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Kenia: 100 Tage Ärztestreik

Meldung vom 17.03.2017

In Kenia hat der lang anhaltende Streik von Ärzten den medizinischen Betrieb teilweise lahmgelegt. Viele Menschen konnten in dieser Zeit nicht medizinisch versorgt werden. Nun haben die Ärzte gewonnen. Nach hundert Tagen Streik gab die Regierung nach: Die Mediziner sollen nur noch 40 Stunden die Woche arbeiten und es werden Gelder in die Sanierung von Krankenhäusern gesteckt. Während des Streiks starben zahlreiche Menschen wegen der medizinischen Unterversorgung.

Nach 100 Tagen Streik wollen die rund 5.000 Ärzte der öffentlichen Krankenhäuser Kenias am Freitag (17.03.2017) wieder mit ihrer Arbeit beginnen. In dem erbitterten Streit mit der Regierung starben wegen ausgebliebener Behandlungen Dutzende Menschen in dem afrikanischen Land. Die Ärzte kämpften für die Einführung der 40-Stundenwoche, wie der Generalsekretär des Verbands der Krankenhausärzte, Ouma Oluga, am Dienstag bekannt gab.

Zudem versprach die Regierung, eine 2013 geschlossene Einigung über Haushaltserhöhungen, Instandsetzung heruntergekommener öffentlicher Gesundheitseinrichtungen und Fortbildungs-programme endlich zu verwirklichen. Die Mehrheit der Kenianer muss bei Krankheit öffentliche Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen aufsuchen. Die Kosten für private Behandlungen kann kaum einer tragen.

„Es ist bedauerlich, dass es so lange gedauert hat“, betonte Gesundheitsminister Cleopa Mailu. „Wir können das Ausmaß des Schmerzes nicht fassen, den Kenianer in den 100 Tagen fühlten.“

Die Regierung zeigte eiserne Härte bei den Verhandlungen. Präsident Uhuru Kenyatta warnte die 5.000 Ärzte, sie würden entlassen, sollten sie weiterhin die Arbeit verweigern. Doch die Ärzte ließen sich nicht einschüchtern und blieben standhaft. Sieben Gewerkschaftsmitglieder wurden wegen Missachtung gerichtlicher Anordnungen und wegen Fortführung des Streiks einen Monat ins Gefängnis geworfen.

Die Arbeitsbedingungen für Ärzte in den staatlichen Krankenhäusern waren bislang unter aller Würde. Manche mussten sich in ständiger Rufbereitschaft halten, rund um die Uhr. Eine 40-Stundenwoche und die Bezahlung für Überstunden seien eine große Errungenschaft, meinte Oluga. Letztlich seien die neuen Einigungen aber für beide Seiten besser.

Nach einer sechsjährigen Universitätsausbildung beziehen Ärzte an kenianischen öffentlichen Krankenhäusern ein Gehalt von umgerechnet 380 bis 800 Euro im Monat. Die selbe Summe wird einem Polizisten nach einer halbjährigen Ausbildung gezahlt.

2012 gingen die Krankenhausärzte schon einmal wegen des schlechten Zustands der Krankenhäuser und des Inventars in den Streik. In Notaufnahmeräumen einiger Krankenhäuser gab es noch nicht einmal Handschuhe und wichtige Medikamente fehlten. Zudem hatten Chirurgen immer wieder mit Stromausfällen zu kämpfen und mussten eine Operation mit dem Licht einer Taschenlampe weiterführen.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Tageszeitung“, taz.de

Schlagwörter: Kenia, Ärzte, Streik, Medizin, Krankenhäuser, Regierung, Uhuru Kenyatta, Gehalt, Arbeitszeit, Rufbereitschaft, Sanierung, Tote, Medikamente, Inventar, Stromausfälle, 40-Stunden-Woche