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Somalia: Massive Offensive gegen somalisches Parlament

 
Meldung vom 26.05.2014

Erneut stand in Somalia das Parlamentsgebäude im Visier der Extremisten. Bei einem Terroranschlag auf das Parlament am Samstag (24.05.2014) wurden mindestens 24 Menschen ermordet. Die radikal-islamistische Al-Schabaab-Miliz war Drahtzieher des Anschlags.

Wenige Stunden nach der Offensive, die rund fünfstündige schwere Kämpfe mit sich führte, trat Innenminister Abdikarim Hussein Gulled von seinem Amt zurück. Er war schon vor der Attacke wegen der instabilen Sicherheitslage in dem Land am Horn von Afrika in starke Kritik geraten.

Unter den Opfern befanden sich 13 Al-Schabaab-Kämpfer und zwei Vertreter der Friedenstruppen der Afrikanischen Union (AU), teilte ein AU-Sprecher mit. Nach Polizeiangaben wurden bei den Kämpfen außerdem neun somalische Sicherheitskräfte getötet. Zudem trugen 30 Menschen Verletzungen davon, darunter 14 Wachleute und fünf AU-Soldaten.

Die Al-Schabaab zeigte sich über die Kommunikationsplattform Twitter verantwortlich für den Anschlag. Der Innenminister äußerte in der über den staatlichen Sender Radio Mogadischu verbreiteten Erklärung keine Gründe für seine Entscheidung. Kritiker hatten Gulled wiederholt unterstellt, für dieses Amt nicht genug Erfahrung auf dem Gebiet der inneren Sicherheit mitgebracht zu haben. Der somalische Präsident Hassan Sheikh Mohamud brach seinen Aufenthalt in Südafrika ab, wo er am Samstag (24.05.2014) bei der Vereidigung seines kürzlich wiedergewählten Amtskollegen Jacob Zuma zugegen war, und versicherte, er werde am Sonntag zurück in Mogadischu sein.

Die Attacke auf das Parlament wurde eingeleitet durch einen Selbstmordanschlag, bei dem ein Fahrzeug vor dem Gebäude detonierte. Währenddessen begannen Angreifer, von denen einige Uniformen des somalischen Militärs trugen, ein Schussgefecht auf die Sicherheitskräfte. Es wurden weitere Explosionen gemeldet und es entwickelte sich ein stundenlanger Schusswechsel.

„Eine riesige Explosion erschütterte das Gebäude und ich dachte, dass es niedergerissen würde“, bezeugte der Abgeordnete Dahir Amiin Jeesow. „Dann entwickelte sich ein erbitterter Kampf zwischen Sicherheitskräften und den Angreifern.“ Vor dem Parlamentsgebäude befanden sich am Nachmittag leblose Körper und Wrackteile eines zerstörten Fahrzeugs auf dem Boden. Der Angriff wurde während einer Parlamentssitzung verübt.

Sicherheitskräfte und Truppen der Afrikanischen Union geleiteten die Abgeordneten durch eine Hintertür des Gebäudes in Sicherheit, sagte die Friedensmission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) via Twitter. „Wir werden uns von solchen Attacken nicht einschüchtern lassen“, versicherte der AMISOM-Botschafter Mahamat Saleh Annadif. Die Regierung Somalias geht seit Jahren gegen die Al-Schabaab-Miliz vor. Vor gut einem Monat hatten die Islamisten ein Parlamentsmitglied umgebracht und einen weiteren Abgeordneten mit einer Kugel niedergestreckt.

Im Februar wurde ebenfalls ein Angriff auf den Präsidentenpalast verübt. Dabei starben mindestens zwölf Menschen, Präsident Hassan Sheikh Mahmud konnte gerade noch entkommen. Der UN-Sondergesandte in Somalia, Nicholas Kay, war betroffen über den neuen Anschlag. „Der heutige Angriff ist eine Attacke gegen das Volk Somalias, für den es keine Rechtfertigung gibt“, meinte Kay.

Die Vereinten Nationen leisten weiterhin Hilfe für die Bevölkerung und die Regierung Somalias, um das Land auf dem Weg zu Frieden und Stabilität zu stärken. Ministerpräsident Abdiweli Sheikh Ahmed sagte zu, den Fall schnellstmöglich zu überprüfen. „Indem sie unsere unschuldigen Brüder und Schwester töten, haben die Terroristen noch einmal gezeigt, dass sie gegen alle Somalier sind“, beschwerte sich der vor einem halben Jahr ernannte Regierungschef. „Diese feigen und verabscheuungswürdigen Taten sind keine Demonstration des wahren islamischen Glaubens.“


Video-Beiträge zu diesem Thema

 Angriff auf somalisches Parlament




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Tageszeitung“, taz.de

Schlagwörter: Somalia, Anschlag, Parlament, Regierungsgebäude, Al-Schabaab, Al-Shabab, Miliz, Selbstmordattentat, Autobombe, Sprengsatz, Schussgefecht, Schusswechsel, Abdikarim Hussein Gulled, Rücktritt, Attacke, Offensive, AMISOM, Präsident, Hassan Sheikh Mohamud, Terror, Terroranschlag