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Ghana: Ein Land hört Gospel

Meldung vom 20.11.2014

In Ghana ist Musik gleichbedeutend mit Gospel. Ob im Radio, auf den Straßen oder in den Kirchen – Gospel dominiert die Musikszene. Gospelmusik spielt hier angesichts von Armut und Krankheiten wie Aids und Ebola eine Schlüsselrolle.

Wegen Ebola stehen die westafrikanischen Länder, darunter gehört auch Ghana, seit Monaten in der Presse. Doch das Leben muss weitergehen – und es ist vor allem die Gospel-Musik, die den Menschen Mut und Hoffnung zuspricht, und ihnen dazu verhilft, auch schwierige Zeiten zu überstehen.

Wenn den Missionaren in früheren Jahrhunderten etwas gelungen ist, dann ist es das, dass sie den Ghanaern ihren Glauben „gegeben“ haben. In Ghana ist der christliche Glaube überall präsent: An fast jedem Auto ist ein Segensspruch angebracht, der den Fahrer und sein Gefährt in dem abenteuerlichen Verkehr schützen soll, aus beinahe jedem Taxi und jedem Bus klingt Gospelmusik und in den 35 UKW Radiostationen allein in der zweitgrößten Statd Kumasi ertönt natürlich auch immer wieder Gospel. Selbst die Straßenmusikanten und blinden Musiker bemühen sich, mit Gospel etwas Geld für sich und ihre Familien zu sammeln.

Zudem dringt aus jeder Kirche Gospel-Musik auf die Straße. Auch für viele Profi-Musiker war die Gospelmusik die einzige Möglichkeit, in ihrem Beruf ein Auskommen zu haben, denn als Ende der 70er-Jahre ein Militärputsch dazu führte, dass sämtliche Clubs ihren Betrieb einstellen mussten und eine abendliche Ausgangssperre verhängt wurde, da zogen auch die größeren Plattenfirmen aus dem Land ab. Viele arbeitslose Musiker ergriffen daraufhin die Flucht und suchten dann zum Beispiel in Deutschland Asyl.

Aber natürlich ist Gospelmusik auch in Ghana vor allem in den Kirchen gegenwärtig, und da es allein in einem Stadtteil geschätzte 20 Kirchen gibt, kommen auch ebenso viele verschiedene Arten Gospelmusik auf einem Fleck zusammen. Besucht man einen bestimmten Gottesdienst, kann es vorkommen, dass man sich beinahe in so etwas wie einem Rockkonzert wiederfindet.

In seinem kleinen schlecht belüfteten Studio ganz in der Nähe des Bantama-Marktes arbeitet Kwame Gyasi. Er verdient dort als Produzent, Arrangeur und Tontechniker sein Geld. Und wenn ihm ein Musiker zusagt, dann veröffentlicht er diese Musik auch. Es handelt sich dabei überwiegend um Gospelmusik, auch wenn die göttliche Botschaft manchmal nur dezent durchklingt. Denn als Musiker in Ghana kann man noch am ehesten Popularität durch die Kirche bekommen. Schließlich muss man für die Aufnahmen der Songs selbst aufkommen, und diese Hürde nehmen die wenigsten Musiker.

Leider trifft auch in dieser Szene das Motto zu: Wer das Geld gibt, darf auch mitreden. „Heute geht es nur noch ums Geld. Und wenn das Geld nicht kommt, dann geht man als Musiker zur Kirche. Wenn man Glück hat, nimmt einem die Kirche hundert CDs ab und verkauft sie dann. Und wenn man Glück hat, dann bleibt etwas Geld übrig, mit dem man dann ins Studio geht und den nächsten Song aufnimmt. Vielleicht singst du dein Lied auch selbst in der Kirche, und mit etwas Glück hört es dann ein reiches Kirchenmitglied und fragt, ob er dich unterstützen kann bei den nächsten Aufnahmen. Aber er sagt dann auch, welches Lied aufgenommen wird, und dann kannst du sagen, es gefällt mir oder nicht. Und schließlich hat auch der noch ein Wort mitzureden, dem der Song gehört“, erläutert Gyasi.

Zu den unzähligen frisch gebackenen Talenten, die sich in der ghanaischen Gospelszene tummeln, gehört auch Florence. Sie ist eine Fra-Fra-Frau (ein bestimmter Stamm in Ghana), ihre Familie lebt im Norden des Landes. Aber heute hält sich die Sängerin überwiegend in Kumasi auf. Diese Stadt ist der Vorhof zur Hauptstadt Accra.

Florence hat nur eines mit ihrer Musik im Sinn – sie will die Menschen mit Gospel glücklich machen: „Ich habe schon als Kind Gospel gesungen. Meine Mutter war Musikerin und hat mich unterrichtet, und jedes Mal, wenn wir in die Kirche gingen, haben wir dort gesungen. Ich hatte einfach diese Begabung und habe ganz allein angefangen zu singen. Aber das war nicht einfach. Ich hatte das Glück, dass ich einen Produzenten fand, der mir half, davon leben zu können. Mit ihm habe ich 2011 mein erstes Album aufgenommen und 2013 das zweite. Beide Alben hat mein Produzent gesponsert. Sein Name ist P. P. K. Er ist auch der Produzent von Guy One und Bola, und bei ihm nehmen wir unsere Songs auf.“

Trotz dieser Unterstützung war es auch für sie nicht leicht. Früher war sie noch eine Hintergrund-Stimme der gerade von ihr erwähnten Fra-Fra-Kollegen Guy One und Bola. Das hat sie nun aufgegeben. Sie richtet all ihre Aufmerksamkeit auf den Gospel – ihren Gospel. Denn was die Kollegen in den anderen Kirchen darbieten, das hört sie nur am Rande. Auch ihre grundsätzliche Zielsetzung ist ganz einfach auf den Punkt zu bringen – sie will die Menschen einfach nur glücklich machen und von ihren Nöten und Sorgen im tagtäglichen Stress ablenken.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Deutschlandradio“, dradio.de

Schlagwörter: Ghana, Gospel, Musik, Glaube, Religion, Christentum, Missionare, Vermarktung, Aufnahme, Sponsoren, Kirche, Radio, Musikszene, Tonstudio, Nachwuchstalente, Musiker, Sänger, Talent, Aids, Ebola, Hoffnung, Kraft, Segen, CD, Beruf, Stimme, Gesang