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Äthiopien: Wenn 18 Monate kein Regen fällt

Meldung vom 04.01.2016

Die Industriestaaten haben bei der Weltklimakonferenz in Paris bahnbrechende Entscheidungen getroffen. Doch manche greifen erst in ein paar Jahren. Das kommt für viele Menschen in Entwicklungsländern zu spät. Besonders die Menschen im Süden Äthiopiens leiden unter einer der schlimmsten Dürren seit Jahrzehnten.

Europa ist völlig überfordert mit den Hunderttausenden Kriegsflüchtlingen aus dem Nahen Osten, doch was geschieht, wenn noch Millionen Klimaflüchtlinge aus Afrika dazukommen? Kemal Tunas Leben spielt sich nur noch auf 16 Quadratmetern ab. Im Dezember wird im Süden Äthiopiens eigentlich die Ernte eingeholt. Die ganze Familie, auch die drei Kinder, muss dann auf den Feldern mit anpacken, um den Weizen einzubringen, aufzuhäufen, aus den Hülsen zu schlagen und zu schälen.

Immerhin 5.000 Kilogramm Weizen bringen die Tunas normalerweise im Jahr in ihre Lagerstätten. Das ist ausreichend, um die Familie zu ernähren und um für die notwendigsten Einkäufe wie Petroleum, Schulbücher und Salz aufzukommen. Am Monatsende gibt es dann im ganzen Dorf eine große Erntedankfeier.

Doch dieses Jahr entfällt das alles. Seit 18 Monaten kam kein Niederschlag mehr. Die schwerste Dürre seit 30 Jahren hat die Ernte verdorren lassen. Das Leben der Tunas begrenzt sich nun überwiegend auf die kleine Lehmhütte. Es gibt keine Arbeit und keine Feier. Dass sie überhaupt überleben können, verdanken sie Hilfsorganisationen, die dort Lebensmittel verteilen.

Kemal Tuna glaubt, dass Gott die Dürre zulässt, weil die Menschen zu viel streiten. Und tatsächlich gibt es auch viele Konflikte. 195 Regierungschefs debattierten bei der Klimakonferenz in Paris und trugen heftige Meinungsverschiedenheiten aus: Es ging um einen Minimalkompromiss zur Eingrenzung der Erderwärmung. Rechtlich bindend werden die Beschlüsse aber erst im Jahr 2020. Der Klimawandel hängt mit seinem Tempo die Gipfelbeschlüsse weit ab.

Äthiopien wird immer wieder von längeren Dürreperioden heimgesucht. Das regelmäßig wiederkehrende Wetterphänomen El Niño verstärkt diese Trockenperioden, und der Klimawandel vergrößert die schädlichen Folgen für Land, Mensch und Tier. Zehn der hundert Millionen Äthiopier leiden jetzt schon Hunger. Die heißeren Temperaturen setzen der Landwirtschaft zu und entziehen den Menschen die Lebensgrundlage.

Wenn keine Veränderung eintritt, werden Millionen ihre Heimat verlassen müssen. Die UN warnt davor, dass es bis 2050 zu weltweit 200 Millionen Klimaflüchtlingen kommen könnte. Während Europa die aktuelle Flüchtlingskrise kaum in den Griff bekommt, bahnt sich bereits die nächste, viel größere an. Die Beschlüsse von Paris greifen zu spät, um dem vorzubeugen. Der Bauer Kemal Tuna erliegt einem Irrtum. Die Menschen sind verrückt geworden, nicht Gott.




Quelle: „news.at“, www.news.at

Schlagwörter: Äthiopien, Dürre, Klima, Klimawandel, Hunger, Weltklimakonferenz, Paris, Klimaflüchtlinge, Kriegsflüchtlinge, Ernte, Ernteausfall, Erderwärmung, 2020