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Nepal: Was bleibt, wenn der Monsun alles fortschwemmt?

Meldung vom 19.05.2015

Die Rettungsarbeiten in Nepal gehen unter Hochdruck voran. Alle fürchten sich vor dem kommenden Monsun. Nach den Erdbeben sind die Einsatzteams mit einer Reihe von Problemen konfrontiert: Zelte, Saatgut und Verpflegung reichen nicht aus. Erhalten die Überlebenden jetzt nicht, was sie brauchen, sitzen sie in drei Wochen im Schlamm fest. Denn dann beginnen die heftigen Niederschläge.

Plötzlich steht der Verkehr still – kurz vor der Stadt Chautara im Distrikt Sindhupalchok. Die einzige Zufahrstraße ist gerade von Trümmern, Geröll und Erdmassen befreit worden und halbwegs befahrbar. Jetzt aber versperren die Einwohner von Chautara die Straße, sie haben einen Baumstamm quer über die Fahrbahn gelegt und darauf Platz genommen. Hilflos postieren sich Polizisten vor den Demonstranten. Frauen bereiten auf einem Feuer am Straßenrand Linsen für die Streikenden zu. Auf beiden Seiten der Blockade stehen lange Schlangen von weißen Geländewagen der Vereinten Nationen und kleinen Lkws mit Hilfsgütern.

„Wir haben gerade mal ein halbes Kilo Reis erhalten! Wir sind auf uns selbst angewiesen. Der Staat macht hier gar nichts. Deshalb sind wir hier“, beschwert sich Drubar Lal. Er war Eigentümer eines Hauses in Chautara, aber es ist vollkommen zusammengestürzt, wie die meisten Häuser in der Gegend. Der gesamte Distrikt ist eine Einöde aus Trümmern.

Was dem Beben im April standgehalten hatte, ist jetzt, nach dem schweren Nachbeben in der vergangenen Woche, endgültig zusammengebrochen oder schwer beschädigt. „Nur aus Korea kam Hilfe, vom Roten Kreuz, sie haben Zelte gebracht. Wir brauchen Lebensmittel und ganz dringend Zelte. Zelte, Zelte, Zelte!“ Kaum hat Drubar Lal seine Proklamation beendet, gibt es einen kleinen Schock für die Umstehenden.

Ein ziemlich heftiger, kurzer Erdstoß lässt den Boden schwanken. Die Furcht der Menschen liegt in der Luft. Harald Resinger hat sich etwas abseits gestellt, er raucht eine Zigarette und harrt darauf, dass es weiter geht. Resinger kommt aus Österreich und ist hier für die IOM, die Internationale Organisation für Migration, unterwegs. Resinger beaufsichtigt jetzt die Lieferung von Zelten und Planen für die Nepalesen. Die Wut der Menschen ist für ihn verständlich. „Nachdem drei Wochen lang nichts passiert ist außer zwei Erdbeben, sind die Leute natürlich sauer. Und das wird auch so weiter gehen“, sagt er voraus.

Tausende Planen müssen nach Sindhupalchok transportiert werden. Das schwere Nachbeben hat die Arbeit der Helfer stark ausgebremst. Resinger hat keine Ahnung, wie viele Dörfer überhaupt zugänglich sind. Zu 315.000 Menschen, so vermuten die Vereinten Nationen, kann man nur zu Fuß oder mit Eseln gelangen. Die Rettungsteams befinden sich in einem gnadenlosen Wettlauf gegen die Zeit. Der Monsunregen steht an: „Uns bleiben genau drei Wochen. Drei Wochen, um die Lagerhalle fertig zu stellen und Vorbereitungen zu treffen, dass der Nachschub gut läuft“, betont Resinger.

„Die Straße hier her ist fürchterlich. Und aus meiner Erfahrung mit dem Monsun: Das wird einfach alles wegspülen. Dann haben wir ein Riesenproblem. Das ist die einzige Straße. Und wenn die unterbrochen ist, dann ist Feierabend.“ Resinger deutet auf ein paar Hütten am Hang. Der dauerhafte und heftige Monsun-Regen gibt denen den Rest. Und man muss sich auf noch mehr Probleme einstellen: Jetzt ist eigentlich die Zeit, in der die Bauern Reis aussähen müssten. Doch sie haben kein Saatgut und viele Menschen haben im Moment alle Hände voll damit zu tun, sich wieder ein Obdach zu bauen.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „ARD-Nachrichten online“, ard.de

Schlagwörter: Katastrophenhilfe-Projekte, Nepal, Erdbeben, Nachbeben, Monsun, Zelte, Hilfsgüter, Planen, Rettungsteams, Helfer, Nahrungsmittel, Verteilung, Überlebende, Dörfer, abgeschnitten, Niederschlag, Regen, Regierung, Sindhupalchok