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Honduras: Studenten werden willkürlich verhaftet

Meldung vom 22.06.2017

In Honduras werden Studenten willkürlich verhaftet. Polizeieinheiten haben unter Anwendung von Gewalt die Nationale Autonome Universität Honduras (UNAH) in San Pedro Sula im Norden des Landes besetzt und geräumt. Am selben Tag demonstrierten Studierende auf dem Campus der UNAH in Tegucigalpa gegen die Anhörung der am 24. Mai inhaftierten Kommilitoninnen und Kommilitonen.

Im Laufe des Vormittags schritt auch hierbei die Polizei gegen die Studierenden ein. In beiden UNAH-Standorten wurden insgesamt sieben junge Erwachsene festgenommen, die nun wegen Freiheitsberaubung und widerrechtlicher Besetzung vor Gericht kommen.

Während des Einsatzes hätten Polizisten ungeachtet der Menschen im Gebäude Tränengas in die Fakultät der Zahnmedizin abgefeuert. An die 60 Kinder, die gerade in dem Gebäude behandelt wurden, seien davon direkt in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Fakultät der Chemie und Pharmazie wurde von rund 100 Polizisten besetzt und komplett gesperrt. Dabei haben die Beamten weder eine Autorisierung des Einsatzes noch richterliche Beschlüsse der Haftbefehle vorweisen können.

Die Vorgeschichte der Unruhen: Ein Gerichtsurteil erging am 7. Juni gegen die drei ehemaligen Studenten Cesario Padilla, Sergio Ulloa und Moisés Cáceres, die sich 2015 wegen einer Universitätsbesetzung verantworten mussten. Nach Bekanntwerden des Urteils hat das Büro des hohen Kommissariats der UN für Menschenrechte die zunehmende Kriminalisierung der sozialen Proteste in Honduras kritisiert. Das Gremium erinnerte auch an die Verletzung internationaler Menschenrechtsstandards wie dem Recht auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit.

Die UNAH halte sich zudem nicht an ein mit der Universitären Studierendenbewegung (MEU) im Juli 2016 unterzeichnetes Abkommen. Darin habe sie sich verpflichtet, die strafrechtliche Verfolgung aller Studierenden zu beenden und in einen Dialog mit der Studentenschaft zu treten.

Am 25. Juli 2017 wird das Strafmaß gegen die drei jungen Männer offiziell mitgeteilt. In einer Pressekonferenz riet die Vereinigung der Lehrmitarbeitenden der UNAH der Rektorin Julieta Castellanos, mit der Studentenschaft zu kommunizieren oder ihr Amt niederzulegen. Sie verlangten zudem, bewaffnete Militär- und Polizeieinheiten des Universitätsgeländes zu verweisen und der privaten Sicherheitsfirma ESPA zu kündigen. Die fehlende Bereitschaft der Universitäts-Autoritäten mit den Studenten zu reden, habe zu dieser Krise und ihrer Verschärfung geführt, lautet es in einer Presserklärung.

Wegen der zügigen Privatisierung und der Änderungen der Studienbedingungen waren schon im Jahr 2014 Proteste an der UNAH ausgebrochen. Rektorin Castellanos, die sich durch eine Gesetzesänderung eine weitere Amtszeit verschaffte, habe sich durch ihr autoritäres Vorgehen gegen Mitarbeitende und die Studentenschaft keinen guten Ruf verschafft.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: amerika21.de

Schlagwörter: Honduras, Studenten, Gewalt, Demonstrationen, Festnahmen, Nationale Autonome Universität Honduras, UNAH, Polizei, Tränengas, Menschenrechte, Verhaftung, Tegucigalpa, Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit, Gericht