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Somalia: Neuer Präsident will Islamisten vereinen

Meldung vom 02.02.2009

Der als gemäßigt geltende Islamist Sheikh Sharif Sheikh Ahmed wurde von dem somalischen Parlament zum neuen Staatschef gewählt. Der Präsident appellierte nach der Wahl an alle bewaffneten Gruppen, zum Friedensprozess beizutragen. Das Volk begrüßte den neuen Machthaber.

In Somalia haben sich tausende Menschen über die Wahl des als moderat geltenden Islamistenführers Sheikh Sharif Ahmed zum neuen Präsidenten gefreut. Überall wurde gefeiert und Frauen tanzten in den Straßen. Bei der Vereidigung wurden Luftabwehr-Raketen in den Himmel gefeuert. Der neue Präsident verkündete zum Amtsantritt, das Land versöhnen zu wollen und ermahnte die sich bekämpfenden Milizen, gemeinsam Frieden zu suchen.

Ahmed führte die Bewegung der islamischen Scharia-Gerichte an, die 2006 zumindest etwas Stabilität in die Hauptstadt Mogadischu und den Süden des Landes etablieren konnte, bevor sie von äthiopischen Truppen abgesetzt wurde.

„Wir unterstützen unseren neu gewählten Präsidenten von Somalia, weil er ein friedvoller Mann ist, der unsere Religion ausübt. Wir lieben ihn, und darum unterstützen wir ihn“, meint Ali Hashi Hirsi. Tausende Anhänger versammelten sich in dem vom Krieg verwüsteten Stadion von Mogadischu und proklamierten: „Lang lebe Sheikh Sharif.“

Auch ein Sprecher der 3.500 Mann starken Friedenstruppe der Afrikanischen Union in der somalischen Hauptstadt zeigte sich erfreut über den Wahlsieg Ahmeds. „Präsident Sheikh Sharif fühlt sich zweifellos dem Friedensprozess verpflichtet, und wir werden alles Notwendige unternehmen, um ihn und seine Regierung zu unterstützen.“ Die AU-Truppen sind wiederholt von islamistischen Rebellen attackiert worden.

Experten räumen Ahmed eine Chance ein, die Somalier wieder zusammenzuführen. In dem Land herrschen seit 18 Jahren bürgerkriegsähnliche Zustände. Staatliche Strukturen sind derzeit kaum funktionsfähig. Die Wahl findet Beiklang bei den Vereinten Nationen und ist ein Bestandteil ihres Friedenplanes für Somalia. Radikale Islamistengruppen hatten bereits vor der Abstimmung mit neuen Anschlägen gedroht. Die Parlamentssitzung zur Wahl Ahmeds war aus Sicherheitsgründen in Dschibuti abgehalten worden.

Andere Somalis stehen der Ernennung feindlich gegenüber. „Sharifs Wahl war nicht legitim und wir werden ihn und seine Regierung niemals anerkennen“, kritisierte der Informationsminister der semi-autonomen Region Puntland, Warsame Abdi Samatar. Politiker aus dem Gebiet im Norden Somalias ließen durchblicken, dass sich die Regierungsmitglieder Puntlands mit den Drohungen ein Mitspracherecht im Kabinett Ahmeds sichern wollten.

Ahmed nimmt nun zunächst an einem Treffen der Afrikanischen Union in Äthiopien teil. Erst danach fliegt er in seine Heimat, um eine Regierung der nationalen Einheit zu bilden.

Mindestens 16.000 Zivilisten und eine unbekannte Zahl von Kämpfern sind in den letzten zwei Jahren in dem Aufstand von Islamisten gegen die Regierung und ihre äthiopischen Verbündeten getötet worden. Eine Millionen Menschen mussten fliehen, jeder dritte Somalier benötigt internationale Lebensmittelspenden.




Quelle:  „Deutsche Welle“, dw-world.de