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Uganda: Rebellen stecken überfüllte Kirche in Brand

Meldung vom 20.01.2009

Rebellen der ugandischen Widerstandsarmee des Herrn (LRA) haben nach ugandischen Medienberichten am Wochenende im Nordostkongo eine überfüllte Kirche in Brand gesteckt, während ein Gottesdienst abgehalten wurde.

Bisher liegt keine Meldung darüber vor, wie viele Menschen genau in den Flammen ums Leben kamen. Während des LRA-Angriffs an einem späten Samstagabend befanden sich hunderte Menschen in der Kirche, hieß es unter Berufung von Angaben eines kongolesischen Radiosenders. Die Rebellen hätten außerdem mehrere Farmen überfallen und die Bewohner mit Knüppeln und Äxten brutal niedergemetzelt.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) macht darauf aufmerksam, dass die LRA seit einem Massaker am Weihnachtstag schätzungsweise mehr als 600 Menschen getötet und etwa 160 Kinder verschleppt habe.

LRA-Führer Joseph Kony hält sich auch weiterhin mit seinen Anhängern im nordostkongolesischen Urwald versteckt. Von dort aus fallen sie nicht nur über Dörfer im Kongo, sondern auch im Südsudan und der Zentralafrikanischen Republik her. Mit der gemeinsamen militärischen Offensive „Blitz und Donner“ versuchen seit dem vergangenen Monat Truppen aus dem Kongo, Südsudan und Uganda gegen die LRA-Stützpunkte vorzugehen.

Rund 300 Menschen habe die LRA allein in der Umgebung des Dorfes Doruma in den vergangenen Wochen massakriert, teilte die HRW-Afrikaexpertin Anneke van Woudenberg in einer Untersuchung der Organisation zu den LRA-Massakern mit. „In einem Dorf gab es nur sechs Überlebende. Einer von ihnen, ein 72 Jahre alter Mann, der sich zum Weihnachtsmahl verspätet hatte, versteckte sich im Gebüsch und musste voller Entsetzen zusehen, wie seine Frau, Kinder und Enkel getötet wurden.“




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Financial Times“, ftd.de