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Nepal: Neues Erdbeben – Auf der Straße schlafen aus Angst

 
Meldung vom 13.05.2015

Das zweite schwere Erdbeben in Nepal hinterlässt völlig verängstigte und traumatisierte Menschen. In Nepals Hauptstadt Kathmandu haben wieder viele tausend Menschen auf der Straße oder in Parks übernachtet. Jetzt campieren noch viele Menschen mehr im Freien als es ohnehin noch der Fall war seit dem ersten Beben vom 25. April. Menschen wie Kul Bahadur Paudel sind zutiefst erschüttert. Er ist mit seiner Familie in die kleine Zeltstadt im Park zurückgegangen, die er erst vor wenigen Tagen verlassen hatte. „Es fühlte sich gerade alles wieder normaler an. Und dann kommt wieder so ein schweres Erdbeben. Wir fühlen uns zu Hause einfach nicht sicher. Also sind wir hierhin zurückgekommen.“

Die meisten Toten und Verletzten nach dem neuen Beben werden in den Dörfern östlich der Hauptstadt Kathmandu gezählt. Die beiden Distrikte Dolakhan und Sindhupalchok sind dabei am meisten betroffen. Schon bei dem ersten Beben war dort die Zerstörung sehr groß. „Die beiden Häuser da vorne sind gerade neu eingestürzt“, meint ein Mann in Chautara, in der zerstörten Distrikthauptstadt von Sindhupalchowk. Ein Überblick über das gesamte Chaos ist noch nicht möglich.

Ranveig Tveitnes hat alle Hände voll zu tun in dem kleinen Feldlazarett des norwegischen Roten Kreuzes. „Zum Glück waren wir vor Ort, als hier die Erde bebte. Wir haben hier sehr viele Verletzte, zwei Menschen sind tot zu uns gebracht worden. Das letzte was ich gehört habe waren 40 Verletzte, aber das ist schon wieder ein paar Stunden her.“ Tveitnes rechnet damit, dass diese Zahlen nach oben korrigiert werden müssen.

Das neue Beben und seine vielen Nachbeben und Erdstöße haben erneut Gerölllawinen und Erdrutsche ausgelöst. Viele der gerade erst freigelegten Wege und Bergpfade sind wieder mit Geröll übersät. Und bald kündigt sich der Monsunregen an, der auch ohne Erdbeben in Nepal jedes Jahr abrutschende Berghänge bewirkt und die Menschen in Lebensgefahr bringt.

Die Menschen in Nepal sind traumatisiert. Viele sind völlig außer sich und können mit ihrer tief sitzenden Angst einfach nicht umgehen, so auch eine junge Frau: „An die kleineren Beben hatte ich mich in den letzten zwei Wochen irgendwie gewöhnt. Aber das hier ist anders. Das hier war wirklich groß. Ich habe Angst um mein Haus, aber ich bin einfach nur gerannt, weil ich solche Angst hatte.“

Wie schon am 25. April und beim ersten schweren Nachbeben am 26. April schwankte die Erde auch am 13. Mai wieder um die Mittagszeit. Die neue Katastrophe ist ein Rückschlag für die Retter, die noch längst nicht zu allen Opfern des schweren Bebens vor 18 Tagen vorgedrungen sind. In den isolierten Bergdörfern mangelt es noch immer an Zelten und Lebensmitteln. Doch der Einsatz ist sehr riskant. Seit dem Beben gestern ist ein amerikanischer Transporthubschrauber mit acht Menschen an Bord verschwunden.

Der drohende Monsunregen setzt alle Rettungskräfte sehr unter Druck. Die Helfer denken derzeit an alle möglichen Katastrophen. Es könnte geschehen, dass auf Grund der schlechten hygienischen Verhältnisse Seuchen wie die Cholera ausbrechen. Den Bewohnern von Nepal ist der Mut und Wille zum Aufbau entfallen, weil sie kein Vertrauen mehr in den Boden haben, auf dem sie ihr Heim neu errichten müssten. Die völlige Überforderung der Regierung mit dieser Situation und deren mangelndes Eingreifen vergrößert die Vertrauenskrise. Das bitterarme Nepal kämpft seit dem Ende des Bürgerkriegs 2006 um eine neue Verfassung und ist politisch instabil.


Video-Beiträge zu diesem Thema

 Neues starkes Beben erschüttert Nepal


Weiterführende Informationen

 30.04.2015: Situationsbericht




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „ARD-Nachrichten online“, ard.de

Schlagwörter: Katastrophenhilfe-Projekte, Erdbeben, Nachbeben, Trauma, Kathmandu, Retter, Einsatzkräfte, Helikopter, Tote, Verletzte, Katastrophe, Gerölllawinen, Erdrutsche, Zelte, Bergdörfer, Erdstöße