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Haiti: Was geschieht mit den „MINUSTAH“-Babys?

Meldung vom 01.09.2014

In allen Ländern, in denen fremde Soldaten auf längere Zeit stationiert sind, kommt es zu ungewollter Nachkommenschaft. Auch in Haiti gibt es Kinder von den dort stationierten UN-Friedenstruppen. Jetzt wünschen sich einige Mütter dieser vaterlosen Babys finanzielle Unterstützung von der UN.

In der Küstenstadt Port Salut freut sich die 5-jährige Sasha Francesca Barrios über die Besucher im Haus ihrer Mutter. Barrios lebt in einer winzigen Hütte mit ihrer Mutter, Großmutter und Tante. Wenn Sashas Mutter sie fragt, wer der junge, blasse Mann auf dem Foto ist, sagt sie sofort, das ist – „Papa“. Roselaine Duperval, ihre Mutter, sagt, Sashas Vater gehörte der uruguayischen Marine an und war im Rahmen der UN-Friedensmission in Haiti – sie ist auch als MINUSTAH bekannt.

Die Soldaten ließen sich hier für einige Zeit nieder, und da war einer, mit dem sie befreundet war, sagt Duperval. Er behauptete, er würde sie lieben und dass sie ein Paar wären. Sie hätte nie vermutet, dass, obwohl sie zusammen waren und ein gemeinsames Kind hatten, er sie einfach verlassen würde, ohne das Kind zu unterstützen. Aber so geschah es. Sasha kennt ihren Vater nur vom Foto. Zu Beginn ihrer Schwangerschaft hätte er ihr 200 Dollar ausgehändigt, aber er verließ Haiti bevor Sasha zur Welt kam, sie hat nie wieder von ihm gehört. Jetzt bestreitet sie ihren Lebensunterhalt mühsam mit Maniküre und Pediküre, die sie in den Häusern der Menschen anbietet. Und sie weiß von anderen Frauen in ähnlichen Situationen.

Die Friedenstruppen seien ins Land angereist, um zu helfen, aber sie haben nicht geholfen; sie haben Kinder mit den haitianischen Frauen gezeugt und sind einfach wieder verschwunden. Sie brauche Unterstützung für ihr Kind, um die Schulgebühren zu bezahlen. Duperval macht auch die MINUSTAH verantwortlich. In Haiti gibt es keine Arbeitsplätze. Die Frauen benötigen finanzielle Hilfe der Vereinten Nationen, die sehr wohl wissen, dass die MINUSTAH-Truppen die Babys hier zurücklassen und die Kinder ohne Väter groß werden.

Die UN verfügt über Richtlinien, die in solchen Fällen definieren, ob Vaterschaftsansprüche und die Unterstützung der Kinder gerechtfertigt sind. Im Februar brachte die UN sieben Mütter – einschließlich Duperval – mit ihren Kindern nach Port-au-Prince, damit sie DNA-Tests machen konnten. Die Mütter harren immer noch auf die Ergebnisse.

Und während die UN zwar eine Mitverantwortung trägt, muss letztlich das Land, aus dem die Friedenstruppen kamen, eine Entscheidung treffen. Im Fall von Duperval und den sechs anderen Müttern, vermittelte ein uruguayischer Militärsprecher, dass die angeblichen Väter aufgerufen wurden, DNA-Proben einzureichen. Sollte die Vaterschaft sich bewahrheiten, werden die uruguayischen Gerichte eingeschaltet, darüber zu bestimmen, was dagegen getan werden kann.

Sowohl die Vereinten Nationen wie auch die uruguayische Armee behaupten, dass sie solche Beziehungen streng unterbinden würden. Der uruguayischen Colonel Girardo Frigossi betont, egal unter welchen Umständen, die Beziehungen zwischen UN-Friedenstruppen und den Einheimischen seien nicht toleriert. Doch oft kommt es zu diesen Beziehungen. Das liegt auch daran, dass die Soldaten Macht und Lebensmittel hätten. Die Frauen ließen sich deswegen oft auf diese Beziehungen ein.

Sylvain Roy von der UN-Verhaltens- und Disziplineinheit (CDU) bringt es auf den Punkt. Unabhängig davon, ob die Mütter vielleicht einverstanden sind, muss man die Beziehung ausbeuterisch nennen. Doch die Aussichten für die Mütter, Finanzhilfe zu erhalten, sind eher gering.

Die UN begann erst 2013 damit, Statistiken über Vaterschaftsansprüche zu erstellen und diese zeigen nur 19 gerechtfertigte Vaterschaftsansprüche gegen Friedenstruppen in aller Welt in dem zeitlichen Rahmen von 2010 bis 2012. Doch die Dunkelziffer solcher Fälle liegt natürlich tausendmal höher, da die einfachen Frauen in den Entwicklungsländern oder ländlichen Gebieten kaum eine Ahnung haben, wie sie sich rechtliche Hilfe holen können. So wachsen hunderte MINUSTAH-Babys in Haiti ohne ihren Vater und ohne finanzielle Hilfe auf.

Viele solcher Kinder kommen zu unserer Kindertafel Lamanjay. Dort erhalten sie jeden Tag eine leckere Mahlzeit, liebevolle Gemeinschaft und auch die Möglichkeit, ein wenig mit den anderen Kindern zu spielen. Das Team der Kindertafel stillt den Hunger dieser Kinder und gibt ihnen zusätzlich Halt.


Weiterführende Informationen

 Haiti: Wie hilft Gebende Hände




Quelle: „Karibik News“, www.karibik-news.com

Schlagwörter: Haiti, UN, UN-Friedenstruppen, Blauhelme, Soldaten, Babys, Nachkommenschaft, MINUSTAH, Vaterschaft, Unterstützung, DNA-Test, Gericht, Vaterschaftsansprüche, Halbwaise, Schwangerschaft, Kinder, Frauen