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Indien: Zehn Milliarden Fingerabdrücke – Weltweit größte Hightech-Volkszählung

Meldung vom 06.04.2016

Indien führt seit Jahren eine Volkszählung durch. Dafür werden die Daten der Menschen eingescannt. Sechs Jahre nach dem Start nähert sich das Projekt Aadhaar seinem Ende: In der bevölkerungsreichsten Demokratie der Erde haben die Behörden mittlerweile bei 93 Prozent aller Erwachsenen die biometrischen Daten erfasst.

Das weltweit größte Programm zur biometrischen Erfassung der Bürger hat die Schwelle von einer Milliarde Menschen überschritten. Wie die indische Erfassungsbehörde UIDAI bekannt gab, sind nun 93 Prozent der erwachsenen Inder mit einem Ausweis mit biometrischen Daten ausgestattet. Der sogenannte Aadhaar-Ausweis ist die zentrale Errungenschaft eines 2010 begonnenen Mammutvorhabens, bei dem die Ausweisinhaber unter anderem auch eine persönliche, zwölfstellige Identifikationsnummer erhalten. In der Altersgruppe der 5- bis 17-jährigen Kinder verfügen nach Angaben der Erfassungsbehörde mittlerweile zwei Drittel über einen solchen Ausweis.

Mit dem Aadhaar-Programm wird eine zentrale Datenbank eingerichtet, mit deren Hilfe alle Bürger Indiens eindeutig identifiziert werden können. Dafür werden neben Namen, Geburtsdatum und Geburtsort auch biometrische Merkmale festgehalten und gespeichert. Dazu gehören neben einem Foto ein Scan der Iris beider Augen sowie alle zehn Fingerabdrücke. Derzeit zählt Indiens Bevölkerung rund 1,3 Milliarden Menschen.

Der Name Aadhaar bedeutet etwa „Grundlage“ oder „Unterstützung“. Ziel der Maßnahme ist nach Angaben der Regierung die Optimierung von Verwaltungsvorgängen. Der Aadhar-Ausweis soll zum ersten Mal in der Geschichte des indischen Staatswesens überhaupt eine klare und eindeutige Identifikation aller Bürger des Landes gewährleisten.

Nebenbei soll Aadhaar der indischen Wirtschaft auch Daten für verbesserte Geschäftsbeziehungen zum Kunden liefern. Weil das bisherige Pass- und Meldewesen große Schwachstellen aufwies, mussten viele Inder bislang eine breite Vielfalt an amtlichen und halbamtlichen Dokumenten vorzeigen. Immer dabei trug man zum Beispiel Führerscheine, Rationskarten oder auch Wahlzettel. Die Erfassung aller Inder soll auch Fälschungen, Sozialbetrug und Korruption vorbeugen.

Befürworter haben besonders die Vorteile für Arme und die ländliche Bevölkerung im Blick: „Durch eindeutige Identifikation können sie künftig Bankgeschäfte tätigen, Sozialhilfe beantragen und eine Schulausbildung bekommen“, so die Pluspunkte der biometrischen Massenerfassung. Gegner des milliardenteuren Aardhaar-Projekts weisen auf den möglichen Datenmissbrauch durch Dritte hin. Sie befürchten einen unkontrollierten Zugriff durch Behörden und die Bewahrheitung eines „Orwell'schen Alptraums“, nämlich den des vollständig „gläsernen Bürgers“.

Auf der anderen Seite könnte das Projekt dem Land enorme Fortschritte bescheren und die indische Wirtschaft ankurbeln. Unter Verwendung der Masse der Biometrie-Daten könnten Hightech-Unternehmen aus aller Welt Indien als Versuchslabor für hochmoderne Bezahlsysteme nutzen und zum Beispiel Geschäftsabschlüsse per Fingerabdruck oder den Iris-Scan ausprobieren.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „n-tv“, n-tv.de

Schlagwörter: Indien, Volkszählung, Aadhaar, Aadhaar-Programm, Hightech, Daten, biometrische Daten, Erfassung, Identifikation, Ausweis, Papiere, Dokumente, Bezahlsysteme, Orwell, 1984, der gläserne Mensch, Verwaltung, Korruption, Wirtschaft, Bankgeschäfte, Iris-Scan, Fingerabdrücke