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Äthiopien: Konflikt mit Eritrea wieder aufgelodert

 
Meldung vom 15.06.2016

Äthiopien ist wieder mit seinem Nachbarland Eritrea aneinander geraten. In der Grenzregion sind in den letzten Tagen bewaffnete Auseinandersetzungen ausgebrochen. Die Kämpfe spielten sich in der Region von Tsorona ab, wo der Grenzverlauf bis heute noch nicht genau festgelegt ist und immer wieder für Unruhe sorgt. Eritrea wirft dem verfeindeten Nachbarland Äthiopien einen Angriff an der Grenze vor. Der Anschlag wurde am Sonntag (12.06.2016) in der Region Tsorona durchgeführt, teilte die Regierung Eritreas am Montag mit.

Über die Hintergründe des Angriffs gab es zunächst keine genauen Details. Die äthiopische Regierung hat den Übergriff bestätigt und als „verhältnismäßige Maßnahme“ gegen Provokationen Eritreas definiert. Laut dem äthiopischen Regierungssprecher haben beide Seiten viele Todesopfer zu beklagen, allerdings gab es mehr Tote auf eritreischer Seite. Die Kämpfe haben sich offenbar bis Montagnachmittag hingezogen. Es ist kaum möglich, objektiv zu bewerten, wer mit den Angriffen begonnen hat.

Am Dienstag drohte die äthiopische Regierung dem Präsidenten von Eritrea, Isayas Afewerki, dass es auf seine Einstellung ankäme, ob es zu einem totalen Krieg komme oder nicht. „Wir hoffen, er wiederholt nicht den Irrtum, uns in einen offenen Krieg zu verwickeln.“

Die beiden ostafrikanischen Länder gerieten von 1998 bis 2000 in einen blutigen Krieg. Bis zu 100.000 Menschen starben in dem Streit um die Grenze zwischen den beiden Ländern. Die Grenze zwischen dem seit 1993 unabhängigen Eritrea und Äthiopien wurde nie auf dem Boden sichtbar fixiert. Um weiteren Konflikten vorzubeugen, legte eine Expertenkommission eine Kompromisslinie fest. Die Lage zwischen dem jungen, bitterarmen Eritrea und dem alten, für afrikanische Verhältnisse gut ausgerüsteten Äthiopien blieb aber kritisch.

Gerade vor einer Woche gab die UN einen Bericht zur Menschenrechtslage in Eritrea heraus. Dieser Berichtet listet schreckliche Zustände in den Gefängnissen auf: Folter, Vergewaltigungen, politische Entführungen, Morde, Zwangsarbeit und Sklaverei. Der Report kommt zu einem vernichtenden Ergebnis über das Regime in Asmara und verlangt, den Diktator Afewerki vor dem Internationalen Strafgerichtshof anzuklagen. Allerdings hatte die UN-Kommission keine Gelegenheit, in Eritrea selbst zu recherchieren. Die Einreise wurde ihr untersagt. Der Bericht basiert auf Aussagen von Eritreern im Ausland.

Oppositionelle Eritreer kritisieren, dass die jüngsten militärischen Machtkämpfe mit Äthiopien für die eritreische Führung ein willkommener Anlass sein könnte, das Land wieder auf Linie zu bringen und Patriotismus und Einheit zu propagieren. Damit kann das Regime die Militarisierung des Landes weiterhin rechtfertigen. Der permanente latente Kriegszustand ist für das Regime in Asmara und seine diktatorischen Maßnahmen gegen die Bevölkerung quasi die Existenzgrundlage.


Video-Beiträge zu diesem Thema

 Eritrea: Spurensuche in einem verschlossenen Land




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Neue Zürcher Zeitung, NZZ Online“, nzz.ch

Schlagwörter: Äthiopien, Eritrea, Grenze, Grenzverlauf, Gefechte, Kämpfe, Angriff, Militär, Krieg, Diktator, Asmara, Isayas Afewerki, Folter, Menschenrechte, Repression, UN, UN-Bericht, Zwangsarbeit, Sklaverei, Militarisierung, politische Entführungen, Internationaler Strafgerichtshof, Anklage