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Uganda: Ugandische Armee lässt Operation gegen Rebellenführer Kony fallen

Meldung vom 01.09.2016

Ugandas Armee will die Verfolgung von LRA-Chef Joseph Kony beenden. Für die Regierung stellen die Rebellen keine Bedrohung mehr dar, zudem ist der Militäreinsatz kostspielig. Doch wer kümmert sich dann um die Zivilbevölkerung in Zentralafrika?

Es war nur eine Randbemerkung im Gespräch mit Medien: Fast beiläufig erklärte Ugandas Armeechef Katumba Wamala vor wenigen Wochen, dass seine Truppen die militärische Operation gegen die Lord’s Resistance Army (LRA) beenden würden. Lange Zeit wurde sie als eine der brutalsten Milizen Afrikas eingestuft. Der Internationale Strafgerichtshof fahndet nach ihrem Chef Joseph Kony mit Haftbefehl. Besonders gefürchtet ist die LRA wegen ihrer Strategie, Kinder zu verschleppen und Kindersoldaten aus ihnen zu machen.

Bis 2005 attackierte die Terror-Truppe, deren Mitglieder von der Ethnie der Acholi abstammen, im Norden Ugandas die Regierungssoldaten. Dann flüchtete die Miliz in den Südsudan, später in den undurchdringlichen Busch der benachbarten Demokratischen Republik Kongo. Ugandas Armee kam ihnen dort 2008 auf die Spur und startete Luftangriffe auf sie. Die LRA-Einheiten unter Anführer Kony wurden zerschlagen und rannten in alle Richtungen fort: in den Südsudan, in die Zentralafrikanische Republik. Seitdem setzen ugandische Soldaten den Rebellen über alle Landesgrenzen hinweg nach.

Ugandas Armeesprecher Oberst Paddy Ankunda berichtet: Erst vergangene Woche haben ugandische Soldaten an der Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo und der Zentralafrikanischen Republik einige LRA-Kämpfer überwältigt. Dabei haben sie auch vier Gefangene befreit. „Der Grund, warum die Kämpfer dort überleben können ist, dass in diesem riesigen Gebiet jegliche Regierungsstrukturen fehlen“, erläutert Ankunda. „Aber als konventionelle Streitkraft ist die LRA erledigt.“

Die Militäroperationen im Dreiländereck zwischen der Zentralafrikanischen Republik, der Demokratischen Republik Kongo und dem Südsudan wurden unter einem Mandat der Afrikanischen Union (AU) durchgeführt. 5.000 Soldaten aus den drei Ländern sollen der LRA über die Grenzen hinweg nachstellen. Rund 500 ugandische Spezialkräfte waren bislang im Osten der Zentralafrikanischen Republik extra für diese Aufgabe eingeteilt. Ein Teil beschützte vor allem kleine Dörfer vor den Übergriffen der LRA. Der andere durchforstete in kleinen Einheiten den Dschungel, um die LRA-Kämpfer ausfindig zu machen. Rund 200 amerikanische Spezialkräfte sollten die Fahndung durch logistische Hilfen und Aufklärung noch schlagkräftiger machen. Doch praktisch hätten nur Ugandas Soldaten die tatsächlichen Kämpfe ausfechten müssen, bemängelt Armeesprecher Ankunda.

Trotz des AU-Mandats müsse Uganda für alle Kosten der Operation selbst aufkommen, kritisiert Sprecher Ankunda weiter. Das schmälere Ugandas Staatshaushalt. Nur die Amerikaner hätten sich aktiv an den Kosten beteiligt. „Aber die Welt hat uns im Stich gelassen“, fügt Ankunda hinzu. Da die LRA keinen Einfluss mehr auf Uganda ausübt, will das Land den Kampf gegen die Truppe beenden. Ankunda meint, jetzt seien andere an der Reihe – vor allem die UN-Mission in der Zentralafrikanischen Republik (MINUSCA): „Wir planen, uns bis zum Ende des Jahres aus der Operation zurückzuziehen.“

Dabei ist die LRA nach Recherchen der amerikanischen Menschenrechtsorganisation RESOLVE noch nicht endgültig zerschlagen. Resolve-Gründer Paul Ronan recherchiert seit vielen Jahren die Entwicklungen der LRA. Die Situation vor Ort hat er durch eigene Besuche in den Armee-Stützpunkten kennengelernt. Nach seinen Informationen ist die LRA gerade damit beschäftigt, sich neu aufzustellen. Im Osten der Zentralafrikanischen Republik hat sie dieses Jahr bereits 340 Menschen gekidnappt, darunter 69 Kinder. Das ist eine größere Anzahl als im ganzen Jahr 2015. „Kämpfer, die im Februar und März von der LRA geflohen sind, sagen uns: Kony hat seiner Truppe Befehle gegeben, gezielt Jungen zu entführen, um eine neue Generation von Kämpfern auszubilden“, meint Ronan. Sein alarmierendes Ergebnis: „Die LRA ist keine sterbende Kraft.“

Experten warnen daher davor, dass der Abzug der ugandischen Truppen ein Sicherheitsvakuum im LRA-Einflussgebiet erzeugen wird. Denn ob die UN-Truppen die Lücke für die gut ausgebildeten ugandischen Soldaten so einfach füllen können, daran zweifeln viele.




Quelle:  „Deutsche Welle“, dw-world.de

Schlagwörter: Uganda, Joseph Kony, Lord's Resistance Army, LRA, Rebellen, Miliz, Armee, Jagd, einstellen, Dschungel, Rekrutierung, Kindersoldaten, Sicherheitsvakuum, MINUSCA, Afrikanische Union, Soldaten, Blauhelme, Rückzug, Militär, Militäreinsatz, Bedrohung, Demokratische Republik Kongo, Südsudan, Zentralafrikanische Republik