Kenia: Leichtathletik-WM – Kenianische Athleten holen die meisten Medaillen

 
Meldung vom 03.09.2015

Kenia hat bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Peking einen neuen Rekord verbucht. Das Land belegt Platz eins beim Medaillenspiegel – das ist eine große Überraschung. Die kenianischen Athleten haben in vielen Disziplinen überzeugen können. Doch das Thema Doping bleibt ein bitterer Nachgeschmack bei allem Erfolg. Zwei Athletinnen wurden positiv auf Doping getestet. Der kenianische Leichtathletikverband soll zur Verantwortung gezogen werden.

Die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Peking ging am Sonntag (30.08.2015) mit einer absoluten Neuigkeit zu Ende: Zum ersten Mal in der Geschichte konnte sich ein afrikanisches Land den Gesamtsieg im Medaillenspiegel sichern: Kenia war der glückliche Gewinner. Für das Land, dessen Wirtschaftskraft im Vergleich zu den großen Sportnationen sehr gering ausfällt, ist der Prestigewert eines solchen Sieges enorm.

Zwar haben kenianische Athleten schon seit Jahren im großen Stil WM-Medaillen errungen, bislang beschränkte sich das jedoch fast ausschließlich auf die Ausdauerdisziplinen. Das lief diesmal anders ab. So bekam etwa Julius Yego als erster Afrikaner die WM-Goldmedaille im Speerwerfen, Nicolas Bett belegte den ersten Platz bei den 400 Meter Hürden. Am Ende hatten die Kenianer bei ihrer Heimreise sieben Gold-, sechs Silber- und drei Bronzemedaillen im Koffer. Man muss wohl anerkennen, dass das ostafrikanische Land endgültig die ganz Großen der Sportwelt aufgeholt hat.

Nach ihrem WM-Erfolg wurden die erfolgreichen kenianischen Leichtathleten bei der Rückkehr in die Heimat frenetisch bejubelt. Ihnen wurde ein triumphaler Empfang bereitet. Tausende Menschen begrüßten das Team am Flughafen in der Hauptstadt Nairobi.

„Wir sind hier, um unsere Helden willkommen zu heißen, die die Welt in Erstaunen versetzt haben. Ihr habt uns stolz gemacht“, erklärte William Ruto. Der stellvertretende Staatschef lud die Sportler anschließend zu einem Frühstück in seine Residenz ein. „Jedes Dorf, jede Stadt und jeder Winkel von Kenia feiert eure Siege und Erfolge. Wir sind zwar nicht das größte Land, aber wir sind einfach die Besten“, sagte Ruto.

Ruto bezog auch Stellung zu den beiden positiven Dopingproben bei den kenianischen Läuferinnen. „Nach aktuellem Stand sind wir vom Doping betroffen. Wir werden diese Angelegenheit in Kürze im Kabinett erörtern und Maßnahmen ergreifen, um die Position der kenianischen Anti-Doping-Agentur zu stärken“, gab der Politiker bekannt. Kenia wurden 30 Dopingfälle seit 2012 nachgewiesen, zudem ist es in Verruf geraten durch Doping-Enthüllungen in der ARD und der Sunday Times.




Quelle: „Spox“, www.spox.com