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Uganda: Actionfilme „made in Uganda“

 
Meldung vom 21.09.2015

Die Tricks sind ziemlich einfach strukturiert, das Budget ist sehr gering – aber an Blutvergießen wird nicht gespart in den Actionfilmen von Ugandas erfolgreichstem Filmproduzenten Nabwana IGG. Wakaliga, der Slum in Ugandas Hauptstadt, stand Pate für die Bezeichnung der aufstrebenden Filmindustrie: Sie heißt Wakaliwood.

Manchmal strömt so viel Blut, dass selbst der Metzger um seine Kundschaft bangt. Wenn die Rambos mit ihren Waffen aus Pfannen und Auspuffrohren alles in Einzelteile zerlegen: Wer sehnt sich da noch nach Arnold Schwarzenegger und Bruce Lee, wenn die Ramon-Filmproductions ihr Bestes geben? Wer interessiert sich noch für Hollywood und Bollywood, wenn es doch Wakaliwood gibt?

Der Mann, der den Slum in Ugandas Hauptstadt Kampala zu Ostafrikas Handlungsspielort Nummer eins macht, heißt Nabwana IGG oder kurz Isaac. „Ich zeige der Welt das Leben, das wir lieben – das Leben, in dem wir aufgewachsen sind.“ Ugandas erfolgreichster Filmproduzent kann keine Ausbildung zum Regisseur vorweisen. In bitterer Armut wuchs er in diesem Ghetto auf. Kino, das kannte er nur vom Hörensagen aus den Erzählungen seiner älteren Brüder. „Ich sagte meinem Bruder: Ich muss einen Film machen. Er fragte: Wie das denn? Ich sagte: Überlass das mir.“

Isaac fabriziert Backsteine. Sammelt Geld, um sich eine Kamera zu kaufen. Er schaut sich täglich nach Computerschrott um. Und lernt, wie man daraus etwas Neues zusammenschustert. Der Schrottplatz ist seine private Requisitenkammer. Bratpfannen werden zu Panzerfäusten ummodelliert. Und die Slumbewohner dienen als gagenfreie Kannibalen, Mafiabosse, knallharte Typen. Das Casting macht Eindruck. Scharen von Kindern, der Bäcker von nebenan, der Greis mit dem Stock, die junge Friseurin: Alle erhoffen sich eine Rolle in Isaacs Actionfilmen.

Es ist einer der zahlreichen Drehtage. Wasserhähne sind nicht vorhanden. Doch das Blut fließt in Strömen. Ursprünglich wurde mal echtes verwendet, verraten die Schauspieler, „von Kühen, Ziegen“ – doch das fanden die Schauspieler irgendwann zu abstoßend. Seither wird rote Lebensmittelfarbe mit Saft gemischt. Das erzielt den gleichen Effekt.

Auf Effekte setzt überhaupt jeder von Isaacs 46 Filmen. Am Computer lässt er Hochhäuser detonieren, Papp-Hubschrauber aufsteigen oder Spielzeugautos ineinander rasen. Selten gehen die Kosten für einen 90-Minuten-Film über 50 Dollar hinaus.

Längst ist Ugandas neuer Unterhaltungsproduzent weit über Wakaliwood hinaus bekannt. Seine Filme werden im Netz mit Hunderttausenden Klicks belohnt. Die nächste Idee hat er schon im Kopf: Osama kehrt zurück – so ist der Titel für Isaacs neues Filmprojekt. Als Schauspieler sollen auch Weiße angeworben werden.






Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Deutschlandfunk“, dradio.de

Schlagwörter: Uganda, Action, Actionfilme, Filmproduzent, Unterhaltung, Nabwana IGG, Wakaliwood, Filmindustrie, Effekte, Tricks, Budget, Armut, Slums, Kamera, Casting