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Afghanistan: Abgeschoben – Das „Mädchen mit den grünen Augen“ bei Präsident Ghani

 
Meldung vom 11.11.2016

Sie gilt als afghanische Mona Lisa. Durch ein Cover auf dem National Geographic Magazine ging 1985 das Gesicht des damals 12-jährigen Flüchtlingsmädchens Sharbat Gula durch alle Medien. Besonders der Blick aus den tiefgrünen Augen ließ und lässt auch heutzutage niemanden kalt. Die grünen Augen des Mädchens spiegelten Furcht und Entsetzen des Krieges, strahlten aber gleichzeitig Wut, Stolz, Freiheit und Würde aus. Die Frau ist in Pakistan untergetaucht, wurde nun aber nach Afghanistan abgeschoben – wegen gefälschter Papiere.

Sharbat Gula steht als Wahrzeichen für die leidvolle Geschichte Afghanistans. Ihr Foto auf der Titelseite des National Geographic Magazine im Juni 1985 hat ihr zwar Weltruhm eingebracht, aber sie selbst hatte nichts davon. Lange Zeit wusste sie gar nichts von ihrem Foto, geschweige denn, dass ihr Portrait zu den gefeiertsten Photographien des Fotojournalismus zählte. Sie hatte weder Geld dafür bekommen noch Sicherheit.

Aus dem Mädchen mit den grünen Augen ist heute eine erwachsene Frau mit noch härteren Zügen und grünen Augen geworden. Denn Sharbat Gula war zu Lebzeiten ein Flüchtling, hin- und hergezogen zwischen ihrem Heimatland Afghanistan und ihrem Gastland Pakistan.

Der bekannte amerikanische Fotograf Steve McCurry ist auf das damals etwa 12-jährige Mädchen vor über 30 Jahren in einem der riesigen afghanischen Flüchtlingslager in Pakistan aufmerksam geworden. Ihre Eltern sind bei einem sowjetischen Bombenangriff ums Leben gekommen. Sie war mit dem Rest ihrer Familie wie Millionen anderer Afghanen auch vor den Gefechten zwischen sowjetischen Besatzungstruppen und den vom Westen finanzierten afghanischen Mudschaheddin-Rebellen geflohen.

Gula wurde als Flüchtlingskind zwangsverheiratet und ging in den 1990er-Jahren mit ihrem Mann vorübergehend nach Afghanistan zurück. Heute ist Gula Mitte 40, Witwe, Mutter von drei Töchtern und bis vor kurzem lebte sie in Pakistan. In ihrer Heimat herrscht bis heute keine Sicherheit. Am 26. Oktober 2016 wurde die afghanische Frau mit den grünen Augen von pakistanischen Sicherheitsbeamten ins Gefängnis geworfen. Sharbat Gula hielt sich angeblich mit gefälschten pakistanischen Papieren in dem Land auf.

Pakistan verfolgt seit Wochen den neuen Kurs, massenweise afghanische Flüchtlinge des Landes zu verweisen. Noch immer gibt es rund 2,5 Millionen im Land, nur etwa die Hälfte hat eine offizielle Aufenthaltsgenehmigung. An Spitzentagen fliehen derzeit bis zu 7.000 afghanische Flüchtlinge über die Grenze nach Pakistan. Der pakistanischen Regierung reißt der Geduldsfaden.

Afghanistan und Pakistan werfen sich gegenseitig vor, Terroristen im jeweils anderen Land zu unterstützen. Die Beziehung ist angespannt. In diese Zwickmühle ist Gula hineingeraten. Pakistanische Medien teilten mit, dass sie sich inzwischen schuldig bekannt habe und deswegen des Landes verwiesen wurde. Sie wurde noch wegen einer Hepatitis-C-Infektion medizinisch betreut.

Inzwischen hat die Regierung Afghanistans sie freundlich willkommen geheißen. Nach ihrer Abschiebung aus Pakistan wurde Gula von Präsident Ashraf Ghani in den Staatspalast eingeladen. Die Frau war am frühen Mittwochmorgen (09.11.2016) gemeinsam mit ihren drei Kindern am Grenzübergang Torkham etwa 60 Kilometer nordwestlich von Peshawar den afghanischen Behörden übergeben worden.

Die afghanische Regierung hat der Familie nach Angaben des Regierungssprechers eine Wohnung zur Verfügung gestellt. Ghani habe Gula den Schlüssel zu einem Appartement überreicht.






Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „ARD-Nachrichten online“, ard.de

Schlagwörter: Afghanistan, Mädchen mit den grünen Augen, Sharbat Gula, Flüchtlingsmädchen, Pakistan, gefälschte Papiere, Abschiebung, National Geographic Magazine, Flüchtlinge, Steve McCurry, Mona Lisa, Fotos, Fotojournalismus, Medien, Ashraf Ghani, Einladung, Staatspalast, Kabul, Wohnung