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Afghanistan: Demonstration der Hazara gegen Ungerechtigkeit

 
Meldung vom 17.05.2016

In Kabul hat die Bevölkerungsminderheit der Hazara eine große Demonstration abgehalten. Dabei waren den Demonstranten gleich zwei Themen wichtig: Sie kämpfen für eine angemessene Stromversorgung und wollen sich gegen Diskriminierung zur Wehr setzen.

In diesem Fall war es wohl der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte: Die Minderheit der Hazara in Afghanistan hegte berechtigte Erwartungen, von einer neuen Überland-Stromtrasse begünstigt zu werden – doch die Regierung entschied sich im letzten Augenblick dagegen.

In Kabul lief die Protestkundgebung unter massiven Sicherheitsvorkehrungen. Die Hazara gaben ihrem Unmut über die Verlegung der Route eines wichtigen Stromprojekts Ausdruck. Beobachter gingen von einer Teilnehmerzahl von mehreren 10.000 Demonstranten aus. Ein Haupt-Organisator des Protests bezifferte die Menge auf 100.000 Teilnehmer. „Hunderte Polizisten, Soldaten und Mitglieder des Geheimdienstes“ überwachten die Straßen, sagte ein Polizeisprecher.

Die meisten Demonstranten zählten zu der größten ethnischen Minderheit des Landes, den Hazara. Viele waren aus der hauptsächlich von Hazara bewohnten zentralafghanischen Provinz Bamian gekommen. Durch diese Provinz sollte ursprünglich eine Überland-Stromtrasse verlaufen, die Strom aus Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan über den Hindukusch geleitet hätte. 2013 entschied die damalige Regierung in Kabul aber, die „Tutap“ genannte Trasse aus Sicherheits- und technischen Gründen über andere Regionen verlaufen zu lassen.

Der Startschuss für das Projekt war vergangene Woche von den Staats- und Regierungschefs von Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Afghanistan und Pakistan feierlich begangen worden. Es wird von der Asiatischen Entwicklungsbank mitfinanziert. Mittlerweile hat sich die Umsetzung des Projektes schon sechs Monate verzögert.

Die Volksgruppe der Hazara verlangt, dass die Leitung wieder durch Bamian verlegt werden müsse. Die Demonstranten beschweren sich zudem über die generelle wirtschaftliche Benachteiligung und unveränderte Diskriminierung der Hazara. Bamian wird als eine der ärmsten Provinzen des Landes eingestuft.

In der Nacht hatte die Regierung die Straßen Richtung Präsidentenpalast und Flughafen abgesperrt. Nachdem im November Taliban sieben Hazara enthauptet hatten, waren bei einer ähnlich großen Demonstration Tausende auf den Palast zugelaufen und hatten sich bitterlich über die mangelnde Sicherheit für die Hazara-Minderheit beschwert. Eine kleine Gruppe hatte den Palast damals auch attackiert.


Video-Beiträge zu diesem Thema

 Massenproteste der Hasara in Kabul




Quelle:  „Deutsche Welle“, dw-world.de

Schlagwörter: Afghanistan, Hazara, Hasara, Hazare, Minderheit, Demonstration, Diskriminierung, Ungerechtigkeit, Strom, Stromversorgung, Stromtrasse, Überland-Stromtrasse, Tadschikistan, Usbekistan, Turkmenistan, Hindukusch, Verlauf, Projekt, Tutap, Bamian, Militär, Polizei, Präsidentenpalast, Absperrung