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Äthiopien: China macht’s möglich – Neue Zugverbindung zum Meer

Meldung vom 19.10.2016

Äthiopien hat eine neue Zugverbindung eröffnet – damit verringert sich die Dauer der Reise von der Hauptstadt Addis Abeba nach Dschibuti am Roten Meer auf einen Bruchteil. Bezahlt und durchgeführt wurde das Projekt – wie könnte es auch anders sein – von Chinesen.

Äthiopien feierte die Einweihung einer neuen Eisenbahnstrecke zwischen der Hauptstadt Addis Abeba und Dschibuti am Roten Meer. Die Züge schaffen die 750 Kilometer lange Strecke in rund zehn Stunden – und damit sind sie dem Auto auf der ständig verstopften Straße voller Schlaglöcher weit voraus. Die Autofahrt nimmt in der Regel zwei bis drei Tage in Anspruch. Die neue, voll elektrifizierte Strecke hat nun den Platz der 1917 von den Franzosen erbauten Strecke für Dieselloks eingenommen, die schon lange nur noch zwischen Dire Dawa und Dschibuti pendelt. Nach der Einweihung sollen drei Monate lang nur Güterzüge im Probebetrieb die Strecke abfahren. Danach dürfen die ersten Passagiere einsteigen.

Die neue Bahnstrecke hat aber vor allem den Zweck, die Wirtschaft anzukurbeln. Derzeit verstopfen täglich rund 1.500 Lastkraftwagen die Straße zwischen der Hauptstadt und der Hafenstadt im Staat Dschibuti, die als Freihafen für Äthiopien den Zugang zu Asien, Europa und dem Rest Afrikas gewährleistet.

„Dieser Zug wird alles ändern. Äthiopien ist eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Afrikas. Mit der Verbindung nach Dschibuti wird die Wirtschaft einen Sprung machen“, freut sich der Projektmanager der Äthiopischen Eisenbahngesellschaft, Mekonnen Getachew. Das Land am Horn von Afrika konnte im vergangenen Jahr ein Wirtschaftswachstum von 10,2 Prozent verbuchen. Wegen der starken Dürre wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr aber laut Schätzung des Internationalen Währungsfonds nur 4,5 Prozent wachsen.

Bezahlt hat die rund drei Milliarden Euro teure Eisenbahnstrecke zu 70 Prozent die chinesische Exim-Bank, die Verlegung der Schienen haben die beiden Unternehmen China Railway Group und China Civil Engineering Construction vorgenommen. Chinesische Techniker werden die Strecke weiter beaufsichtigen, chinesische Kontrolleure werden in den Waggons eingesetzt, um die Tickets der Fahrgäste zu prüfen. „Wir haben noch nicht die Management-Erfahrung“, entschuldigte sich Getachew. Der Vertrag mit den Chinesen sei auf fünf Jahre festgelegt, dann sollen Äthiopier für alles verantwortlich sein.

Vor einem Jahr wurde in Addis Abeba die neue Stadtbahn in Betrieb genommen – auch sie ist ein Vorzeige-Projekt der Chinesen. Es ist die erste vollelektrische Stadtbahn ihrer Art in den knapp 50 Staaten Afrikas südlich der Sahara. Auch die Schaffner der Stadtbahn stammen aus China, und auch diese Bahn soll erst nach fünf Jahren Betrieb vollständig in die Hand Äthiopiens übergehen.

Experten sind skeptisch angesichts der Finanzspritzen aus China. Sowohl die steigende Staatsverschuldung als auch die Gefahr, dass dringende Wirtschaftsreformen angesichts von prestigereichen Großprojekten unter den Tisch fallen könnten, können sich negativ auswirken. „Die chinesische Vorliebe, eigene Materialien und Arbeiter mitzubringen, führt dazu, dass ihre Investitionen weder den Arbeitsmarkt unterstützen noch die örtliche Industrie stärken“, warnte Afrika-Analystin Emma Gordon von der Beratung Verisk Maplecroft, als die Straßenbahnlinie eröffnet wurde.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Spiegel Online“, spiegel.de

Schlagwörter: Äthiopien, Zug, Zugverbindung, Schienen, Verkehr, Bahnstrecke, Eisenbahn, Addis Abeba, Dschibuti, Dschibuti-Stadt, Rotes Meer, Transport, Wirtschaft, Verkehrsader, Passagiere, Lastkraftwagen, Wirtschaftswachstum, China, Chinesen, Arbeitsmarkt, Staatsverschuldung, Investition, Finanzierung, Sponsor