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Südsudan: Sondergipfel anlässlich der Gewalt im Südsudan

Meldung vom 13.06.2017

Verschiedene Staaten Ostafrikas wurden zu einem Sondergipfel anlässlich der Not im Südsudan zusammengerufen. Um dem Massenexodus aus dem Südsudan Einhalt zu gebieten, muss die internationale Staatengemeinschaft viel härter durchgreifen und einen umfassenden Waffenstillstand erzwingen. Das hat der Direktor der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) Ulrich Delius am Montag (12.06.2017) anlässlich des Sondergipfels verlangt.

„Täglich fliehen mehr als 2.000 Südsudanesen vor Krieg und Hunger in das benachbarte Uganda – vor allem Frauen und Kinder. Der Weltsicherheitsrat, die USA und die Europäische Union müssen endlich handeln, um das Morden im Südsudan zu beenden“, betonte Delius. „Da genügt es nicht, nur humanitäre Hilfe für die Notleidenden zu leisten. Auch der politische Druck auf die Konfliktparteien muss verstärkt werden, damit das Friedensabkommen vom August 2015 umgesetzt wird.“

Am 12.6. haben die in der Regionalorganisation IGAD zusammengeschlossenen Staaten Ostafrikas in Addis Abeba darüber verhandelt, wie der Frieden im Südsudan wiederhergestellt werden könnte. Schon im Vorfeld des Sondergipfels haben die Konfliktparteien wenig positive Signale ausgesandt. Südsudans Staatspräsident Salva Kiir hat seine Teilnahme an dem Sondergipfel abgesagt.

„Die in Uganda eintreffenden Flüchtlinge gehören überwiegend ethnischen Minderheiten an. Sie berichten von gezielten Morden, Vergewaltigungen und anderen schlimmen Übergriffen von regulären Soldaten, die der im Land dominierenden Dinka-Bevölkerungsgruppe angehören“, erläuterte Delius.

„Wenn die Massenflucht aus dem Südsudan weiter so dramatisch anhält, wird Dadaab in Kenia bald nicht mehr das größte Flüchtlingslager der Welt sein.“ In Dadaab haben rund 270.000 Flüchtlinge aus Somalia Zuflucht gesucht, während in Bidi Bidi in der ugandischen Provinz Westlicher Nil nun schon 250.000 Südsudanesen untergekommen sind. Im Südsudan sind inzwischen 3,9 Millionen Menschen vertrieben worden. 1,9 Millionen von ihnen sind in die Nachbarländer geflohen.

„Mit ihrer brutalen Verfolgung anderer ethnischer Gruppen, politischer Oppositioneller und Journalisten hat die südsudanesische Regierung jede Glaubwürdigkeit verloren“, bemängelte Delius. Ausländische Journalisten haben immer weniger Möglichkeiten, der Außenwelt authentische Informationen über Krieg und Flucht im Südsudan zu vermitteln, da die Behörden eine unabhängige Berichterstattung unterbinden. So teilte die Medienbehörde des Südsudan am vergangenen Donnerstag mit, dass 20 ausländischen Journalisten die Einreise verweigert werde, weil sie mit ihrer Berichterstattung angeblich Zwiespalt in der Bevölkerung gesät hätten. Ende April 2017 sind Eyder Peralta, ein Korrespondent des US-amerikanischen National Public Radio, und sein Assistent ins Gefängnis geworfen und vier Tage lang festgehalten worden.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Entwicklungspolitik Online“, epo.de

Schlagwörter: Südsudan, Sondergipfe, Addis Abeba, IGAD, Gesellschaft für bedrohte Völker, Ulrich Delius, Genozid, ethnische Konflikte, Frieden, Salva Kiir, Soldaten, Vergewaltigungen, Massaker, Morde, Flüchtlingslager, Massenflucht, Flüchtlinge, Flüchtlingslager, Dadaab, Bidi Bidi, Waffenstillstand, Druck, Massenexodus, Weltsicherheitsrat, Europäische Union