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Global: Landminenbericht 2016 – Mehr als 6.000 Tote und Verletzte durch Minen

Meldung vom 29.11.2016

Weltweit sind Kriege und gewalttätige Konflikte auf dem Vordermarsch. Das lässt sich auch an der Zahl der verwendeten Landminen ablesen. Unfälle mit Landminen und explosiven Kriegsresten haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 75 Prozent vermehrt. Zu diesem Ergebnis kam der Landminenbericht 2016, der am Dienstag (29.11.2016) herausgegeben wurde. Im beobachteten Zeitraum des Berichts wurden mindestens 6.461 Menschen in den Tod gerissen oder verwundet – die Dunkelziffer ist jedoch deutlich höher. Besonders viele Vorfälle mit Landminen gab es in den aktuellen Konfliktgebieten Afghanistan, Libyen, Syrien, Ukraine und Jemen.

Vom 28. November bis 1. Dezember tagen die Mitgliedsstaaten des Minenverbotsvertrags in Chile. Aus diesem Anlass appelliert Handicap International an alle Länder, den Einsatz dieser barbarischen Waffen endlich zu unterbinden und auch mehr Arbeit in die Räumung von Landminen und explosiven Kriegsreste zu investieren.

Der Landminen-Monitor dokumentiert, dass die Anzahl der neuen Unfälle mit industriell hergestellten sowie improvisierten Anti-Personen-Minen und explosiven Kriegsresten innerhalb von einem Jahr fast um 50 Prozent gestiegen ist: die höchste registrierte Unfallzahl seit 2006. Bereits 2014 war die Anzahl der Opfer größer geworden, nachdem sie seit dem Inkrafttreten des Minenverbotsvertrags 1999 stetig gesunken war. 21 Prozent aller Unfälle wurden durch improvisierte Minen ausgelöst, also durch explosive Sprengsätze, die von Kriegsparteien selbst produziert und wie Minen vom Opfer selbst durch Berührung gezündet wurden. Noch nie seit Erstellung des Berichtes war die Zahl der Toten so hoch.

Die meisten Opfer von Unfällen mit Landminen oder explosiven Kriegsresten sind Zivilisten: 2015 waren es 78 Prozent, davon 38 Prozent Kinder. 74 Prozent aller berichteten Unfälle wurden in Afghanistan (1.310), Libyen (1.004), Jemen (988), Syrien (864) und der Ukraine (589) verzeichnet. Teilweise lässt sich der Anstieg der Minen-Explosionen in diesen Ländern auch mit einer verbesserten Datensammlung erklären.

In Nordkorea, Myanmar und Syrien haben offizielle Streitkräfte noch ganz aktuell Anti-Personen-Minen gelegt, außerdem nichtstaatliche Gruppierungen in Afghanistan, Irak, Jemen, Kolumbien, Libyen, Myanmar, Nigeria, Pakistan, Syrien und der Ukraine.

Insgesamt 64 Staaten und Gebiete sind laut Monitor weltweit mit Minen und explosiven Kriegsresten kontaminiert. Diese verseuchten Gebiete stellen eine erhebliche Gefahr für die dort lebenden Menschen auf lange Sicht dar. Dennoch sind die Gelder für die Räumung und Opferhilfe, die von internationalen Geldgebern und betroffenen Ländern gesammelt wurden, um 139 Millionen Dollar gesunken (von 610,8 Millionen 2014 auf 471,3 Millionen 2015). Obwohl die Notlage mit der Anzahl neuer Unfälle größer geworden ist, verringerte sich die Finanzierung der Minenaktion damit zum dritten Mal in Folge – auf das niedrigste Niveau seit 2005.

„Aus unseren Programmen zur Risikoaufklärung, Minenräumung und Opferhilfe in vielen betroffenen Ländern wissen wir, dass diese Unterstützung viele Leben rettet. Wir rufen deshalb alle Vertragsstaaten des Minenverbotsvertrags dazu auf, ihre Verpflichtungen aus dem Vertrag umzusetzen und wieder mehr Mittel in die notwendige Minenaktion zu investieren!“, verlangt Eva Maria Fischer, Kampagnensprecherin von Handicap International Deutschland.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Entwicklungspolitik Online“, epo.de

Schlagwörter: Globale Projekte, Minen, Landminen, Minenverbotsvertrag, Landminenbericht, Tote, Verletzte, Zivilisten, Kinder, Behinderung, explosive Kriegsreste, Krieg, Konflikte, Waffen