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Äthiopien: Erneut am Abgrund einer Hungerkatastrophe

 
Meldung vom 12.11.2015

Äthiopien kämpft mit der schlimmsten Dürre seit 30 Jahren. Doch inzwischen ist das Land besser vorbreitet und ausgerüstet für eine Hungersnot als 1984. Eine Hungersnot wie 1984, bei der mehr als eine halbe Million Menschen starben, sollte in dem Land eigentlich nicht mehr vorkommen.

Äthiopien kann beträchtliche Fortschritte in den vergangenen Jahren in dem Bemühen vorweisen, die Landwirtschaft resistenter gegen Dürren zu machen. Dank eines hohen Wirtschaftswachstums ist das Land inzwischen in der Lage, sich auch selbst zu helfen, aber riesige Hungerkatastrophen kann es bei weitem nicht allein bewältigen.

Im Norden Äthiopiens von der Landwirtschaft zu leben, ist hart. Schon Jahre, in denen normale Ernten eingefahren werden, sind von Entbehrungen und Knappheit der Lebensmittel gezeichnet. In vielen Gegenden ist der Boden ausgelaugt und bringt nur noch geringe Erträge. Getreide, das hier angebaut wird, enthält schlechte Nährwerte und wächst oft nicht sehr hoch. Jedes Ausbleiben von Regen schafft lebensbedrohliche Probleme für die Menschen. Kaum einer kann Vorräte für schlechte Zeiten anlegen.

Bertukan Ali lebt ein solches Leben wie viele andere Frauen und Männer in der ärmlichen Gegend von Nord Wallo, der trockensten Region Äthiopiens. Anfang des Jahres warteten sie sehnlichst auf den Frühjahrs-Regen. Tag für Tag warteten sie. Ihre Felder, in die sie Sorghum Samen gesät hatten, harrten auf das kostbare Nass. Doch der Regen blieb aus. „Ok“, sagte Bertukan zu sich, „wir werden überleben“. „Der Frühjahrsregen ist unkalkulierbar, aber der Sommer-Niederschlag wird die Sorghum-Saat wässern.“ So warteten die Menschen und warteten, aber der Regen kam nie.

Vor wenigen Tagen begrub Bertukan ihren fünf Jahre alten Sohn Abdu Mohammed. Er war ein kränkliches Kind, hatte wenig Widerstandskraft. Als die Familie immer weniger zu essen hatte, wurde er schwächer und schwächer. Vor dem kleinen Grab des Sohns beginnt Bertukan zu weinen. Sie gesteht, dass, als ihr kleiner Sohn starb, sie sich so fühlte, als hätte sie einfach alles verloren. „Jeder leidet“, sagte sie, „wir haben so wenig zu essen hier, weil wir keine Ernte einbringen konnten.“ Laut UN sterben in der Region Äthiopiens zwei Babys täglich. Bertukan teilt sich das Leid mit einer wachsenden Anzahl von jungen Müttern in Äthiopien.

Viele Äthiopier erinnern sich mit Schrecken an die große Hungersnot 1984. Ein Zeitzeuge, Abera Weldu, jetzt 68 Jahre alt, sieht in der aktuellen Lage dieselben Vorboten wie 1984. Er befürchtet eine Hungernot „biblischen Ausmaßes“. Er kommt direkt zur Sache: „Obwohl die Dürre gerade erst begonnen hat, werden die Folgen schlimmer als 1984.“ „Es ist bereits jetzt schon ernst. Einige Menschen sind schon an Hunger gestorben. Andere liegen geschwächt in ihren Betten, gerade jetzt ist die Situation schon mit der von 1984 vergleichbar.“

Laut UN ist das Ausbleiben des Regens mit der Dürre von 1984 vergleichbar. Aber dennoch hat sich die Gesamtlage sehr verbessert. In den 80er Jahren wurde Geld, das zum Kauf von Nahrungsmitteln für die hungernde Bevölkerung hätte verwendet werden sollen, in den Krieg gegen Eritrea gepumpt. Inzwischen geht es Äthiopien wirtschaftlich gut. So gut, dass die Regierung jetzt 192 Millionen Dollar für den Nahrungsmittelengpass beiseite legen konnte. Doch die UN warnt, dass weitaus mehr Geld benötigt wird.

Bertukan trägt einen ihrer jüngsten Söhne täglich auf dem Rücken mit sich. Er sieht stark und gesund aus. Vielleicht überlebt er diese neue Dürre.






Quelle: „BBC News“, www.bbc.com

Schlagwörter: Äthiopien, Dürre, Hunger, Klima, Klimawandel, Regen, Trockenheit, Felder, Landwirtschaft, Hungersnot, Hungerkrise, Niederschlag, Hungertod, Vorräte, Regierung, Wirtschaft, 1984, UN, Ernte, Getreide, Sorghum, Wallo