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Südsudan: Hunger als Kriegsstrategie

 
Meldung vom 06.07.2017

Amnesty International schlägt Alarm: Im Südsudan werden schwere Menschenrechtsverletzungen begangen. Seit 2013 versinkt das Land in einem blutigen Bürgerkrieg – in dem die Kriegsparteien offenbar keinerlei Hemmungen vor äußerster Gewalt haben.

Im Südsudan nutzen Bürgerkriegsparteien Menschenrechtlern zufolge die akute Lebensmittelknappheit als Kriegswaffe. Die Kämpfer von Regierung und Opposition verhinderten gezielt die Essensversorgung in bestimmten Gebieten der Region Äquatoria im Süden des Landes, wie Amnesty International in einem am Dienstag (04.07.2017) veröffentlichten Bericht hervorhob. Die Regierungssoldaten machten sich auch systematischer Plünderungen von Märkten und Häusern schuldig. Rund sechs Millionen Südsudanesen – etwa die Hälfte der Bevölkerung – leiden UN-Angaben zufolge Hunger. Das Land befindet sich nahe an einer Hungersnot.

Das südsudanesische Militär wies die Vorwürfe zurück, die Essensversorgung unterbunden und Menschen massakriert zu haben. „Die Streitkräfte kämpfen für die Werte der Menschlichkeit und können nicht ihre eigene Bevölkerung umbringen“, behauptete der Militärsprecher Santo Domic Chol Medien gegenüber.

Die Region Äquatoria diente früher als Kornkammer des Südsudans. Seit Mitte 2016 brachen über die fruchtbare Region jedoch verstärkt Kämpfe herein. Die Konsequenz: Eine große Flüchtlingswelle bewegte sich nach Uganda, die Felder liegen brach. Beide Konfliktparteien würden die Bevölkerung beschuldigen, den Feind zu versorgen oder vom Feind versorgt zu werden, erklärte Amnesty.

„Die Eskalation der Kampfhandlungen in der Region Äquatoria hat zu brutalen Übergriffen auf die Zivilbevölkerung geführt“, betonte Amnesty-Mitarbeiterin Donatella Rovera bei der Vorstellung des Berichts. Amnesty-Vertreter waren im Juni in der Region und hatten gravierende Menschenrechtsverletzungen festgestellt und dafür auch Beweise gesammelt.

„Männer, Frauen und Kinder werden erschossen, mit Macheten zerhackt und in ihren Häusern bei lebendigem Leib verbrannt. Frauen und Mädchen sind ständig in Gefahr, entführt und vergewaltigt zu werden“, erklärte Rovera. Häuser, Schulen, medizinische Einrichtungen und humanitäre Organisationen würden überfallen, ausgeraubt, oder zerstört. Zeugen schilderten, ganze Dörfer wurden gezielt gestürmt, wobei Häuser niedergebrannt und zerstört und Bewohner getötet oder zur Flucht gezwungen wurden, stellte Amnesty fest.

Diese Angriffe müsse man der Menschenrechtsorganisation zufolge in erster Linie als Racheakte von Regierungsmilizen einstufen, die die vermehrten Aktivitäten der Opposition in der Region so niederschlagen wollen. Allerdings seien es nicht nur diese, die gezielt Zivilisten ermordeten. Auch die Opposition massakriere Menschen vorsätzlich auf Grund ihrer ethnischen Zugehörigkeit zum Stamm der Dinka, die als Befürworter der Regierung gelten. Die ethnische Dimension des Bürgerkriegs wird immer stärker. Rund 3,9 Millionen Menschen mussten nach UN-Angaben fliehen.






Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, faz.net

Schlagwörter: Südsudan, Hunger, Kriegsstrategie, Hungersnot, Lebensmittellieferungen, abgeschnitten, Bürgerkrieg, Ethnien, Dinka, Nuer, Regierungssoldaten, Opposition, Plünderungen, Massaker, Zivilisten, Menschenrechte, Verbrechen, Essensversorgung, Äquatoria, Gewalt, Flüchtlinge, Landwirtschaft