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Äthiopien: Relikte aus dem geheimnisvollen Reich Saba entdeckt?

Meldung vom 31.08.2016

Immer noch gibt die Frage nach dem Verbleib des Köngreichs von Saba den Wissenschaftlern Rätsel auf. Vermutet wird es in Äthiopien. Die biblische Geschichte um die Königin von Saba und einige archäologische Funde dienen als Grundlage dafür. Nun untersuchen deutsche Wissenschaftler die Tempel von Yeha und Grat Be´al Gebri. Nicht zuletzt aufgrund der Geschichten rund um die Königin von Saba umgibt die damals dort angesiedelten Sabäer etwas Geheimnisvolles – auch wenn bis heute noch nicht eindeutig feststeht, ob zwischen der biblischen Herrscherin und den Sabäern ein historischer Zusammenhang besteht.

Nur wenige Erkenntnisse hat man bis heute über das antike semitische Volk im Südwesten der Arabischen Halbinsel. Die ältesten assyrischen Quellen erwähnen sie bereits vor über 2.300 Jahren. Meist werden sie, etwa im Alten Testament und bei den Griechen, als erfolgreiche Weihrauch-Händler eingestuft. Bei den Römern hatten sie sich sogar einen Namen gemacht als das wohlhabendste Volk in Arabien.

Weniger bekannt ist, dass die Sabäer jenseits des Golfes von Aden im heutigen Äthiopien monumentale Bauten zurückgelassen haben: Wie Gebäude aus einer fremden Welt erheben sich der Tempel von Yeha und der etwa 200 Meter von ihm entfernte Grat Be´al Gebri im nördlichen Hochland des ostafrikanischen Landes. Während die Originalmauern der religiösen Stätte für den sabäischen Gott Almaqah fast 15 Meter hoch sind, erreichen die Wände des Verwaltungsgebäudes sogar eine Höhe von 27 Metern.

So außergewöhnlich die beiden Bauwerke sind, so rätselhaft ist ihre Geschichte. Nun soll ein Team von deutschen Wissenschaftlern die spektakuläre archäologische Stätte genauer untersuchen. „Wir wissen, dass die beiden Gebäude von den Sabäern errichtet wurden“, meint Norbert Nebes von der Universität Jena, der gemeinsam mit seiner Kollegin Iris Gerlach vom Deutschen Archäologischen Institut (DAI) das Projekt in die Hand genommen hat.

Einige Vertreter dieses Volkes zogen bereits 800 vor unserer Zeitrechnung vom Gebiet des heutigen Jemen nach Äthiopien um – wahrscheinlich um die Quellen beliebter Handelsgüter wie Weihrauch, Gold und Elfenbein besser erreichen zu können, erklären die Forscher.

Dank früherer Projekte weiß man heute, dass zum Bau der imposanten Stätten offenbar erhebliche Lasten transportiert werden mussten. Die massiven Steinblöcke, aus denen der Tempel für den sabäischen Hauptgott gemacht ist, wurden aus einem etwa 100 Kilometer entfernten Steinbruch herbeigeschafft. Doch Kenntnisse darüber, wie sich etwa die Beziehungen zwischen der Heimat der Sabäer und den afrikanischen Niederlassungen gestaltete, sind rar.

Neuere Erkenntnisse könnten allerdings die rund 200 in Afrika hinterlassenen sabäischen Inschriften bringen, die Nebes und sein Team in den kommenden Jahren eingehend studieren werden. „Auffällig ist, dass uns die sabäischen Schriftzeugnisse aus Äthiopien einige Informationen über die Beziehungen zum Mutterland liefern – so wissen wir etwa, dass die Steinmetze der Gebäude in Yeha aus der sabäischen Hauptstadt Marib kommen. Auf der anderen Seite besitzen wir keine Dokumente aus Südarabien, die über die Auswanderer in Äthiopien berichten“, erklärt Nebes.

Man möchte auch der Frage nachgehen, wie das Zusammenleben zwischen den Übersiedlern und der einheimischen Bevölkerung funktionierte. „Anhand der Inschriften können wir bisher zumindest gut erkennen, dass es einen Kulturaustausch gegeben hat“, erläutert der Jenaer Epigraphiker. „So nennen die sabäischen Einwanderer beispielsweise in ihren Königstitulaturen immer die matrilineare, also die von der Mutter ausgehende Abstammung, was in Arabien nicht gebräuchlich war.“

Im Rahmen des neuen Projektes stehen für die Altertumswissenschaftler auch ethnohistorische Forschungen auf dem Programm. Forschungsmaterial sollen dabei die mündliche Überlieferungen von der jetzt dort lebenden Bevölkerung darstellen. So könnten etwa in Namen noch Spuren des Südarabischen konserviert sein.

Vielleicht kommen die Forscher so auch dem Geheimnis auf die Spur, wie die sabäische Besiedlung in der Region verschwand. „In der Mitte des 1. Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung verschwinden die äthio-sabäischen Könige in Tigray schlagartig von der Bildfläche“, ergänzt Nebes. „Warum, wissen wir nicht genau. Vermutlich hängt diese Entwicklung damit zusammen, dass die Sabäer in dieser Zeit auch in Südarabien ihre Vorherrschaft verlieren und auf ihre Kerngebiete zurückgedrängt werden.“ Etwa 500 Jahre nach dem Verschwinden der Sabäer etabliert das Aksumitische Reich in der Region seine Herrschaft. Was sich in der Zwischenzeit ereignete, liegt ebenfalls im Dunkeln.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Der Standard“, derStandard.at

Schlagwörter: Äthiopien, Saba, Sabäer, Volk, Königin von Saba, Mythos, Wissenschaftler, Archäologie, Relikte, Tempel, Altes Testament, Bibel, Weihrauch, Inschriften, mündliche Überlieferungen, Tigray, Tempel von Yeha, Grat Be' al Gebri, Altertum, Altertumswissenschaftler, Geschichte, antikes semitisches Volk, Ethnologie