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Uganda: Das neue Elektro-Auto „made in Uganda“

Meldung vom 22.12.2014

Uganda möchte in die Automobilbranche einsteigen. Dafür hat es sich zum Ziel gesetzt, Elektrowagen in Serie zu produzieren. Der Plan ist ein hoch riskantes Megaprojekt, das Millionen an Steuergeldern verschlingen könnte.

Auf dem Parkplatz eines Mietshauses in einem Mittelklasse-Wohnviertel von Ugandas Hauptstadt Kampala wird schweißtreibend gearbeitet. Da wird geschraubt und gehämmert. Mechaniker tüfteln an der Karosserie eines Busses, installieren Solarpanels auf dem Dach. Ingenieur Paul Musasizi inspiziert den Motor. „Er wandelt die elektrische Energie in mechanische Energie um. Wir testen gerade, wie wir die Sonnenenergie für unser öffentliches Transportsystem nutzen können“, erklärt er.

Unter Musasizis Leitung experimentieren seit knapp vier Jahren Studenten der ugandischen Staatsuniversität Makerere an Ostafrikas erstem Elektroauto. Kiira soll sein Name sein, in Anlehnung an den Abfluss des Nils aus dem Victoriasee. Dort wurde jüngst ein neuer Damm gebaut, der dem Land Strom beschert, der aber nie ausreicht.

Für sein ehrgeiziges Projekt weiß Musasizi den mächtigsten Mann des Landes an seiner Seite: Präsident Yoweri Museveni höchstpersönlich. Dieser hatte schon 2010 umgerechnet 160.000 Euro aus der Staatskasse für einen kleinen E-Zweisitzer fließen lassen. Später förderte der Präsident die Entwicklung eines Viertürers, wahlweise mit Hybrid- oder E-Motor. Nach der Präsentation des Autos hat Museveni wieder Finanzen zugesagt: für eine Fabrik, in welcher der Wagen in Serie gebaut werden soll.

Musasizi deutet den Hügel hinunter, wo der Dunst und Smog eine dunkle Glocke über Kampalas Innenstadt bilden. TÜV- und Abgasnormbestimmungen sind in Afrika noch nirgendwo angekommen. Ugandas wachsende Mittelklasse ist aber immer mehr in der Lage, sich einen Wagen anzuschaffen. Die meisten sind Gebrauchtwagen aus Japan oder Sükorea, die veraltet sind und den dortigen Abgasbestimmungen nicht mehr entsprechen.

Musasizis will nun gegen Abgase einschreiten. Seine aufwendigen Computeranimationen beschwören eher Silicon Valley herbei anstatt Ugandas Werkstätten, wo Millionen Mechaniker improvisieren müssen, um in Ermangelung an Ersatzteilen die alten Gefährte wieder in Bewegung zu setzen. Bei Kiira-Motors sollen Reparaturen möglich sein, ohne dass man lange auf Ersatzteile warten muss.

3.000 Fahrzeuge sollen jährlich produziert werden. Dazu müssen jedoch anfangs alle 30.000 Einzelteile aus aller Welt eingeführt werden – kaum ein Einzelteil wird in Afrika hergestellt. „Noch nicht – aber wir haben Pläne in sieben oder zehn Jahren irgendwann unseren eigenen Motor zu fertigen“, betont Musasizi.

Dabei sind kaum qualifizierte Arbeitskräfte vorhanden. Ugandas Wirtschaft stützt sich bislang auf Ackerbau, Viehzucht und Fischerei. Die Nildämme generieren nicht einmal genügend Strom für alle Haushalte – da ist es völlig abwegig, dass eine Industrieanlage und Tausende E-Autos ausreichend Strom beziehen könnten.

Fraglich ist auch, wer genügend Geld für ein solches E-Auto hat: Einen Wagen kann man für rund 40.000 Dollar erwerben. Aber Präsident Museveni hat dem Werk kräftige Finanzspritzen versprochen: 350 Millionen Dollar aus der Staatskasse sollen der Anlage zugute kommen. Erster Käufer wird die Regierung: Für Minister und Beamte sollen E-Autos angeschafft werden. Für Privatkunden werden günstige Leasingverträge in Kooperation mit Banken eingerichtet – ein neues Konzept in Afrika.

Ugandas Regierung kann bei all den Plänen kaum Kritik anbringen. Wenn der Präsident, der seit 28 Jahren an der Macht ist, etwas beschließt, gibt es kaum Widerrede. Allein die regierungskritische Tageszeitung Daily Monitor wagte es, kritische Stellungnahmen auch zur Leistungsfähigkeit der E-Autos zu veröffentlichen.

„Bei unserer kleinen Wirtschaft muss Uganda komplett betrunken sein, sollte es tatsächlich Hunderte von Millionen Dollar in die Idee investieren, ein elektrisches Auto zu bauen, das nicht der Leistung und den Qualitätsansprüchen eines modernen Wagens entspricht“, meint der Analyst Alan Tacca.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Tageszeitung“, taz.de

Schlagwörter: Uganda, E-Auto, Elektro-Auto, Produktion, Solarenergie, Solarauto, Yoweri Museveni, Mittelklasse, Automobilbranche, Herstellung, Fabrik, Kiira, Strom, Damm, Nildämme, Staudämme, Abgase, Emissionen, Umwelt, Luftverschmutzung, Kampala