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Haiti: Autos brennen – Gewalt auf den Straßen

 
Meldung vom 21.01.2016

Autos brennen und gewalttätige Gruppen ziehen durch die Straßen von Port-au-Prince. Kurz vor der Stichwahl um das Präsidentenamt demonstrieren Anhänger der Opposition ihren Unmut. Aber auch innerhalb der Wahlbehörde nimmt der Widerstand überhand.

Eigentlich sollte die Stichwahl um das höchste Amt des Landes am Sonntag (24.01.2016) abgehalten werden. Ob der Termin nun tatsächlich aufrechterhalten werden kann, wird immer mehr fraglich. Die Oppositionsplattform G8 hat jedenfalls an die Wähler appelliert, der Abstimmung fernzubleiben. Ihre Demonstration am Montagabend vor dem Präsidentenpalast mündete in Straßenkämpfe zwischen Kundgebungsteilnehmern und der Polizei, am Dienstag riss die Gewalt nicht ab. In der Hauptstadt Port-au-Prince gingen zahlreiche Autos in Flammen auf – der Karibikstaat droht erneut ins völlige Chaos abzugleiten.

Die Wut der Oppositionsanhänger ist an die Behörden Haitis adressiert. Anfang Januar hatte eine unabhängige Kommission bekannt gegeben, dass beim ersten Wahlgang Ende Oktober 2015 massive Wahlfälschungen aufgedeckt wurden. So sollen Wahlhelfer die Stimmenauszählung zugunsten des Regierungskandidaten Jovenel Moïse gefälscht haben. Der oppositionelle Präsidentschaftskandidat Jude Célestin boykottierte daraufhin die Stichwahl. Er beschimpfte die Wahl am kommenden Sonntag als „Staatsstreich“. Laut Wahlgesetz würde sein Platz in der Stichwahl nun an den Drittplatzierten übergehen, doch dieser hat nicht die Absicht, sich dafür zur Verfügung zu stellen. So bleibt nur Regierungskandidat Moïse übrig.

Dass diese Wahl nun offensichtlich kaum mehr zu retten ist, haben auch die Mitarbeiter der Wahlbehörde erkannt. Wie Radio Metropole Haiti meldet, hätten mittlerweile vier der insgesamt neun Mitglieder ihre Mitarbeit gekündigt. Nun ist unklar, ob die Einrichtung noch rechtmäßig ist. Auch mehrere Senatoren haben sich inzwischen dafür ausgesprochen, die Stichwahl zu unterbrechen und eine Übergangsregierung einzurichten. Die Entscheidung muss schnell erfolgen, denn am 7. Februar läuft die Amtszeit von Präsident Michel Martelly aus, der nach fünf Jahren aus dem Amt scheidet.

Haiti durchlebt seit Monaten eine schwere politische Krise. Das ärmste Land Lateinamerikas hat sich außerdem immer noch nicht von den Folgen des schweren Erdbebens im Januar 2010 erholt. Mehr als 200.000 Menschen starben, mehr als eine Million wurden obdachlos.






Quelle:  „Deutsche Welle“, dw-world.de

Schlagwörter: Haiti, Stichwahl, Boykott, Gewalt, Demonstration, Port-au-Prince, Opposition, Oppositionsanhänger, Jude Célestin, Jovenel Moïse, Kandidaten, Wahlfälschung, Wahlkommission, Übergangsregierung, Michel Martelly, Präsident