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Haiti: Ernte vernichtet, Vieh erschlagen, Häuser eingestürzt

 
Meldung vom 14.10.2016

Wie sollen die Menschen auf Haiti nach dem Hurrikan „Matthew“ weiterleben? Hunderttausende sind obdachlos. Nirgendwo findet man Baumaterial, die Ernte ist zerstört. Auch wenn die Welthungerhilfe Saatgut ausgibt, ist das für die jetzige Situation noch keine Lösung. Müssen die Menschen bis zu nächsten Ernte hungern?

Jeder, der dem Dorf Chalon einen Besuch abstattete, sah ein schönes, intaktes Dorf mit Bananenplantagen und hohen schattenspendenden Brot- und Mangobäumen. Das war vor dem Hurrikan. Jetzt übersäen die langen umgeknickten Baumstämme den Boden. Viele sind auf die Hütten der Bewohner gestürzt. Zum Glück hatten die meisten in der Schule – einem festen Steingebäude – Schutz gesucht. Deshalb ist in Chalon auch keiner gestorben. Aber das Vieh ist in den Fluten versunken oder erschlagen worden, die Ernte ist zerstört. Ein Baum ist auf die Hütte von Picot Erzula gekracht und hat sie unter sich zermalmt.

Die 70-Jährige hat inzwischen auf einer Bank vor den Trümmern seines Hauses Platz genommen und schüttelt bekümmert mit dem Kopf: „Den Sturm hat Gott geschickt. Die Menschen hätten so etwas nicht herbeirufen können. Schwarze Magie war das nicht. Wir müssen akzeptieren, dass wir in Gottes Händen sind.“

Picot hat keine Ahnung, wie er ohne Baumaterial und Werkzeuge etwas wiederaufbauen soll. Und das ohne den Erlös aus einer Ernte, die die Dorfbewohner verkaufen könnten. Das einzige, was ihnen bleibt, sind die vielen Baumstämme, woraus sie Holzkohle herstellen wollen. Die Deutsche Welthungerhilfe hilft Bauern in der Region immer wieder bei der Landwirtschaft. Sie werde ihnen nun Saatgut schenken, damit schnell wieder ausgesät werden kann, erklärt Mitarbeiter Thomas Rommel. Einige haben aber überhaupt keine Vorräte anlegen können, was bedeutet, dass sie bis zur nächsten Ernte hungern müssen. Manchen wird nichts anderes übrig bleiben, als ihr Glück in der Hauptstadt Port-au-Prince zu versuchen.

Die Reserven waren Rind und Schaf. Das war das langfristig investierte Geld, das sich dann langsam vermehrt. Das ist nun alles verloren ... Das Wichtige ist, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Leute ihr Leben wieder in die Hand nehmen können“, sagt Rommel.

Hunderttausende haben kein Dach mehr über ihrem Kopf, 90 Prozent allein in dieser stark betroffenen Region. In diesem Dorf dient die Schule jeden Nachmittag nach Unterrichtsschluss als Notunterkunft. In anderen Dörfern erfüllt die Kirche diese Aufgabe, viele Obdachlose haben bei Verwandten Unterschlupf gesucht. Die Menschen hier haben alles verloren.

In der weitgehend verschont gebliebenen Hauptstadt Port-au-Prince beraten Politiker und unzählige Präsidentschaftskandidaten, wie man in diesem Elend Wahlen veranstalten kann. Der Urnengang vor einem Jahr war annulliert worden. So schnell wie möglich, müsse der zuletzt wegen des Hurrikans verschobene Wahlgang durchgeführt werden, sagte der Innenminister der Übergangsregierung, Annick Francois Joseph.

Die Übergangsregierung ist relativ beschränkt in ihren Handlungen, denn sie kann keine Entscheidungen treffen, die eine legitime Grundlage brauchen. Tiefgreifende Probleme kann eine provisorische Regierung nicht anpacken. Deshalb wurde trotz der schweren Hurrikan-Schäden der 30. Oktober als Wahltag anberaumt. Und das, obwohl viele Haitianer im Unwetter ihre Ausweise verloren haben und 300 Schulen zerstört sind, die man als Wahllokale benötigt hätte.






Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „ARD-Nachrichten online“, ard.de

Schlagwörter: Haiti, Hurrikan, Matthew, Obdachlose, Vieh, Ernte, Saatgut, Hunger, Wahlen, Unwetter, Katastrophe, Übergangsregierung, Hauptstadt, Port-au-Prince