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Afghanistan: Gebrochene Versprechen – Binnenflüchtlinge ohne Hilfe

Meldung vom 01.06.2016

Immer mehr Afghanen sind innerhalb ihres Landes gezwungen zu fliehen. Laut Amnesty International fristen viele von ihnen ein Dasein unter „abscheulichen Bedingungen“. Kaum eine Institution kümmert sich um die Binnenflüchtlinge.

Durch die massiven Angriffe der Taliban hat sich die Zahl der Binnenflüchtlinge innerhalb der vergangenen drei Jahre fast verdoppelt. Laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat sich die Zahl auf fast 1,2 Millionen vergrößert. 2013 hatten die Vereinten Nationen noch rund 500.000 Binnenflüchtlinge in Afghanistan registriert.

Der Amnesty-Bericht mit dem Titel „Meine Kinder sterben diesen Winter – Afghanistans gebrochene Versprechen gegenüber seinen Binnenflüchtlingen“ prangert die Passivität der afghanischen Regierung an. Zudem wird darin kritisiert, dass auch die internationale Gemeinschaft wegschaut.

Die Vertriebenen vegetierten unter „abscheulichen Bedingungen gerade so am Rande des Überlebens dahin“. Sie hätten oft keine Bleibe mehr, lebten unter freiem Himmel und litten unter Mangel an Essen und sauberem Wasser. Zudem sind sie abgeschnitten von jeglicher Gesundheitsfürsorge, Bildung oder Arbeit.

Ein 2014 beschlossenes umfassendes Hilfsprogramm der afghanischen Regierung sei an einem enormen Mangel an Expertise sowie Korruption innerhalb des Ministeriums für Flüchtlinge gescheitert. Zugleich habe sich die internationale Gemeinschaft nicht so stark engagiert, wie das angesichts des Kabuler Versagens dringend notwendig gewesen wäre.

Die Vereinten Nationen hätten für 2016 die Weltgemeinschaft um 393 Millionen Dollar für humanitäre Hilfe in Afghanistan gebeten – aber der Betrag reiche nicht, da die Not sehr zugenommen habe. Zusätzlich sei im Mai weniger als ein Viertel dieses Betrages wirklich eingegangen.

Gleichzeitig gingen die radikalislamischen Taliban in den letzten Monaten immer brutaler gegen die Regierung und die Zivilbevölkerung vor. In der umkämpften afghanischen Nordprovinz Kunduz ermordeten sie am Dienstag (31.05.2016) dreizehn Reisende und entführten mehr als 180 Menschen. Etwa 150 Geiseln seien inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Die Aufständischen halten seit Monaten regelmäßig Autos in vielen Provinzen des Landes an. Sie bemühen sich, Mitglieder der Regierung oder Sicherheitskräfte sowie Mitarbeiter internationaler Organisationen in ihre Gewalt zu bekommen. Die werden dann bedroht, verschleppt oder umgebracht. Die Übergriffe sollen dazu dienen, die afghanische Bevölkerung einzuschüchtern, besonders Angestellte des Staates. Damit soll die Regierung geschwächt werden. Zusätzlich sollen die Menschen abgeschreckt und entmutigt werden, die für die „internationalen Eindringlinge“ oder „Besatzer“ arbeiten.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Spiegel Online“, spiegel.de

Schlagwörter: Afghanistan, Flüchtlinge, Binnenflüchtlinge, Menschenrechte, UN, Taliban, Korruption, Staat, Regierung, Versprechen, Kabul, Versagen