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Somalia: Terror als letzter Ausweg – Al-Schabaab-Miliz verliert Rückhalt

Meldung vom 13.05.2014

Die islamistische Al-Schabaab-Miliz hat in ihrer Heimat Somalia viele ihrer Hochburgen an die AMISOM verloren und kann zudem nicht mehr auf den Rückhalt in der Bevölkerung bauen. Doch anstatt vor der Übermacht von Armee und Friedenstruppen zu kapitulieren, geht sie zu Einschüchterung und Terrorismus über – und schließt sich damit dem globalen Dschihad an.

Fast ein Jahrzehnt währt der Krieg in Somalia: Die Regierung und die Streitkräfte der Afrikanischen Union (AMISOM) drängen nun zusehends die radikalislamische Miliz Al-Schabaab zurück. An Aufgeben denkt die Gruppe aber überhaupt nicht. „Unsere Krieger werden den Feind bekämpfen, bis unser letztes Blut vergossen ist“, betont ein Mitglied gegenüber der Deutschen Presse-Agentur am Telefon.

Die Milizen, deren Name aus dem Arabischen schlicht mit „Die Jugend“ übersetzt werden kann, versetzten im vergangenen September die Welt mit ihrem Angriff auf ein Einkaufszentrum im kenianischen Nairobi in Schrecken. Dabei wurden fast 70 Menschen ermordet. 2009 und 2010 beherrschten sie große Teile Somalias und der Hauptstadt Mogadischu. Im Folgejahr aber mussten sie ihre Stellungen wegen einer Offensive der neuen Regierung aufgeben.

Die Al-Schabaab besteht schätzungsweise aus über 5.000 Kämpfern – sie sind mit mindestens 8.000 somalischen Soldaten und 24.000 Soldaten der Afrikanischen Union konfrontiert.Al-Schabaab wird spürbar schwächer“, erklärt der Kommandeur der somalischen Armee, Dahir Aden. Beim Rückzug in ländliche Gebiete arbeitet die Terrorgruppe neue Taktiken aus – wie jene, die Einwohner dazu zu zwingen, die von der Regierung zurückeroberten Städte zu räumen. „Wir haben den Anwohnern gesagt, sie sollen nicht unterm Feind leben“, teilt der Al-Schabaab-Kämpfer mit, der anonym bleiben möchte. Die Gruppe blockiert die Versorgungswege für die Orte und zerstört oder vergiftet Wasserlöcher, um Druck auszuüben. „Al-Schabaab will die Menschen als Schutzschild benutzen“, erklärt Kommandeur Aden.

Guure Ahmed zog weg aus seiner Heimat Bulabarde. Der vierfache Vater begab sich ins 40 Kilometer entfernte Halgan, das komplett unter der Herrschaft der Al-Schabaab steht. Das Leben im Ort sei einfach nicht mehr möglich gewesen, sagt er. Die Anwohner hätten Läden, Schulen und Moscheen geschlossen und ihr Heim verlassen. Sie hätten kein Vertrauen darauf, dass die Regierungstruppen für ihr Leben, ihre Sicherheit und ihr Auskommen garantieren können. In Halgan existieren sie jenseits der Regierungskontrolle. „Die Preise für Essen, Wasser und andere lebenswichtige Sachen steigen jeden Tag“, beklagt sich Ahmed.

Dabei erfreute sich die Miliz früher einmal großer Popularität. Al-Schabaab entstand als radikaler Seitenarm der Union Islamischer Gerichte, die 2006 gegen die somalische Übergangsregierung vorging, nachdem Somalia zuvor zwei Jahrzehnte lang unter dem Bürgerkrieg litt. Al-Schabaab wurde während der Militärintervention Äthiopiens gegen Islamisten in Südsomalia 2007 bis 2008 als nationalistische Bewegung respektiert, erklärt der Leiter des Heritage Institute for Policy Studies in Mogadischu, Abdi Aynte. Zudem hatte die Gruppe wachsenden Rückhalt, als sie in den von ihr kontrollierten Gegenden für Recht und Gesetz statt Chaos sorgte.

Doch die Miliz ist streng, untersagt alle Formen westlicher Kultur wie etwa Popmusik – seit diesem Jahr auch das Internet. Zudem wendet sie drakonische Strafen gemäß der Scharia an, dazu gehören das Handabhacken bei Dieben oder die Steinigung angeblicher Ehebrecherinnen. Aber sie griff auch den einheimischen Bauern unter die Arme, indem sie Lebensmittel-Importe stoppte und kleinere Entwicklungsprojekte wie das Anlegen von Bohrlöchern oder den Wiederaufbau von Brücken ins Leben rief, sagt Aynte. Ihr Image nahm Schaden, als sie 2011 während der großen Dürre westliche Lebensmittelhilfen ablehnte und Sufi-Schreine zerstörte.

Interne Spaltungen und die Machtübernahme besonders Radikaler haben die Gruppe weiter geschwächt. 2012 teilten sie mit, dass sie ein Bündnis mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida eingegangen sind. Dessen grausame Praktiken – wie die Enthauptung von Christen oder die Hinrichtung von Rivalen – stoßen gemäßigtere somalische Islamisten ab. Ärger kommt auch darüber auf, dass die Miliz Steuern in Form von Geld oder Vieh von Clans und Firmen erhebt.

Während Al-Schabaab im Kampf gegen die Regierung Niederlagen verzeichnet, verlegt sie sich zunehmend auf Terror-Taktiken wie Selbstmordanschläge, Autobomben und gezielte Tötungen. Nach Meinung von Experten definiert sich die Gruppe zunehmend als dschihadistische Bewegung mit globaler Mission. Auch der Analyst Mohammed Scheich Mohammed sagt voraus: „Al-Schabaab ist weit davon entfernt, besiegt zu sein. Sie wird weiter ihre Taktik ändern und ihre Angriffe auf die Nachbarländer ausweiten.“




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „n-tv“, n-tv.de

Schlagwörter: Somalia, Al-Schabaab, Al-Schabaab-Miliz, Al-Shabab, Kämpfer, Soldaten, AMISOM, Terrorismus, Strategie, Rückzug, Rückhalt, Terror, Anschläge, Afrikanische Union, Steuern, Scharia, Strafen, Dschihad, Al-Kaida, Mission, Autobomben, Selbstmordattentate, menschliche Schutzschilde