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Äthiopien: Am Abgrund der Hungersnot

Meldung vom 03.02.2016

Eine Dürre hält Teile von Äthiopien seit Monaten im Griff. Immer näher rückt das, was die äthiopische Regierung seit vielen Jahren vermeiden wollte – eine Hungersnot. Die internationale Gemeinschaft hat bereits Unterstützung in Aussicht gestellt. Doch wie immer stellt die Umsetzung das Problem dar: Vom versprochenen Geld ist bislang nicht einmal die Hälfte wirklich verfügbar. Die Menschen in den Dürreregionen Äthiopiens sind verzweifelt. Ernten sind verdorrt, Vieh ist aus Hunger und Durst verendet. Und auch die Menschen haben keine Nahrungsmittel mehr, das Land bat deshalb bereits um internationale Unterstützung.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon fuhr gerade persönlich ins Dürregebiet von Ziway-Dugda, wo er in der Stadt Ogolcho am Sonntag (31.01.2016) mit Bauern und Mitarbeitern von Hilfsorganisationen sprach. Von der Dürre besonders in Mitleidenschaft gezogen ist auch der Raum Dubti in der Region Afar. Das Gebiet leidet ohnehin unter großen Hitzeperioden und ist extrem niederschlagsarm, nun trocknet auch der Fluss dort langsam aus. Manche Beobachter sind in Sorge, dass bald auch Kinder sterben. „Mein Kind ist so schwer unterernährt, dass es nicht einmal mehr an meiner Brust trinken konnte“, klagt Fatuma Hussein. Die 30-Jährige hatte das Glück, für zwei Monate in eine Klinik aufgenommen zu werden, um ihr Kind behandeln zu lassen.

Mitarbeiter der Klinik geben an, dass der Zustand des Kindes besorgniserregend sei, weil die Mutter zu Hause keine Nahrungsmittel mehr habe und die für ihren geschwächten Sohn bestimmte angereicherte Nahrung mit den älteren Kindern geteilt habe. „Sie haben mich gebeten, in der Klinik zu bleiben, bis sich der Zustand meines Sohnes gebessert hat. Aber das kann ich nicht. Wenn ich hier bleibe, stirbt der Rest meiner Kinder. Wenn Allah entscheidet, sein Leben zu nehmen, dann sei es so.“

Die äthiopische Regierung und Hilfsorganisationen führen die Not auf das Wetterphänomen El Niño zurück. Die Lebensmittelversorgung für mehr als zehn Millionen Menschen ist gefährdet. Schätzungen zufolge muss man in dem Land bald mit mindestens 400.000 Fällen von schwerer Unterernährung bei Kindern unter fünf Jahren rechnen.

Weniger als die Hälfte der 1,4 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro), die laut UN für dringende Nahrungsmittelhilfen aufgebracht werden müssen, sind bislang angekommen. Hilfsorganisationen geben zu bedenken, dass die Not in Äthiopien wegen anderer Konflikte wie in Syrien und der Flüchtlingsproblematik nicht mehr so viel mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehe.

Äthiopien hat sich in den vergangenen Jahren bemüht, gegen afrikanische Vorurteile wie Armut und Mangel anzugehen. Das Land steckte Millionen in Infrastruktur und Energieprojekte. Doch obwohl das Land nun besser gewappnet ist und Vorbereitungen getroffen hat, um seine Bevölkerung zu ernähren, ist eine Dürre dieser Größenordnung für das Land alleine nicht zu bewältigen. Die UN gaben vergangene Woche bekannt, dass die Ernteerträge in Äthiopien wegen El Niño um 50 bis 90 Prozent eingebrochen sind. In der Region Afar steht nach Einschätzung von Ärzten eine Katastrophe an, wenn nicht bald Nahrungsmittellieferungen dorthin geschickt werden.

Laut Kedir Abate, dem medizinischen Direktor der Megenta-Klinik in Afar, werden jede Woche 20 bis 30 schwer unterernährte Kinder eingeliefert. Die Zahl der mäßig unterernährten Kinder vergrößere sich so schnell, dass er befürchtet, sie könnten bald in die Kategorie der schwer unterernährten Kinder fallen. Sowohl Kinder als auch Schwangere sind am anfälligsten, an Hunger zu sterben.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Handelsblatt“, handelsblatt.com

Schlagwörter: Äthiopien, Dürre, Hunger, Hungersnot, Regierung, El Niño, Nahrung, Nahrungsmittel, Hilfsgüter, Hilfsgüterlieferungen, Ban Ki Moon, Kinder, Hungertod, Ziway-Dugda, Ogolcho, Dubti, Afar, Niederschlag, Regen, Ernte, Ernteausfall, Vieh, UN, Hilfsgelder, Klima, Klimawandel