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Südsudan: Kämpfe in Pibor – Klinik geplündert

Meldung vom 01.03.2016

Die Kämpfe im Südsudan weiten sich aus. Auch vor Einrichtungen von Hilfsorganisationen und UN-Flüchtlingscamps machen die Gewalttäter nicht Halt. Am Dienstagnachmittag (23.02.2016) loderten heftige Gefechte in der südsudanesischen Region Pibor auf. Dabei wurde auch eine medizinische Einrichtung von Ärzte ohne Grenzen überfallen und ausgeraubt. Im Zuge dieses Übergriffs wurden mindestens 35 Menschen verletzt, geschätzte 1.000 Menschen flohen und versuchten, auf einem Gelände der UN-Mission im Südsudan (UNMISS) unterzukommen.

Die Kämpfe brachen am frühen Nachmittag des 23. Februars aus und zogen sich über den ganzen Tag hin. Schließlich sah das Team von Ärzte ohne Grenzen keinen anderen Ausweg, als sich in seine Unterkunft zurückzuziehen. Als sich jedoch die schweren Gefechte immer mehr näherten, suchte das Team Obdach auf dem UNMISS-Gelände. Die Ärzte packten medizinische Ausrüstung und Material ein und konnten so Verwundete in dem UN-Camp medizinisch versorgen. Da es dort jedoch keine Möglichkeiten gibt, Operationen durchzuführen, ist die Hilfe nur begrenzt. Und viele Verwundete benötigen gerade chirurgische Eingriffe.

In der Region werden die Kämpfe unvermindert fortgeführt. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen bestätigen, dass mehrere Häuser durch die Gewalt zerstört wurden. Doch noch konnte das Ausmaß der Zerstörung in der Einrichtung von Ärzte ohne Grenzen nicht bestimmt werden.

„Es herrscht nun dringender Bedarf an medizinischer Nothilfe hier in Pibor, doch es gibt nur sehr eingeschränkte Kapazitäten, um zu helfen und Leben zu retten“, klagt Corinne Benazech, Landeskoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen. „Wir müssen uns erst ein Bild der Zerstörung und Plünderung unseres Gesundheitszentrums machen. Doch wenn es uns nicht möglich sein sollte, unsere Hilfe wieder aufzunehmen, würde aus einer schlimmen Situation eine Katastrophe werden, denn nur Ärzte ohne Grenzen bietet in diesem Gebiet medizinische Hilfe an. Wir wiederholen unseren Aufruf, dass alle bewaffneten Akteure das internationale humanitäre Recht respektieren müssen, unter dessen Schutz die Zivilbevölkerung, medizinische Einrichtungen und die Bereitstellung humanitärer Hilfe stehen.“




Quelle: „Ärzte ohne Grenzen, Medecins sans Frontieres“, www.aerzte-ohne-grenzen.de

Schlagwörter: Südsudan, Kämpfe, Pibor, Gewalt, Gefechte, UN-Flüchtlingscamps, Ärzte ohne Grenzen, Hilfsorganisation, Menschenrechte, humanitäre Hilfe, Medizin, Ärzte, medizinische Versorgung, Flüchtlinge, Klinik, Plünderung, Flucht, UNMISS, Bürgerkrieg