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Afghanistan: Folterberichte – USA lassen die letzten Gefangenen frei

Meldung vom 12.12.2014

Die USA schließen ihre Gefängnisse in Afghanistan endgültig – so wurde es im Sicherheitsabkommen vereinbart. Die letzten drei Gefangenen wurden nun den afghanischen Behörden ausgeliefert. Darunter befindet sich auch eines der ersten Folteropfer der CIA.

Redha al-Najar war einer der ersten festgenommenen Terrorverdächtigen, den der US-Geheimdienst CIA Foltermethoden unterzog. Der frühere Leibwächter von Osama bin Laden wurde im Mai 2002 ergriffen und in die berüchtigte „Detention Site Cobalt“ in Afghanistan gesperrt, besser bekannt als „Salzloch“.

Dort wurde er genötigt, tagelang in völliger Dunkelheit zu verharren. Er musste in seiner Zelle frieren und einmal 22 Stunden am Stück mit erhobenen Händen stehen. Stundenlang wurde er mit lauter Musik gequält und geschlagen, zur Toilette durfte er nicht, seine Notdurft musste er in eine Windel verrichten. Laut dem Bericht des US-Senats wurde keine grausame Technik ausgelassen, um ihn zum Sprechen zu bringen.

Nun haben die USA den „gebrochenen Mann“, wie er im Bericht des US-Senats bezeichnet wird, den Afghanen überantwortet. Al-Najar zählt zu den letzten Häftlingen des umstrittenen Gefangenenlagers Bagram nahe der Hauptstadt Kabul. Das Gefängnis, in dem auf dem Höhepunkt des Krieges Hunderte Männer festgehalten wurden, wurde offiziell schon im März 2013 den Afghanen unterstellt. Doch die Entscheidungsgewalt über Dutzende Häftlinge, die weder US-Bürger noch Afghanen waren, wollten die USA nicht aus der Hand geben.

Der Tunesier saß zwölf Jahre lang ohne Anklage in Bagram. Seine Anwältin Tina Foster will bis vor den Obersten Gerichtshof der USA ziehen, um seine Folterer bestraft zu sehen – doch nun muss sie erst einmal vor einem afghanischen Gericht seine Freilassung erwirken. „Das ist ein weiteres Ausweichmanöver“, stellt Foster fest. „Jetzt können sie sagen: Das ist nicht unser Problem.“

Mit Inkrafttreten des Sicherheitsabkommens zwischen den USA und Afghanistan am 1. Januar 2015 sollen alle Haftanstalten im Land an die afghanischen Behörden fallen. Der NATO-geführte Kampfeinsatz in Afghanistan endet im Dezember 2014. Von kommendem Jahr an soll eine deutlich geringere Militärmission den afghanischen Sicherheitskräften als Ausbilder und Berater zur Seite stehen, an dieser Nachfolge-Mission wirkt auch die Bundeswehr mit.

Afghanistans Präsident Aschraf Ghani pocht unterdessen darauf, über die Zahl der afghanischen Opfer in den US-Gefängnissen informiert zu werden: „Wir wollen genau wissen, wie viele Menschen gefoltert wurden.“ Laut dem Senatsbericht erlitten auch Afghanen Folter durch die CIA. Nicht alle würden in dem Bericht namentlich erwähnt, sagte Ghani.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Spiegel Online“, spiegel.de

Schlagwörter: Afghanistan, Folterbericht, Gefängnis, Folter, USA, Bagram, Haftanstalt, Gefangene, Häftlinge, Leibwächter, Osama bin Laden, Sicherheitsabkommen, US-Gefängnisse, Aschraf Ghani, Abzug, Nachfolgemission, CIA, Foltermethoden, Water-Boarding, Misshandlung, Anklage, Übergabe, geschlossen