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Haiti: Als wäre das Erdbeben gestern gewesen

Meldung vom 07.04.2016

Als wäre das Erdbeben gestern passiert – so ist der Eindruck einer Schweizer Schönheitskönigin, die gerade Haiti besucht hat. Manchmal ist es hilfreich, die Zustände in einem Land durch die Augen von Menschen zu sehen, die nicht beruflich mit Entwicklungshilfe zu tun haben. Die Schweizerin Christa Rigozzi hat die Erdbebenopfer in Haiti besucht. Die Folgen der Katastrophe sind bis heute zu sehen, auch wenn sich das Beben vor sechs Jahren ereignete. Die Miss Schweiz 2006 ist betroffen.

Diese Bilder haben sich ihr tief eingeprägt: Als Schweizer Botschafterin einer Hilfsorganisation hat Miss Schweiz 2006 Christa Rigozzi (32) den Erdbebenopfern von Haiti einen Besuch abgestattet. „Ich bin total schockiert. Mein erster Eindruck: Das Erdbeben ist gerade erst gestern passiert. Alles scheint noch in Trümmern zu liegen“, berichtet die Tessinerin.

Dabei ist es sechs Jahre her, dass das Erdbeben Haiti mit seiner Hauptstadt Port-au-Prince im Januar 2010 heimsuchte und fast alles dort zum Einsturz brachte. Mehr als 217.000 Menschen starben in den Trümmern, vier Millionen Einwohner der Karibikinsel erlitten schwere Verletzungen.

Doch bis heute ist das Elend überall wahrnehmbar, immer noch stehen von vielen Häusern nur noch einzelne Wände, in den Straßen häufen sich Berge von Abfall. Die hygienischen Bedingungen sind chaotisch, ein bestialischer Gestank von Moder und Verwesung macht vielerorts das Atmen schwer. „Man will helfen, aber weiß nicht wie. Wohin mit dem Abfall, wenn es keine Kehrichtverbrennungsanlagen mehr gibt?“, meint Rigozzi.

Für den Wiederaufbau ist einfach zu wenig Geld vorhanden. Kurz nach dem Erdbeben kämpfte die Insel mit epidemischen Krankheiten wie Cholera und Malaria. Eine weitere humanitäre Katastrophe. Ein Großteil der Entwicklungshilfegelder wurde für die medizinische Behandlung der Menschen benötigt. „Während wenige Politiker in protzigen Villen ein luxuriöses Leben führen, haust die Bevölkerung in Bretterbuden oder auf der Straße. Viele haben nicht mal genug Geld, um ein bisschen Reis zu kaufen“, beobachtet Rigozzi.

Die Moderatorin hatte bei ihrer Reise ihren Gatten Giovanni Marchese (37) an ihrer Seite. Beide kamen beim Einsatz an ihre emotionalen Grenzen. „Ich habe geweint, geschluchzt und geschrien. Die Situation scheint hoffnungslos – trotzdem ist es so wichtig, diese Hoffnung nicht zu verlieren“, betont die frühere Schönheitskönigin.

Rigozzi inspizierte auch ein Rehabilitationszentrum für Amputationspatienten und Schulen für die Waisenkinder. Dass die Kleinsten die Gäste dennoch mit einem Lachen begrüßten, ist ein Trost. „Aber es bricht mir das Herz, sie wieder zu verlassen. Ich gehe in die Schweiz, und sie bleiben zurück in dieser elenden Situation“, erklärt Rigozzi selbstkritisch.




Quelle: „Blick“, www.blick.ch

Schlagwörter: Haiti, Erdbeben, Wiederaufbau, Cholera, Malaria, Trümmer, Abfall, Christa Rigozzi, Miss Schweiz, Armut, Obdachlosigkeit