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Uganda: Ärger im Königreich der Mondberge

 
Meldung vom 01.12.2016

Das Ruwenzori-Gebirge in Uganda, auch „Mondberge“ genannt, ist eigentlich ein beliebtes Touristen-Ziel. Ein großer Nationalpark befindet sich in dieser Gegend. Doch jetzt ist Ärger ausgebrochen im Königreich der Mondberge. Tatsächlich herrscht hier noch ein mächtiger Stammes-König, der seinen Kopf durchsetzen will. Doch der Mini-Aufstand währt nur wenige Tage: Ugandas Armee und Polizei zerschlagen das Machtsystem des traditionellen Herrschers. Dessen Macht reicht bis ins Nachbarland Kongo.

Ungewohnte militärische Aktivitäten versetzen die sonst so friedliche Touristengegend im Westen Ugandas in Unruhe. Wo sonst Safari-Jeeps westliche Urlauber in den „Queen Elisabeth“-Nationalpark zu den Elefanten transportieren, rasen jetzt Militärkonvois entlang.

Stundenlang ertönte am Samstag und Sonntag (26. und 27.11.2016) der Lärm von Schüssen durch die Straßen der Kleinstadt Kasese am Fuße des Ruwenzori-Gebirges entlang der Grenze zum Kongo. Letztlich besiegten Soldaten und Polizisten am Sonntag die königliche Garde des traditionellen Königs des Bakonzo-Volkes der Region, Charles Wesley Mumbere. Sie drangen in den Palast ein und nahmen den Herrscher des Ruwenzururu-Königreichs fest.

Er war nicht gehorsam gegenüber Präsident Yoweri Museveni, so Polizeisprecher Andrew Felix Kaweesi zur Begründung: „Die einzige Option war, den Palast zu stürmen, um die Leute herauszuholen und ihn selbst, zu seiner eigenen Sicherheit.“

Auf Fotos kann man den Vorgang sehen: Der Palast ist in Flammen aufgegangen. Mumbere wurde in die ugandische Hauptstadt Kampala ausgeflogen. Er sollte noch am Montag dem Präsidenten Museveni Rede und Antwort stehen. Die königliche Garde wurde ermordet. Mindestens 55 Tote meldete auch Ugandas Polizei am Montag, in Zeitungen beziffert man 80 tote Garde-Soldaten. 14 Polizisten kamen ebenfalls ums Leben und 139 Bodyguards wurden ergriffen. Die Soldaten hätten den Palast durchkämmt und ein Waffenarsenal konfisziert, heißt es weiter.

Armee-Brigadegeneral Peter Elwelu, Kommandant der für den Westen Ugandas zuständigen Division, begründete das resolute Vorgehen seiner Soldaten: Der König habe das Ultimatum des Präsidenten ignoriert. Dieser habe dem König am Sonntagmorgen zwei Stunden eingeräumt, um sich zu ergeben. Der König habe sich geweigert.

Die blutige Maßnahme ist brutaler Höhepunkt eines erbitterten Machtgerangels. Ugandas Präsident Museveni, der seit 30 Jahren ohne Widerspruch regiert, beschuldigt König Mumbere, eine Rebellion vorzubereiten und im benachbarten Ostkongo eine Miliz zu formieren. Angeblich wolle er eine eigene Republik mit dem Namen „Yira“ bilden, wird ihm aus Geheimdienstkreisen nachgesagt. Die königliche Garde würde Kämpfer anheuern und trainieren. In manchen Berichten sieht man den König als Verbündeten der Rebellenbewegung ADF (Allied Democratic Forces), die auf der kongolesischen Seite der Grenze Massaker angerichtet haben soll.

Der traditionelle König wurde zum Störfaktor. Vergangenen Dienstag hatten unbekannte bewaffnete Männer in der Luxus-Safari-Lodge „Simba“ zwei Polizisten überwältigt und ihre Gewehre gestohlen. Mumbere hat schon lange den Ruf eines Störenfrieds. Das kleine Königreich der Bakonzo, deren verwandte Ethnie der Nande auf der kongolesischen Seite des Ruwenzori-Gebirges die größte Volksgruppe stellt, verlangt bereits seit Jahrzehnten mehr Macht. Erst 2009 hatte Präsident Museveni das lange nur im Untergrund existierende Königreich offiziell anerkannt.

Seitdem brechen aber immer wieder blutige Konflikte zwischen Armee, Polizei und königlicher Garde aus. 2014 kamen zwischen 50 und 100 Menschen ums Leben. Laut Verfassung werden traditionellen Herrschern in Uganda nur repräsentative Aufgaben zugestanden, allerdings dürfen sie sich mit bewaffneten Leibgarden umgeben.

Nach erneuten Kämpfen im vergangenen März war Museveni selbst nach Kasese aufgebrochen: In Armeeuniform – seine AK-47 baumelte drohend über der Schulter – hatte er Mumbere gewarnt. Seitdem sind Spezialeinheiten in Kasese und entlang der Grenze zum Kongo in Hab-Acht-Stellung. Diese griffen nun erbarmungslos ein.

Verstörende Fotos der Militäroperation machte die ugandische Journalistin Joy Doreen Biira, die bei dem kenianischen TV-Sender KTN angestellt ist. Sie feierte am Samstag in Kasese Hochzeit, als das Feuergefecht ausbrach. Laut ihren Bildern in sozialen Netzwerken stellten die Soldaten die weiblichen Angestellten des Königspalastes nackt in einer Reihe auf. Polizisten nahmen sie und ihren Ehemann noch am Abend im Haus ihres Onkels fest. Sie verbrachten die Hochzeitsnacht in Arrest.






Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Tageszeitung“, taz.de

Schlagwörter: Uganda, Ruwenzori, Mondberge, Rwenzori, Safari, Nationalpark, Aufstand, Rebellion, Königkreich, Bürgerkrieg, Stammes-König, Charles Wesley Mumbere, Yoweri Museveni, traditioneller König, Yira, Miliz, Kasese, Palast, Armee, Soldaten, Gefechte, Garde, Leibwächter, Joy Doreen Biira, Verhaftung