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Mexiko: 10 Jahre Drogenkrieg und kein Ende in Sicht

Meldung vom 22.12.2016

Mexiko wird diesen Dezember mit einem traurigen Jubiläum konfrontiert: Schon auf 10 Jahre Drogenkrieg blickt das Land zurück. Und leider hat sich wenig bis nichts verbessert. Vor zehn Jahren sagte die mexikanische Regierung den Drogen-Kartellen den Kampf an. Obwohl wichtige Anführer getötet oder festgenommen wurden, gibt es wenig Aussicht auf Frieden.

Das letzte Jahrzehnt hat eine Schneise des Todes und der Gewalt durch Mexiko gezogen. Nach seiner Wahl zum Präsidenten im Dezember 2006 begann Felipe Calderón den so genannten mexikanischen Drogenkrieg. Die entscheidende Neuheit war, dass nun zusätzlich zu der Polizei auch das Militär darauf angesetzt wurde, den Kartellen ein Ende zu bereiten – mit tödlichen Folgen.

Präsident Felipe Calderón rief die „Operation Michoacán“ im Jahre 2006 in seinem Heimatstaat ins Leben. Im Zuge der Operation hatten mindestens 5.000 Einsatzkräfte des Bundes zur Hauptaufgabe, gegen die Drogenschmuggler in der Region einzuschreiten. Während der darauffolgenden sechs Jahre der Präsidentschaft Calderóns nahmen Morde und Gewalt dramatisch zu und die Opferzahl erreichte im Jahr 2011 mit knapp 23.000 Morden einen blutigen Höhepunkt. Noch heute gehört Michoacán zu einer der gewalttätigsten Regionen des Landes.

Die Idee, dass das Militär die gewalttätigen Kartelle besser in den Griff bekommen könnte und weniger verführbar durch Korruption sei als die herkömmlichen Einsatzkräfte, stellte sich als Illusion heraus. Eine beidseitige Eskalation war die Folge. Zudem wurde das Militär wiederholt der Menschenrechtsverletzungen bezichtigt. Das Militär wurde auch beschuldigt, die gewalttätigen Konfrontationen geschürt und die Einheimischen vor Ort schlecht behandelt zu haben.

Obwohl die genaue Zahl der Todesopfer in diesem Krieg schwer zu erfassen ist, gehen US-Medien von rund 60.000 aus. Andere Beobachter, darunter auch das Trans-Border-Institut, wollen gar über 125.000 Opfer gezählt haben. Noch nicht eingerechnet sind die Opfer von Entführungen, Folter und Vergewaltigungen.

Trotz der ausufernden Gewalt und der Menschenrechtsverletzungen änderte der 2012 neu gewählte Präsident Peña Nieto nur wenig an dem Kurs. Während die Mordrate anfangs unter seiner Regierung sank, ist sie 2016 wieder auf eine neue Rekordhöhe geklettert.

Bereits im Oktober dieses Jahres wurde die Mordrate des Jahres 2015 mit über 17.000 Morden übertoffen. Allein schon August und September 2016 waren die opferreichsten Monate in Mexiko seit 19 Jahren. Präsident Nieto formierte sogar eine neue Bundespolizei, um den Kampf zu verschärfen. Eine Reihe von Clanchefs wurde getötet oder verhaftet, unter anderem auch Joaquín „El Chapo“ Guzmán, der Leiter des Sinaloa-Drogenkartells, des größten Kartells in Mexiko.

Aber immer, wenn es schien, als ob die Regierung bestimmte Kartelle bezwungen hatte, erschienen neue Kartelle auf der Bildfläche und erneut begann das Kräftemessen um Absatzmärkte und Territorien in ungeahnter Brutalität.

Nach zehn Jahren des Drogenkrieges fühlen sich die Bürger Mexikos weiterhin relativ schutzlos. Die Strategie der Regierung wird zunehmend angezweifelt. Wie lange der mexikanische Staat diesen verlustreichen Krieg noch weiter verfolgen kann, ist unklar. Hinzu kommt, dass der globale Drogenhandel auf Angriffe und Herausforderungen flexibel reagiert. Die zunehmende Legalisierung von Marihuana in den USA beispielsweise scheint den Kartellen keine großen Verluste beizubringen. Es werden einfach neue Drogen geschaffen und neue Absatzmärkte gefunden.




Quelle: „RT Deutsch“, www.deutsch.rt.com

Schlagwörter: Mexiko, Drogenkrieg, 10 Jahre, Jubiläum, Drogenkartelle, Felipe Calderón, Enrique Peña Nieto, Tote, Opfer, Gewalt, Operation Michoacán, Spezialeinheiten, Militär, Korruption, Schmuggelrouten, Marihuana, Legalisierung, Drogen, Absatzmärkte, USA