Unser Service für Sie


 [ » Newsletter ]

[ » zum Kontakt-Formular ]

[ » Material bestellen ]

[ » Geschenke bestellen ]



Videos aus unseren Projekten finden Sie auf unserem Youtube-Kanal.
[ » Gebende Hände – Youtube-Kanal ]


Wenn Sie Kunde von Amazon sind, können Sie Gebende Hände bei jedem Einkauf unterstützen – jedes Mal mit 0,5% des Kaufpreises. [ » Ja, das will ich.]


Kenia: Westgate – Ein Jahr nach dem Attentat

Meldung vom 22.09.2014

Es ist ein trauriger Gedenktag in Kenia: Der Angriff auf ein kenianisches Einkaufszentrum vor einem Jahr erschütterte ganz Kenia. Die Aufarbeitung ist problematisch, die Angst vor islamistischem Terror ist nicht gebannt. Zum Jahrestag bringen die Kenianer die Opfer in Erinnerung.

Eunice Khavetsa war daheim, als die Hiobsbotschaft zu ihr durchdrang: „Hast du gehört, was im Westgate los ist?“ Das Einkaufszentrum in Nairobi ist ihr bekannt – schließlich verdingte sich dort ihr Mann als Sicherheitsbeamter. Am 21. September 2013 stürmten Bewaffnete den Gebäudekomplex und schossen um sich, nahmen Geiseln. Es war der Beginn eines Geiseldramas, das sich vier Tage hinziehen sollte. Khavetsas Mann war einer der ersten, die ermordet wurden. Er wurde von acht Kugeln getroffen.

Eunice Khavetsa muss nun alleine für ihre zwei neun und sieben Jahre alten Kinder aufkommen, sagt sie: „Sie wollen essen, zur Schule gehen, ich muss die Miete zahlen. Meine Schwiegereltern haben mich verstoßen, meine Familie hat kein Geld. Ich bin auf mich allein gestellt.“ 67 Menschen sind nach offiziellen Angaben bei dem Attentat gestorben. Unzählige weitere sind wie Eunice und ihre Kinder indirekt in eine leidvolle Situation gebracht worden. Unterdessen läuft ein Prozess gegen vier mutmaßliche Helfer der Terroristen, der am Dienstag (23.09.2014) weitergeführt werden soll.

Eunice Khavetsa betritt seither keine großen Einkaufszentren mehr. Diese Furcht haben viele Menschen in Kenia entwickelt. Mehrere Monate gingen ins Land, bis sich die Menschen nach dem Angriff wieder in die Einkaufszentren und auf die öffentlichen Plätze wagten, sagt Atul Shah. Er arbeitet als Geschäftsführer einer Filiale der großen Supermarktkette Nakumatt. Drei seiner Mitarbeiter wurden im Westgate-Fall ermordet, die Filiale ist noch immer geschlossen. Die finanziellen Einbußen für sein Unternehmen schätzt Shah auf 500 Millionen kenianische Schilling – das sind über vier Millionen Euro: „Unsere Filiale war eine der größten, der ,Flagship Store’. Das Geschäft war sehr gut, wir hatten Kunden jeder Herkunft.“

Westgate befindet sich in einer wohlhabenden Region im Westen Nairobis. Neben Kenianern besuchen das Einkaufszentrum auch viele ausländische Kunden. Die große Medienaufmerksamkeit hatte die Terrorgruppe al-Schabaab offenbar in ihre Planung miteinbezogen.

Ein Jahr nach Westgate besteht immer noch die Annahme, die Sicherheitskräfte hätten versagt. Mindestens ein Polizist starb damals, als das Feuergefecht zwischen den verschiedenen Einheiten und den Terroristen ausbrach. Eine ehrliche Aufarbeitung wurde bis heute nicht in Angriff genommen – auch wenn personelle Änderungen vorgenommen wurden. Geheimdienstchef Michael Gichangi musste sein Amt abtreten, nachdem ihn Politiker beschuldigt hatten, im Anti-Terror-Kampf gescheitert zu sein. „Wenn sich seitdem etwas verändert hat, dann ist es sehr wenig“, kritisiert Ben Mulwa, einer der Überlebenden des Angriffs. „Sonst hätte es nicht so viele weitere Anschläge gegeben. Viele davon hätten verhindert werden können.“

Zum ersten Jahrestag hat die kenianische Regierung ganz das Gedenken an die Opfer des Angriffs in den Vordergrund gerückt. Vorgesehen sind für die Dauer der viertägigen Geiselnahme Gebete, Gedenkkonzerte und Totenwachen. Eine Ausstellung im Nationalmuseum in Nairobi bietet Raum, dass Überlebende und Künstler darüber reden können. „Es werden Narben bleiben, aber unsere Nation ist nicht gebrochen“, betonte First Lady Margaret Kenyatta zur Eröffnung.

Ihre Kernaussage: Kenianer jeder Herkunft und Religion seien bei dem tragischen Vorfall näher zusammengerückt. Ben Mulwa findet die Symbolpolitik der Regierung unzureichend. Er hat das Netzwerk „Hoffnung jenseits des Terrors“ für Opfer terroristischer Anschläge ins Leben gerufen. Es sei wichtig, „einander Mut zuzusprechen, füreinander da zu sein in dieser schwierigen Situation.“




Quelle:  „Deutsche Welle“, dw-world.de

Schlagwörter: Kenia, Gedenktag, Gedenken, Westgate, Attentat, Al-Schabaab, Geiseln, Geiseldrama, Einkaufszentum, Opfer, Terror, Terrorismus, Gebete, Gedenkkonzerte, Totenwache, Margaret Kenyatta, Aufarbeitung