrorgeschichten über die ugandischen Riesen-Reptilien, so zuletzt, als es Tierschützern am 30. März gelang, ein 800-Kilogramm-Krokodil zu fangen. Es war dafür bekannt, zuvor schon mindestens sechs Menschen gefressen zu haben. Das größte jemals in Uganda gefundene Exemplar brachte 1.000 Kilogramm auf die Waage und soll nach Angaben der staatlichen Tierschutzbehörde UWA bis 2005 mindestens 83 Menschen gefressen haben.

Insgesamt konnten in den vergangenen zehn Jahren 79 Menschenfresser-Krokodile eingefangen und in Nationalparks wieder ausgesetzt werden. Viele schaffen es aber, auf allen möglichen Wegen wieder in ihre Heimatgewässer zu gelangen und dort erneut für Angst und Schrecken zu sorgen. Neben dem Lake Victoria tummeln sie sich auch im Albertsee, Kyogasee und im Weißen Nil. Nach UWA-Angaben kamen allein seit dem Jahr 2000 mehr als 340 Menschen bei Attacken der großen Reptilien ums Leben.

Jedoch gehen Experten davon aus, dass die Dunkelziffer noch viel größer ausfällt, da nicht alle tödlichen Attacken angezeigt werden. „Krokodile sind in Uganda ein sehr ernstes Problem“, bemerkt der für Problemtiere zuständige UWA-Direktor Peter Ogwang. Ihr Appetit auf Menschen steige, weil es keine Fische mehr in den Seen gibt: „Es gibt nicht mehr genug Fisch für die Tiere zu fressen, also greifen sie Menschen an.“

Viele Bürger kritisieren die Regierung, weil diese es versäumt habe, die Fische in den Seen besser zu schützen. „Selbst siebenjährige Kinder dürfen schon angeln gehen, um den Eltern zu helfen“, empört sich der 59-jährige Hamza Mugarya. Nach dem UN-Fischereibericht für Afrika aus dem Jahr 2012 ist Uganda trotz mittlerweile sinkender Tendenz noch immer mit Abstand der größte Lieferant von Süßwasserfisch auf dem Kontinent.

Wie viele Krokodile es in dem Land insgesamt gibt, darüber gibt es keine genauen Angaben. Jüngsten UWA-Zählungen zufolge wurden aber allein in einem kleinen Gebiet im Nordwesten des Albertsees mehr als 600 Exemplare verzeichnet. „Sie sammeln sich in Gebieten an, wo viele Fischer unterwegs sind und schlagen dann zu. Wenn ein Mensch getötet wurde, strömen andere Krokodile herbei, die sich ebenfalls an dem Körper zu schaffen machen.“ Da sich immer mehr Menschen rund um die Seen niederlassen, hätten die gefährlichen Tiere auch immer mehr Aussicht auf Beute.

Die Behörden bemühen sich derweil darum, die Bevölkerung zu mehr Vorsicht zu bewegen: „Wir raten den Leuten, nicht mehr schwimmen zu gehen und sich kein Wasser aus den Seen zu holen“, warnt UWA-Experte Charles Tumwesigye. „Wir erklären, dass sie zum Fischen größere Boote nehmen und uns sofort alarmieren sollen, wenn sie ein Krokodil sehen.“ Jedoch fehle es bislang an den finanziellen Mitteln, um die Tiere mit modernen Methoden einfangen und in anderen Regionen wieder auswildern zu können. „Derzeit machen wir das alles manuell, und viele unserer Mitarbeiter werden dabei verletzt“, fügte Tumwesigye hinzu.

Unter den Anwohnern, die täglich auf Fischfang gehen, um ihre Existenz zu bestreiten, geht weiter die Angst um. „Krokodile sind wahnsinnig schlau und schnell“, erklärt der Fischer Henry Nnyanzi. „Sie greifen an, bevor man sie sieht oder hört.“ Vor vier Jahren sei ein Freund ganz in der Nähe von einem der Killer-Krokodile in Stücke gerissen worden, schildert er. „Wir haben nur seine Beine beerdigen können, den Rest seines Körpers hatte das Krokodil verschlungen.“




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „RP Online“, rp-online.de

Schlagwörter: Uganda, Krokodile, Killer-Krokodile, Menschenfresser, Jagd, Fische, Fischfang, Natur, Umwelt, überfischt, Victoriasee, Albertsee, Kyogasee, Weißer Nil, Menschen, Beute, Reptilien, fangen, auswildern